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Razzia bei Neonazis in Südbrandenburg

Vorsitzende des Aktionsbündnisses Asmus begrüßt Polizeiaktion
 

Quelle: Aktionsbündnis Brandenburg

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19.06.2012

Kategorien:
überregionales
Antifa

Das brandenburgische Innenministerium geht mit einem Verbot gegen das Neonazi-Netzwerk Spreelichter vor. Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Heilgard Asmus, begrüßt die Polizeiaktion.

27 Wohnungen und ein Treffpunkt in Cottbus wurden seit heute morgen durchsucht, die Polizei beschlagnahmte Computer, Videoausrüstung und Propagandamaterial. Die Polizeiaktion richtet sich gegen die sogenannte Widerstandsbewegung in Südbrandenburg, die nach ihrer zentralen Webseite auch als Spreelichter bekannt ist.

Den mutmaßlichen Anführern wurde eine Verbotsverfügung zugestellt, in der die Auflösung der Vereinigung und der Einzug des Vereinsvermögens erklärt wird. Die Organisation weise "eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus" auf, so das Innenministerium.

Diese Einschätzung teilt die Aktionsbündnis-Vorsitzende Heilgard Asmus. Die Spreelichter propagierten, so die Generalsuperintendentin, eine "lupenreine Nazi-Ideologie" und "hetzen unverhohlen gegen die Demokratie", das dürfe nicht geduldet werden.

Auf Webseiten, in Videos und Flugschriften zeichnen die Neonazis das Bild eines "germanischen Volkes", das durch einen "Volkstod" bedroht werde. Der "Volkstod" - der als Bild für Globalisierung, Einwanderung, Geschlechtergerechtigkeit verwendet wird - ist in der Spreelichter-Agitation "das Schandwerk der Demokraten".

Zu den Spreelichtern gehören Gruppierungen unter anderem in Lübbenau, Spremberg und Senftenberg. Teilweise waren diese schon unter verschiedenen Bezeichnungen aktiv, lange bevor 2009 die Webseite spreelichter.info publiziert wurde. 2006 lösten die Aktivisten die Vorläuferorganisation Gesinnungsgemeinschaft Süd-Ost Brandenburg offiziell auf und kamen dadurch einem wahrscheinlichen Verbot zuvor.

Für Aufsehen sorgten die Spreelichter verstärkt seit dem vergangenen Jahr mit einer Serie heimlich organisierter nächtlicher Fackelzüge. Die Aufmärsche der maskierten Neonazis dauern stets nur wenige Minuten, sie werden gefilmt und die mit Musik unterlegten Clips über Videoportale verbreitet. Die Aktionsform hat seitdem bundesweit Nachahmer gefunden.

Hintergrundinformationen:

  • Daniel Krüger: Völkische Ideen und Inszenierungen aus dem Spreewald (PDF-Datei)
  • Antifaschistisches Infoblatt: Vorbildlicher Volkstod. Das Südbrandenburger Neonazi-Netzwerk "Spreelichter"
  • Pressemitteilung: Woidke verbietet rechtsextremistische Vereinigung
 
 
 

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