Street Art is not a Crime!

Graf­fi­ti sind keine “häßlichen Schmier­ereien die das Stadt­bild veschan­deln”. Und wird auch nicht gemacht von “ori­en­tierungslosen Jugendlichen, die graue Wände bunter machen wollen”, wie öfter von ver­ständ­nisvollen Sozpäds angenom­men wird. Es ist viel ein­fach­er: Graf­fi­ti ist — oft ille­gale — unkon­trol­lier­bare Straßenkul­tur!
Es ist viel geil­er ein schönes Bild zu sehen als noch so eine häßliche Reklame. Ob wir jeden Tag an der gle­ichen beschisse­nen Wer­betafel vor­beilaufen wollen hat uns nie­mand gefragt — trotz­dem ist so etwas legal. Sprühen jedoch ist ver­boten.
 

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Quelle: http://www.facebook.com/Streetart-in-Cottbus-445698625507031/

Lei­der wis­sen zu wenig Writer*innen wie sie sich bei Ärg­er mit der Polizei ver­hal­ten müssen. Immer wieder passiert es, dass sich Leute unge­wollt gegen­seit­ig belas­ten.
Hier ein paar Tipps:
1. Grund­sät­zlich­es
* Dosen putzen (wegen Fin­ger­ab­drück­en)
* Dosen nicht mit dein­er Hand­schrift markieren
* vorher die Wand anguck­en
* mögliche Fluchtwege anguck­en
* Dosen zuhause schüt­teln
2. Beim Malen
* Leise sein!
* vorher Lage abcheck­en
* mit Hand­schuhen malen
* Dosen nicht mit blossen Hän­den anfassen, auch in Stres­si­t­u­a­tio­nen nicht!
* Spaß am Malen nicht vergessen!
3. Nach dem Malen
* leere Dosen liegen­lassen und am näch­sten Tag zum Recy­cling­hof mit­nehmen!
* benutzte Caps und Hand­schuhe wegschmeißen
* ruhig Rich­tung Fahrrad oder Auto laufen
* erst freuen, wenn Du im Bett liegst…
 
 

Bild könnte enthalten: im Freien

Quelle: https://de-de.facebook.com/streetart.ffo

 
wenn was schief läuft:
4. Aktion mit Polizeikon­takt
* Wenn Dich ein pri­vater Sicher­heits­di­enst fes­t­nimmt, sofort nach der Polizei ver­lan­gen.
* Aus­sage ver­weigern, nur Angaben zur Per­son machen.
Das ist der wichtig­ste Punkt von allen! Du bist verpflichtet, der Polizei Namen, Geburt­stag, Meldead­resse und eine unge­fähre Berufs­beze­ich­nung (“Schüler*in”, “Angestellte*r”) mitzuteilen. Mehr musst Du nicht und soll­test Du auch nicht sagen — Nich­taus­sage ist nicht zu Deinem Nachteil, ganz egal was sie Dir erzählen! Wenn Du was zu sagen hast, kannst Du das genau­so später tun, nach­dem Du ein paar Nächte drüber geschlafen hast, Dich mit Freund*innen oder Anwalt*innen berat­en hast. Viel zu oft plaud­ern Leute aus welchen Grün­den auch immer gegenüber der Polizei munter drauf los und belas­ten so sich und/oder andere.
Wenn Du Glück hast, nehmen sie nur Deine Adresse auf und das war es vor­erst. Wenn Du Pech habt, musst Du mit auf die Wache.
5. Auf der Wache
Du wirst durch­sucht. Skizzen die noch unge­se­hen sind, am besten vorher loswer­den.
Sachen von dir wer­den sichergestellt: Lass Dir eine Quit­tung geben! Wenn ihr zu zweit seid, werdet Ihr jew­eils allein zum Ver­hör geführt und ver­nom­men. Wieder ganz wichtig: Nix sagen!
Es wird Dir vielle­icht auch eine Haus­durch­suchung ange­dro­ht…
6. Haus­durch­suchung
Die Polizei darf nur die Räume des*r Beschuldigten durch­suchen, also: Schlaf- und/oder Wohnz­im­mer und gemein­sam genutzte Räume wie Keller. Die Beamt*innen kom­men oft sehr früh (zwis­chen 7 und 8 Uhr), damit sie sich­er sein kön­nen, dass der*die Beschuldigte anwe­send ist. Küm­mere dich schon jet­zt darum, dass die Polizei dich vielle­icht mal besuchen kom­men kön­nte: belas­tende Fotoal­ben, Black­book und Zeich­nun­gen ent­fer­nen, ggf. auch Fotoap­pa­rat. Nie Tele­fon­num­mern mit Writer*innen-Namen kennze­ich­nen!
7. Vor­ladun­gen
Wenn Du als Beschuldigte*r zur Polizei vorge­laden wirst, ist das eine Ein­ladung: Du musst nicht hinge­hen! Erst wenn Dich die Staat­san­waltschaft lädt, musst du hin. Etwas anderes ist es, wenn du als Zeug*in geladen wirst. Beachte die Hin­weise, was du wann bei wem sagen musst und kon­sul­tiere im Zweifels­fall einen Anwalt.
8. Straf­be­fehl
Irgend­wann bekommst du einen Straf­be­fehl oder einen Ver­merk, dass das Ver­fahren gegen dich eingestellt wurde. Beim Straf­be­fehl: Spätestens jet­zt soll­test Du dich mit einem Anwalt berat­en. Unbe­d­ingt die Wider­spruchs­frist ein­hal­ten! 14 Tage nach Zustel­lungs­da­tum (wird auf dem Umschlag vom Post­beamten ver­merkt). Anwalt kon­sul­tieren und Wider­spruch ein­le­gen. Das geht so:
 
Betr­e­ff: [Euer Akten­ze­ichen und Geschäft­sNr.]
Sehr geehrter Herr Richter XY,
gegen den Straf­be­fehl Geschäfts-Nr.: XY lege ich zwecks Fris­ten­wahrung Rechtsmit­tel ein. Die Straftat­en wer­den von mir bestrit­ten.
Mit fre­undlichen Grüßen
 
Aus­führlichere Infos zum Ver­hal­ten auf der Wache, Haus­durch­suchun­gen … find­est du unter Demotipps.

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