11. Mai 2011 · Quelle: Inforiot

Austritt vor Rausschmiss

Potsdam - NPD-Stadtverordneter Marcel Guse verlässt nach Streit seine Partei

INFORIOT Der Pots­damer NPD-Stadtverord­nete Mar­cel Guse ist aus sein­er Partei aus­ge­treten. Dies teilte die Neon­azi­partei am Mittwoch mit. Der Aus­tritt sei “wegen unüber­brück­bar­er poli­tis­chen Dif­feren­zen” erfol­gt. Guse sei mit diesem Schritt einem Auss­chlussver­fahren zuvorgekom­men, hieß es.

Wie bere­its im März von Infori­ot aufgezeigt, war der gel­ernte Koch im Bran­den­burg­er NPD-Lan­desver­band schon seit einiger Zeit wegen seines eigen­tüm­lichen und immer kam­er­ad­schaft­snäheren Poli­tik­stils in der partei­in­ter­nen Kri­tik. Guse, Jahrgang 1980, war organ­isatorisch­er Motor der in Pots­dam zuvor brach­liegen­den NPD und ver­anstal­tete mehrmals hal­bkon­spir­a­tive Vor­tragsabende.

Guse war vor seinem NPD-Beitritt in der DVU organ­isiert. Anstelle des im Mai 2009 tödlich verunglück­ten DVU-Stadtverord­neten Gün­ther Schwem­mer war er in das Pots­damer Stadt­par­la­ment einge­zo­gen. Nach dem Bran­den­burg­er Wahlde­bakel der DVU im Sep­tem­ber 2009 war er eilig zur NPD über­ge­treten.

Zum Hin­ter­grund: Die Pots­damer Sek­tion der NPD-Jugen­dor­gan­i­sa­tion “Junge Nation­aldemokrat­en” (JN) war schon vor der von Guse geschaf­fe­nen NPD-Lokalvertre­tung exis­tent — aber real fungiert sie kaum mehr als ein Label, um die lokalen Kam­er­ad­schaftsstruk­turen gegen Ver­bote zu schützen. Als wichtiger Expo­nent in diesem Zusam­men­hang gilt Maik Eminger, der schon rund um den 2005 ver­bote­nen “Schutzbund Deutsch­land” in Erschei­n­ung getreten war. Die Kam­er­ad­schaftsszene in Pots­dam beteiligt sich an der “Volkstod”-Kampagne, die vom expliz­it NPD-feindlichen Bran­den­burg­er Net­zw­erk “Spreelichter” ges­tartet wurde.

Von der Antifa West­havel­land ist jüngst eine Klein-Broschüre über die Inter­na des NPD-Kreisver­bands Hav­el-Nuthe, zu dem auch Pots­dam zählt, erschienen.

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