20. Februar 2021 · Quelle: gegenrede

Der Oberfeldwebel ist vom Dienst freigestellt

Prenzlau - Der uckermärkische AfD-Politiker Hannes Gnauck darf derzeit seinen Dienst bei der Bundeswehr nicht ausüben. Das berichtet heute die Prenzlauer Zeitung auf ihrer Website. Außerdem ist es ihm untersagt, eine Uniform zu tragen.

Pren­zlau (ipr) Der uck­er­märkische AfD-Poli­tik­er Hannes Gnauck darf derzeit seinen Dienst bei der Bun­deswehr nicht ausüben. Das berichtet heute die Pren­zlauer Zeitung auf ihrer Web­site. Außer­dem ist es ihm unter­sagt, eine Uni­form zu tra­gen. Seine Vorge­set­zten wer­fen ihm man­gel­nde Ver­fas­sungstreue vor.

Bestätigt wurde das der Pren­zlauer Zeitung von einem Sprech­er der Panz­er­grenadier­bri­gade in Viereck (MV) bei der Hannes Gnauck nor­maler­weise seinen Dienst ver­sieht. Das Kaser­nen­gelände darf er mit­tler­weile nur für Unterre­dun­gen mit seinen Vorge­set­zten betreten.

Bere­its im Schon im Juni 2020 war bekan­nt gewor­den, dass der Mil­itärische Abschir­m­di­enst (MAD) den Ober­feld­webel als Fall “Orange” eingestuft hat. Das heißt: fehlende Ver­fas­sungstreue, ohne dass eine Bere­itschaft zu poli­tis­ch­er Gewalt gegeben sein muss.

Hannes Gnauck hat­te sich bish­er zu dem The­ma öffentlich nicht geäußert. In der Pren­zlauer Zeitung ist mor­gen zu lesen: « “Aktuell gibt es kein gerichtlich­es Diszi­pli­narver­fahren gegen mich, es laufen nur immer noch die Vor­ermit­tlun­gen dazu.” Seit Juni hänge er deswe­gen in der Luft. Die Bun­deswehr scheine wohl keine Anhalt­spunk­te für die Vor­würfe zu find­en, meint Gnauck. Und seit wann ist er vom Dienst freigestellt? “Irgend­wann im let­zten Jahr”, aber genau könne er sich nicht erin­nern, antwortet er ausweichend.»

Der Ober­feld­webel bei der Bun­deswehr ist ein Hans­dampf in allen Gassen der AfD. Er ist Frak­tionsvor­sitzen­der im Kreistag, sitzt im Kreisvor­stand und ist im Lan­desvor­stand der Jun­gen Alter­na­tive (JA). Außer­dem ist er För­der­mit­glied bei “Ein Prozent“, einem 2015 gegrün­de­ten recht­en Kam­pag­nen­pro­jekt, das vom Ver­fas­sungss­chutz als Ver­dachts­fall eingestuft ist. Die Kreisver­bände Uck­er­mark und Barn­im haben Hannes Gnauck im ver­gan­genen Monat zum Direk­tkan­di­dat­en für die Bun­destagswahl im Herb­st nominiert. Außer­dem ist er Spitzenkan­di­dat der JA für die AfD-Lan­desliste zur Bundestagswahl.

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