1. Februar 2022 · Quelle: gegenrede.info

Polizistin aus Versammlung heraus angegriffen

Die FahnenschwenkerInnen an der Bundesstraße 2

Schwedt - Am Sonntagvormittag soll es während einer Protestveranstaltung in Schwedt zu einem Angriff auf eine Polizistin mit einer Fahnenstange gekommen sein. Die regelmäßigen Protestaktionen der Reichsbürgergruppierungen waren bisher friedlich.

Schwedt — Am Son­ntagvor­mit­tag soll es während ein­er Protestver­anstal­tung in Schwedt zu einem Angriff auf eine Polizistin mit ein­er Fah­nen­stange gekom­men sein. Die regelmäßi­gen Protes­tak­tio­nen der Reichs­bürg­er­grup­pierung “ewiger Bund” oder “Bis­marks Erben” waren bish­er friedlich.

Während ein­er Ver­samm­lung am Son­ntagvor­mit­tag kam es durch einen der Teil­nehmer zu einem Angriff auf eine 23-jährige Polizeibeamtin, so eine Polizeis­precherin der Polizei­di­rek­tion Ost. Die Polizei hat­te die Teil­nehmerIn­nen aufge­fordert, sich an die Maskenpflicht zu hal­ten und anschließend begonnen, die began­genen Ver­stöße mit ein­er Kam­era zu dokumentieren.

Dies nahm ein 64-Jähriger Schwedter zum Anlass, die Beamtin anzu­greifen. So ver­suchte der Beschuldigte die Bere­itschaft­spolizistin mit einem Fah­nen­stock zu schla­gen. Den Ein­satzkräften gelang es, den Angriff rechtzeit­ig abzuwehren und den 64-Jähri­gen im Anschluss fes­t­nehmen. Ein beschle­u­nigtes Ver­fahren wegen ver­suchter gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung wurde durch die Staat­san­waltschaft eingeleitet.


screen­shot: ipr

Ewiger Bund”

Die Proteste liefen bish­er immer friedlich ab. Knapp 20 Men­schen stellen sich am Ort­saus­gang Schwedt Rich­tung Anger­münde auf und hal­ten die Flaggen der 25 Grün­dungs­bun- desstaat­en des Deutschen Reich­es in den Wind. Das Ganze immer son­ntags von 10 bis 11 Uhr.

Die Mit­glieder des “ewigen Bund” kom­mu­nizieren unter anderem über die Telegram-Gruppe “Frieden*Freiheit*Sou- veränität”. Dort tauchte gestern auch ein Wort­beitrag des Fah­nen­schwenkers Frank M. auf. Er sprach von zehn Mannschaftswa­gen, ein­er unfass­bar aggres­siv­er Polizei, die ein Exem­pel sta­tu­ieren wollte. Nach Ende der Ver­anstal­tung sei man eingekesselt wor­den, um die Per­son­alien festzustellen. Von einem Angriff mit ein­er Fah­nen­stange sagt er allerd­ings nichts.

Und was schreibt der Verfassungsschutz?

Laut Ver­fas­sungss­chutz existiert die “Reichsbürger”-Gruppierung “Bis­mar­cks Erben”, die auch unter den Namen “Ewiger Bund” und “Preußis­ches Insti­tut” sowie ins­beson­dere in Form ihrer Unteror­gan­i­sa­tion “Vater­ländis­ch­er Hil­fs­di­enst” (VHD) auftritt, seit Som­mer 2018. In den Jahren 2019 und 2020 zeich­nete sie sich durch einen für den Phänomen­bere­ich der “Reichs­bürg­er” und “Selb­stver­wal­ter” ver­hält­nis­mäßig starken Mit­gliederzuwachs aus, welch­er sich zulet­zt aber wieder etwas abgeschwächt hat.

«Die ide­ol­o­gis­che Grun­dan­nahme von “Bis­mar­cks Erben” ist, dass das Deutsche Kaiser­re­ich fortbeste­he und weit­er­hin das legit­ime deutsche Völk­er­rechtssub­jekt darstelle, aber man­gels eigen­er Organe hand­lung­sun­fähig sei. Alle auf die Novem­ber­rev­o­lu­tion im Jahr 1918 fol­gen­den Geset­ze und Regierun­gen wer­den als ille­git­im betra­chtet. Das Ziel der Grup­pierung ist entsprechend dieser Annahme die ver­meintliche “Wieder­her­stel­lung der staatlichen Hand­lungs­fähigkeit” bzw. fak­tisch die Wieder­errich­tung des Kaiser­re­ich­es auf Basis des damals gel­tenden Rechts- und Gebi­ets­stands. Im Zuge dessen sollen auch die Nach­fahren der ehe­ma­li­gen deutschen Fürsten erneut in die Posi­tio­nen ihrer Vor­fahren einge­set­zt wer­den. Dies schließt auch das Ober­haupt des deutschen Adels­geschlechts der Hohen­zollern ein, welch­es erneut als Kaiser inthro­nisiert wer­den soll.»

Ver­fas­sungss­chutz über “Bis­marks Erben”

Beiträge aus der Region

Schwedt — Vor ein­er Woche wartete man am Schwedter Amts­gericht mal wieder verge­blich auf einen Reichsbürger.
Pren­zlau — Ver­gan­genen Don­ner­stag ist vor dem Amts­gericht in Pren­zlau der Ein­spruch ein­er Reichs­bürg­erin gegen einen Straf­be­fehl wegen ver­suchter Nöti­gung ver­wor­fen wor­den. Der Grund: Die 70-jährige Frau war gar nicht erst zur Ver­hand­lung erschienen.
Anger­münde — Knapp vierzig Anhän­gerIn­nen der Nazi-Kle­in­st­partei “Der III. Weg” hat­ten sich am 28. Mai zur soge­nan­nten Adler­wan­derung rund um den Anger­mün­der Wol­let­zsee getrof­fen. Mit von der Par­tie war dies­mal auch die Polizei.

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