8. Mai 2022 · Quelle: Uckermarkkurier

Sie haben uns gelehrt, wie wertvoll Frieden ist”

Prenzlau - Der 8. Mai ist in ganz Deutschland ein Gedenktag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und des Endes des Zweiten Weltkrieges.

Der 8. Mai ist in ganz Deutsch­land ein Gedenk­tag der bedin­gungslosen Kapit­u­la­tion der Wehrma­cht und des Endes des Zweit­en Weltkrieges. In diesem Jahr allerd­ings war es ein schwieriges Gedenken, denn angesichts des Krieges in der Ukraine gab es Bedenken, ob die Befreiung Nazideutsch­lands durch Rus­s­land gefeiert wer­den kann. In Pren­zlau wie auch in Tem­plin oder Schwedt wur­den am Son­ntag Blu­men an den Ehren­mälern der sow­jetis­chen Armee niedergelegt und an die Schreck­en des Zweit­en Weltkriegs mit seinen über 60 Mil­lio­nen Toten, den vie­len Mil­lio­nen Flüchtlin­gen und Ver­triebe­nen und mit den über sechs Mil­lio­nen in den Konzen­tra­tionslagern der Nazion­al­sozial­is­ten umgekomme­nen Juden erinnert.

Wir soll­ten auch weit­er­hin an unseren Gedenk­ta­gen für den Frieden fes­thal­ten und uns den 8. Mai nicht weg­nehmen lassen von denen, die ihn in eine plumpe Sieges­feier ver­wan­deln wollen, um damit eigene Mach­tansprüche zu legit­imieren”, betonte Ludger Melters (CDU), Vor­sitzen­der der Stadtverord­neten­ver­samm­lung, der die “Worte des Gedenkens und der Hoff­nung” im Stadt­park sprach. Damit bezog er sich auf die Sieges­feiern am 9.  Mai, mit denen Rus­s­land und die meis­ten anderen Nach­folges­taat­en der Sow­je­tu­nion das Ende des Zweit­en Weltkriegs in Europa bege­hen. An diesen bei­den Tagen prallen zwei Lesarten der Geschichte aufeinan­der. “Ich weiß nicht, wie diese bei­den Wel­ten in Europa wieder zusam­menge­führt wer­den kön­nen”, so Melters. Zugle­ich erin­nerte er in sein­er Rede an die vie­len Kriege auf deutschem Boden und von Deutsch­land aus. “Sie haben uns gelehrt, wie wertvoll Frieden ist und wie wenig sich Kriege lohnen.”

Weit­ere Namen verewigt

Bere­its im April waren die Namen weit­er­er 79 getöteter Sow­jet­sol­dat­en auf den Gran­it­plat­ten am Ehren­mal verewigt wor­den. Derzeit befind­en sich auf den Tafeln 258 Namen. 354 Sow­jet­bürg­er ließen bei der Befreiung Pren­zlaus ihr Leben. Der Toten zu Ehren wur­den auch die bei­den Feuer­schalen am Ehren­mal ent­facht, die im ver­gan­genen Jahr erst­mals nach 1986 wieder im Ein­satz waren.

Aktion gegen Neofaschismus

Im Anschluss an die Gedenkver­anstal­tung luden Natascha Feld und ihre Mit­stre­it­er von “Umsicht”, einem Aktions­bünd­nis für Sol­i­dar­ität und radikale Vielfalt, zum Innehal­ten und zum Aus­tausch ein. Sie hat­ten zwis­chen den Bäu­men neben dem Ehren­mal unter anderem Tafeln aus der Wan­der­ausstel­lung “Wir hat­ten noch gar nicht ange­fan­gen zu leben” über die Jugend-KZs Morin­gen und Uck­er­mark aufge­hängt. Diese the­ma­tisiert mit Bildern und kurzen Tex­ten auch die Zwangsar­beit der jugendlichen KZ-Häftlinge. Sie woll­ten ein Ange­bot zur Auseinan­der­set­zung mit den Gefahren von Faschis­mus und Krieg unter­bre­it­en und Men­schen sen­si­bil­isieren. Am Nach­mit­tag gab es Rede­beiträge und ein kleines Konz­ert mit dem Lie­der­ma­ch­er Yup­pie Scheuche und seinen Friedensliedern. 

Beiträge aus der Region

Anger­münde — Knapp vierzig Anhän­gerIn­nen der Nazi-Kle­in­st­partei “Der III. Weg” hat­ten sich am 28. Mai zur soge­nan­nten Adler­wan­derung rund um den Anger­mün­der Wol­let­zsee getrof­fen. Mit von der Par­tie war dies­mal auch die Polizei.
Schwedt — In der Fab­rik­straße Ecke Har­lanstraße hat­ten Unbekan­nte einen dort ver­legten Stolper­stein beschädigt. Davon zeugten mehrere Schlag­marken auf der Ober­fläche des Gedenksteins. 
Schwedt — Nach ein­er Attacke mit ein­er Fah­nen­stange auf eine Polizistin in Schwedt hat ein Reichs­bürg­er per Straf­be­fehl sechs Monate Haft erhal­ten. Die Haft­strafe wurde zu drei Jahren auf Bewährung aus­ge­set­zt. Zusät­zlich soll der Mann zahlen.

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