24. Oktober 2020 · Quelle: gegenrede.info

Spur der Gewalt

Prozess mit vielen Anklagepunkten

Prenzlau - Derzeit muss sich ein 20-jähriger Prenzlauer wegen mehrerer Gewalttaten, Bedrohung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor dem Jugendschöffengericht in Prenzlau verantworten.

Pren­zlau — Derzeit muss sich ein 20-jähriger Pren­zlauer wegen mehrerer Gewalt­tat­en, Bedro­hung, Sachbeschädi­gung und Wider­stand gegen Voll­streck­ungs­beamte vor dem Jugend­schöf­fen­gericht in Pren­zlau ver­ant­worten. Ver­gan­genen Fre­itag entsch­ied das Gericht, den jun­gen Mann aus der Unter­suchung­shaft zu ent­lassen in der er seit Ende Juni saß. Heute find­et der dritte Prozesstag statt.

Es beste­he keine Ver­dun­klungs­ge­fahr mehr, so das Gericht am ver­gan­genen Fre­itag. Jor­dan G. soll einen Zeu­gen ein­er Gewalt­tat mehrfach bedro­ht haben. Der hat­te gut zwei Stun­den zuvor mit Trä­nen in den Augen im Gerichtssaal gesessen und seine Aus­sage gemacht. Ein Mann, der zugab, auch jet­zt noch Angst vor dem Angeklagten zu haben.

Der Zeuge hat seine Schuldigkeit getan

Der Lei­densweg von Domenic G. (26) begann am 27. April diesen Jahres. Kurz vor neun Uhr abends hörte er Lärm auf der Straße, schaute aus dem Woh­nungs­fen­ster und beobachtete einen Angriff auf einen bis heute unbekan­nten jun­gen Mann. Beteiligt an der Aktion waren Paul H., Jor­dan G. und möglicher­weise Lukas B. Während Jor­dan G. den jun­gen Mann ange­brüllt haben soll, soll Paul H. zugeschla­gen haben, mit der Faust ins Gesicht. Der Angriff erfol­gte ganze 150 Meter vom Pren­zlauer Polizeire­vi­er entfernt.

Am 9. Juni trafen Domenic G. und Sebas­t­ian S. — bei­de Mit­glieder der Frei­willi­gen Feuer­wehr — auf Jor­dan G., dessen Schwest­er an der soge­nan­nten Babette-Kreuzung nicht weit vom Gebäude der Frei­willi­gen Feuer­wehr ent­fer­nt. Jor­dan G. wirk­te wütend an diesem Abend. Er soll die Bei­den anger­aun­zt haben: “Wenn ihr was auf die Fresse wollt, kommt mit zum roten Net­to.” Da gab es dann später auch wirk­lich was auf die Fresse, aber das war ein anderes Opfer und eine andere Geschichte in diesem Gewalt­spiel des Her­rn G. Erst ein­mal wollte Jor­dan G. auf Sebas­t­ian S. los­ge­hen. Aber Jor­dans Schwest­er ver­hin­derte das. Sie stellte sich zwis­chen die bei­den Män­ner. Das Schla­gen soll dann Paul H. über­nom­men haben. Er soll dem 22-Jähri­gen mehrere Faustschläge ins Gesicht ver­passt haben. Hier zeigt sich ein Muster. Arbeit­steilung, der Eine brüllt der Andere schlägt.

Am Nach­mit­tag des 24. Juni trafen Jor­dan G. auf Domenic G. in der Pren­zlauer Friedrich­straße aufeinan­der. Der 20-Jährige soll Domenic G. bei­seite genom­men und bedro­ht haben: “Wenn ich dafür in den Knast muss, trete ich die Tür ein und hole dich raus. Du Rat­te, du hast mich verp­fif­f­en!” Wie Jor­dan G. an diese Infor­ma­tion gekom­men ist, wurde bish­er im Prozess nicht klar.

Domenic G. ging sofort zur Polzei und zeigte Jor­dan G. an. Dort wurde entsch­ieden, dass Jor­dan G. eine Gefährder­ansprache bekom­men soll.

Am sel­ben Abend  rief Jor­dan G. bei Domenic G. an und bedro­hte ihn erneut: “Du ziehst deine Anzeige zurück, son­st reite ich in deine Bude ein.” Dessen Lebens­ge­fährtin filmte ihn beim Tele­fonieren. Das Tele­fon war auf laut gestellt. Mit dem Video marschierte er zur Polizei und erstat­tete erneut Anzeige. Während Domenic G. im Polizeire­vi­er war, kam draußen auf dem Weg in den Stadt­park der ger­ade Angezeigte am Polizeire­vi­er vor­bei und wurde von den Polizis­ten ent­deckt. Er wurde in das Gebäude gebeten. Man wollte ihm die Gefährder­ansprache schriftlich über­re­ichen. Das Über­re­ichen miss­lang. Jor­dan G. beschimpfte die Polizis­ten als Mut­ter­fick­er, Arschlöch­er, Bul­len­schweine. Er wurde hand­grei­flich, ver­suchte es mit Kopf­stößen, Fußtrit­ten und wan­derte let­z­tendlich in die U‑Haft.

Die Sachbeschädi­gung

Am Abend des 21. April diesen Jahres erhiel­ten Anke und Ramon A. eine War­nung per Tele­fon. Ein Trupp unter der Führung von Jor­dan G. Sei unter­wegs, um Rache zu üben. Sie hät­ten ger­ade bei Mar­co Sch. vor der Woh­nungstür ges­tanden. Den aber nicht angetroffen.

Die Nazis Mar­co Sch., René K. und Ramon A. sollen zwei Tage zuvor dem Angeklagten einen Haus­be­such abges­tat­tet und dabei die Woh­nungstür einge­treten haben. René K. soll mit dem Angeklagten eine Rech­nung offen haben. Genaueres erfährt man im und neben dem Gerichtssaal nicht.

An diesem Abend waren laut Zeu­ge­naus­sagen sieben bis acht Leute mit Machete, Base­ballschläger und Teleskop­schlag­stock unter­wegs, um Ramon A. zu zeigen wo der Ham­mer hängt. Neben Jor­dan G. sollen Lucas H. und Paul H. mit von der Par­tie gewe­sen sein.

Der Trupp kam ins Haus und ver­suchte in die Woh­nung zu gelan­gen. Ramon A. stemmte sich von innen gegen die Tür. Anne A. will die Stimme von Paul H. gehört haben, wie er schrie: “Ramon, du hast meinem Vater die Zähne aus­geschla­gen!” Dann endete der Spuk. Als es hieß, die Polizei rücke an, ergrif­f­en die Angreifer die Flucht.

Die Woh­nungstür war angeschla­gen. Das Schloss war kaputt und Löch­er in der Tür, die von Ham­mer­schlä­gen stam­men kön­nten. Ramon A. sieht sich als Opfer, war er doch bei dem Angriff zwei Tage zuvor gar nicht dabei. Das Ganze wirkt wie eine Auseinan­der­set­zung zwis­chen jung- und altrechter Szene.

Beiträge aus der Region

Pren­zlau — Ein polizeibekan­nter Recht­sex­trem­ist ver­suchte in einem Pren­zlauer Mehrfam­i­lien­haus eine Woh­nungstür einzutreten. Her­beigerufe­nen Polizis­ten zeigte er einen Nazi-Gruß.
Anger­münde — 150 Aus- und Einsteiger*innen pro Tag — das schaf­fen im Land­kreis Uck­er­mark nur wenige Stan­dorte. Den Nahverkehr in der gesamten Uck­er­mark bis 2022 bar­ri­ere­frei zu machen, schätzt der Kreistag als nicht real­isier­bar ein. 
Uckermack/Barnim — Jens Koep­pen, Bun­destagsab­ge­ord­neter der CDU für die Uck­er­mark und den Barn­im, stimmte als ein­er von nur acht Abge­ord­neten aus der CDU/C­SU-Frak­tion gegen den Geset­zen­twurf für das Infektionsschutzgesetz. 

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot