Rassismuskritische Erkundungen

  • Infoveranstaltung
Mittwoch, 06.03. 18:00Haus der NaturHaus der Natur, 34, Lindenstraße, Nördliche Innenstadt, Innenstadt, Potsdam, Brandenburg, 14467, Germany

Der Kampf um gesellschaftliche Ord­nung und die Päd­a­gogik

Vor­trag und Diskus­sion mit Prof. Dr. phil. Paul Mecher­il

In der deutschsprachi­gen Sozial- und Erziehungswis­senschaft der let­zten Jahrzehnte galt „Ras­sis­mus“ lange Zeit nicht als ser­iöse Analy­sekat­e­gorie und die Auseinan­der­set­zung mit gegen­wär­tigem Rassedenken und -fühlen besten­falls als mar­gin­al rel­e­vant. Auch heute noch tun sich trotz der seit Jahrzehn­ten gel­tenden Nor­mal­ität ras­sis­tis­ch­er Gewalt, der Kon­junk­tur von hate speech, trotz der ver­bre­it­et hohen Zus­tim­mung zu ras­sis­tis­chen Fig­uren der Begrün­dung ein­er Gren­zpoli­tik, die Men­schen täglich ster­ben lässt, trotz des NSU-Kom­plex­es etc. pp weite Teile der Sozial- und Erziehungswis­senschaft, aber auch der poli­tis­chen Bil­dung sowie der Schulpäd­a­gogik schw­er, „Rassekon­struk­tion“ als Analy­sekat­e­gorie zu ver­wen­den. Diese Weigerung, „Ras­sis­mus“ als Analy­sekat­e­gorie der Gegen­wart ernst zu nehmen, hat einen Leer­raum bewahrt, der der Wirk­samkeit des Rassedenkens und -füh­lens dien­lich war und ist. Ras­sis­muskri­tik erk­lärt Gewalt gegen natio-eth­no-kul­turell kodierte Andere nicht mit Abstiegser­fahrun­gen und -äng­sten in „der Bevölkerung“, son­dern ver­weist darauf, dass der Umstand, dass Abstiegs- oder Desin­te­gra­tionser­fahrun­gen in diesem Ver­bre­itungs­grad zu ras­sis­tis­chen Hand­lun­gen und Affek­ten führen, selb­st erk­lärungswürdig ist. An das Rassedenken und -fühlen anschließende Muster, in denen Men­schen sich und andere erken­nen, ihre Hand­lun­gen und deren Fol­gen leg­timieren, ist verzweigt über Medi­endiskurse, ökonomis­che Struk­turen, Schul­büch­er, poli­tis­che Ver­laut­barun­gen, famil­iale Nar­ra­tio­nen („Opa war kein Nazi“, Oma auch nicht) und dom­i­nanzkul­turelle Hin­ter­grun­dan­nah­men als gesellschaftliche Nor­mal­ität in der soge­nan­nten Mitte der Gesellschaft wirk­sam. Deshalb ist es möglich, durch Rück­griff auf Rassekon­struk­tio­nen eigene Erfahrun­gen mit einem bes­timmten Sinn zu verse­hen. Dieser Zusam­men­hang soll in einem ersten Schritt im Vor­trag im Rah­men ein­er Analyse der Bedeu­tung von Rassekon­struk­tio­nen in den (mikro-)politischen Auseinan­der­set­zung um gesellschaftliche Ord­nung erläutert wer­den, um zweit­ens über päd­a­gogis­che Imp­lika­tio­nen und Kon­se­quen­zen nachzu­denken

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