Zehn Jahre nach der NSU-Selbstenttarnung — Was bleibt?

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Donnerstag, 28.10. 19:00freiLand 🌐︎Friedrich Engels Straße 22, 14473 Potsdam

Anfang Novem­ber jährt sich die Selb­stent­tar­nung des Nazi-Ter­ror­net­zw­erkes Nation­al­sozial­is­tis­ch­er Unter­grund (NSU) zum zehn­ten Mal. In den Jahren darauf ermit­telte ein Unter­suchungsauss­chuss frap­pierende Ver­strick­un­gen des Staatss­chutzes in die Mord­fälle und mas­sive Behin­derun­gen bei deren Aufk­lärung. Im Juli 2018 endete schließlich der Prozess gegen die weni­gen Angeklagten mit erschreck­end milden Urteilen.

Die offizielle Ver­sion ist die der selb­ständig agieren­den Einzeltäter. Der NSU habe ange­blich nur aus drei Per­so­n­en bestanden – so wie die Mörder von Wal­ter Lübke, die Atten­täter von Halle und Hanau und auch der quer­denk­ende Mörder in Idar-Ober­stein nach offizieller Darstel­lung Einzeltäter ohne poli­tis­chen Rück­halt waren.

Heute, zehn Jahre nach dem Auf­fliegen des NSU, sind die wesentlichen Fra­gen dieses Kom­plex­es nach wie vor unbeant­wortet, der Ver­fas­sungss­chutz geht aus diesem wohl größten Geheim­di­en­st­skan­dal der deutschen Nachkriegs­geschichte völ­lig ungeschoren her­vor und im Land explodiert ras­sis­tis­che und rechte Gewalt – seit Neuestem auch in Form ver­meintlich staatskri­tis­ch­er Ablehnung der Corona-Maßnahmen.

Mit seinem Vor­trag beleuchtet Fritz Burschel rück­blick­end den NSU-Prozess, das Urteil, die Unter­suchungsauss­chüsse, Behör­den­ver­strick­un­gen, gesellschaftlichem Ras­sis­mus und die recht­ster­ror­is­tis­che Gefahr und stellt die Frage nach den immer noch aktuellen Kon­se­quen­zen aus dem Aufar­beitungs-Desaster und der „Kein Schlussstrich”-Kampagne.

Friedrich Burschel ist His­torik­er und Poli­tologe, arbeit­et seit 25 Jahren als Jour­nal­ist und war viele Jahre auch Ref­er­ent zum Schw­er­punkt Neon­azis­mus und Strukturen/Ideologien der Ungle­ich­w­er­tigkeit bei der Akademie für Poli­tis­che Bil­dung der Rosa-Lux­em­burg-Stiftung in Berlin. Er war über 5 Jahre akkred­i­tiert­er Kor­re­spon­dent des nicht-kom­merziellen Lokalsenders Radio Lotte Weimar im NSU-Prozess und ist Mitar­beit­er von NSU-Watch (nsu-watch.info). Seine Audio- und Print­beiträge zum Prozess und zum NSU sind auf der RLS-Home­page zu finden.

Quelle: Polar - potsdam:links.antikapitalistisch.radikaldemokratisch

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