21. Januar 2016 · Quelle: Presseservice

Potsdam?: ??POGIDA?-Marsch abermals verhindert


Weit über tausend Men­schen haben am Mittwochabend wieder gegen einen Auf­marsch der „Pots­damer gegen die Islamisierung des Abend­lan­des“ (POGIDA) protestiert. Die Anhänger_innen des lokalen PEGI­DA-Ablegers hat­ten sich, ähn­lich wie am Mon­tag in der ver­gan­genen Woche, wieder am Bass­in­platz ver­sam­melt. Nach der deut­lichen Abfuhr beim ersten Auf­marschver­such hat­te Anmelder Chris­t­ian Müller Ver­stärkung für seine Ver­samm­lung angekündigt. Mit bis zu 1.000 Teilnehmer_innen, vor allem Hooli­gans zweier Berlin­er Fußball­clubs, wurde zeitweise spekuliert. Tat­säch­lich kamen allerd­ings lediglich 200–250 Per­so­n­en. Diese trat­en, ins­beson­dere der Presse gegenüber, auch deut­lich aggres­siv­er auf, als während der Ver­anstal­tung in der ver­gan­genen Woche. Einige dieser Per­so­n­en kon­nten dabei tat­säch­lich einen für Hooli­ganak­tiv­itäten berüchtigten Ost­ber­lin­er Fußbal­lvere­in zuge­ord­net wer­den. Des Weit­eren zeigten sich einige bekan­nte Einzelper­so­n­en aus neon­azis­tis­chen Zusam­men­hän­gen im Havel­land, in Pots­dam-Mit­tel­mark und Bran­den­burg an der Hav­el. Dabei han­delte es sich u.a. um den Nauen­er NPD Stadtverord­neten Maik Schnei­der sowie einen Aktivis­ten des „drit­ten Weges“ aus der Umge­bung von Werder (Hav­el). Weit­er­hin wur­den Ban­ner NPD-naher „Abendspaziergänge“ aus dem Land­kreis Ober­hav­el gezeigt.
Anmelder löst auf
Eine geord­nete Ver­samm­lung gelang Anmelder Chris­t­ian Müller jedoch nicht. Immer wieder musste er seine Sympathisant_innen, die sich anscheinend lieber mit Gegendemonstrant_innen anle­gen woll­ten oder Pressevertreter_innen abfo­tografierten, zurück auf die Mitte seines Antreteplatzes bewe­gen. Ungeduld und Angriff­s­lustigkeit prägten in dieser Phase die POGI­DA-Ver­samm­lung. Dann formierte sich plöt­zlich, offen­bar ohne Absprache mit dem Anmelder, ein Marsch und hielt auf die zahlre­ich vertre­tenden Gegendemonstrant_innen an der östlichen Flanke des Bass­in­platzes zu. Als Antwort flo­gen einzel­ner Böller und Nebeltöpfe aus den Rei­hen der Protestier_innen. Die Polizei stoppte schließlich den POGI­DA-Marsch nach weni­gen Metern und Anmelder Müller beorderte seine Anhänger_innen zum Antreteplatz zurück. Wenig später löste er die Ver­samm­lung sog­ar auf, da die Polizei, trotz mas­siv­er Ver­stärkung, die Sicher­heit sein­er Ver­anstal­tung nicht mehr gewährleis­ten kon­nte. Denn größere Grup­pen von Gegendemonstrant_innen waren längst im gesamten poten­tiellen Auf­marschge­bi­et von POGIDA präsent. Die für den Marsch strate­gisch wichtige Hum­boldt­brücke wurde zu dem von Antifas block­iert. Dort waren auch zwei aus Ham­burg herange­führte Wasser­w­er­fer präsent.
Schar­mützel nach Auflö­sung
Einige der aufgeputscht­en POGI­DA-Anhänger_in­nen, es mögen unge­fähr 100 gewe­sen sein, woll­ten sich jedoch nicht mit ihrer erneuten Nieder­lage abfind­en. Auf eigene Faust bzw. augen­schein­lich unter der Führung von Maik Schnei­der ver­sucht­en sie vom Bass­in­platz aus, über die Guten­bergstraße, auf ihre angemeldete Route Rich­tung Nauen­er Tor zu gelan­gen. Kurz vor dem Erre­ichen der Friedrich Ebert Straße wur­den sie jedoch von der Polizei gestoppt. Wenig später block­ierten auch Gegendemonstrant_innen die Kreuzung Friedrich Ebert Straße / Guten­bergstraße. Dabei flo­gen wieder auch einzelne Böller Rich­tung POGIDA. An einem Spon­tan­marsch war also nicht mehr zu denken. Die Polizei leit­ete die POGI­DA-Anhänger_in­nen schließlich zurück zum Bass­in­platz. Dort zer­streute sich POGIDA dann endgültig in einzelne, durch die Stadt ziehende Trüp­pchen. Vere­inzelt sucht­en diese dann die Kon­fronta­tion mit Gegendemonstrant_innen. In der Char­lot­ten­straße kam es beispiel­weise zu ein­er Auseinan­der­set­zung zwis­chen ein­er etwa zwanzigköp­fi­gen Grup­pen Neon­azis und Hooli­gans aus Berlin und Bran­den­burg auf der einen Seite und Antifas auf der anderen Seite. Dabei flo­gen aber­mals Böller und Nebeltöpfe. Let­z­tendlich blieb den Neon­azis und Hooli­gans keine andere Möglichkeit als sich wieder Rich­tung Bass­in­platz zurück­zuziehen. Dort wur­den sie dann von der Polizei in Emp­fang genom­men und über die Berlin­er Straße, die Hum­boldt­brücke und Zen­trum-Ost zum Haupt­bahn­hof geleit­et. Dort angekom­men erwarteten sie bere­its wiederum um die 100 protestierende Gegendemonstrant_innen, die seit­ens der Polizeikräfte u.a. mit zwei eiligst her­an­be­orderten Wasser­w­er­fern und einem Räumpanz­er auf Dis­tanz gehal­ten wer­den mussten. Zum Ein­satz kamen die Kampf­maschi­nen jedoch nicht. Die Protestier_innen set­zten auf eine friedliche Men­schen­block­ade der Babels­berg­er Straße.
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