19. April 2016 · Quelle: Presseservice

?Neuruppin?: Bunte Montagsdemo gegen ?AfD?-Kundgebung

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Unter dem Mot­to: “Sol­i­darisch, demokratisch, vielfältig leben – den Sozial­staat gegen AfD-Wild­wuchs vertei­di­gen!” haben am Mon­tagabend unge­fähr 250 Men­schen in Neu­rup­pin gegen eine Kundge­bung der „Alter­na­tive für Deutsch­land“ protestiert. Die recht­spop­ulis­tis­che Partei hat­te zuvor, nach Ver­anstal­tun­gen im Feb­ru­ar und im März, eine dritte Ver­samm­lung auf dem Schulplatz angekündigt gehabt. Diesem Aufruf fol­gten unge­fähr 100 Per­so­n­en aus den bran­den­bur­gis­chen Land­kreisen Ost­prig­nitz-Rup­pin, Prig­nitz und Havel­land – nur unwesentlich mehr als bei den bei­den ver­gan­genen Kundge­bun­gen.
Höcke bei AfD Kundge­bung
Haup­tred­ner der AfD-Ver­samm­lung war der umstrit­tene Frak­tionsvor­sitzende der „Alter­na­tive für Deutsch­land“ im thüringis­chen Land­tag, Björn Höcke. Er gilt als Vertreter extrem Rechter Posi­tio­nen inner­halb sein­er Partei. Während seines Rede­beitrages verzichtete Höcke jedoch weit­ge­hend auf all zu offen rechte State­ments. Er stellte die AfD vielmehr als eine Partei eines ver­meintlichen neuen Typus vor. Aus sein­er Sicht sei sie wed­er „Rechts“ oder  „Links“ zu verord­nen, noch „Oben“ oder „Unten“. Die AfD soll aber kün­ftig auf jeden Fall – und das unmissver­ständlich – eine deutsche Partei sein. Dieser ver­meintlich „neue“ deutsche Parteien­ty­pus, der dann doch eher an bere­its bekan­nte extrem rechte Organ­i­sa­tio­nen erin­nert, will sich, so Höcke, vor allem mit sozialen The­men posi­tion­ieren. Sozial han­deln bedeutet für ihn aber nicht etwa ein stärk­eres Engage­ment für mehr soziale Gerechtigkeit inner­halb der Gesellschaft, son­dern – und hier nähert er sich eben­so extrem recht­en Vere­ini­gun­gen an – in erster Lin­ie eine Sicherung des Wohl­standes vor allem gegen Flüchtlinge durch nationale Abschot­tung.
Bunt und sol­i­darisch
Die Anhänger_innen der­ar­tiger The­sen, zu denen heute wieder der Neu­rup­pin­er NPD Ortsver­band sowie erst­mals auch Vertreter zweier rechter „Bürg­er­bünd­nisse“ aus dem Havel­land gesell­ten, blieben jedoch ein­mal mehr weit­ge­hend unter sich. Die deut­liche Mehrheit in der Stadt scheint hin­ter dem weltof­fe­nen Bünd­nis „Neu­rup­pin bleibt bunt“ zu ste­hen, das sich auch heute wieder mit einem viel­seit­i­gen Pro­gramm mit Musik­ern und Red­nern präsen­tierte. Weit­er­hin waren an der Häusern rund um den Schulplatz mehrere bunte Trans­par­ente ange­bracht wor­den. Höhep­unkt war jedoch das gemein­same Tanzen der Neu­rup­pin­er Bürger_innen mit den in der Stadt unterge­bracht­en Flüchtlin­gen, das gle­ichzeit­ig zu einem State­ment dafür wurde, dass „sozial“ eben auch ohne „nation­al“ geht.
Gauland für näch­ste AfD-Kundge­bung angekündigt
Trotz der momen­tan eher gerin­gen Chan­cen auf poli­tis­chen Erfolg in der Fontanes­tadt will die AfD aber auf weit­ere Ver­samm­lun­gen in Neu­rup­pin nicht verzicht­en. Für den Mon­tag, den 23. Mai 2016, hat­te sie noch am Mon­tagabend die näch­ste Ver­anstal­tung angekündigt. Dann soll der stel­lvertre­tende Parteivor­sitzende Alexan­der Gauland anreisen.
Fotos: hier

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