9. März 2022 · Quelle: Im Namen aller geflüchteten Menschen im Havelland

Behörden bieten institutionellen Rassismus

Prostestbriefe von geflüchteten Frauen im Landkreis Havelland.

Für die Geflüchteten im Havel­land gibt es keine Integration!!
Die Behör­den bieten insti­tu­tionellen Ras­sis­mus statt Geburtsurkunden.

Sehr geehrter Lan­drat Lewandowski,

seit Jahren ist ihr Land­kreis dafür bekan­nt, die Beurkun­dung von Geburten geflüchteter Frauen zu ver­weigern. Ganz beson­ders bet­rifft das schwarze Frauen. Wir haben genug Frauen gese­hen, die unmit­tel­bar vor der Geburt über­stürzt die S‑Bahn nehmen, um in Berlin zu gebären. Herr Lan­drat, Sie haben es „geschafft” durch ihre Behör­den, das Leben von geflüchteten Frauen im Havel­land lahmzulegen.

-> Ohne Geburt­surkunde gibt es für die Müt­ter keine Möglichkeit, ihr Recht auf eine Aufen­thalt­ser­laub­nis zu erlangen.
-> Ohne Geburt­surkunde wird den Kindern der Zugang zur Kita erschw­ert oder gän­zlich versagt.
-> Ohne Kita­platz müssen die Müt­ter ihre Kinder selb­st rund um die Uhr betreuen.
-> Ohne Zeit für Spra­chunter­richt und das fehlende Ange­bot an Deutschunter­richt, ist es nicht­möglich, Deutsch zu lernen.
-> Ohne Deutsch zu kön­nen, ist die Job­suche chancenlos.
-> Ohne Job gibt es keine Möglichkeit, eine eigene Woh­nung zu bezahlen.
Ergeb­nis: Iso­la­tion in den Heimen ohne Zukun­ftsper­spek­tiv­en und Chan­cen der Integration

Das Leben eines jeden Kindes begin­nt mit der Geburt­surkunde! Außer im Havel­land. Nicht alleKinder bekom­men eine Geburt­surkunde. Und warum ist das so?

Ras­sis­mus im Standesamt
Vater­schaft wird angezweifelt­Das Standesamt im Havel­land zweifelt Vater­schaften an. Geflüchtete Frauen wer­den in diesem Amt behan­delt, als ob sie Betrügerin­nen oder Krim­inellewären. Sachbearbeiter:innen nutzen alle ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel, um die Erstel­lung von Geburt­surkun­den zu boykot­tieren. Oft­mals über fünf bis sechs Jahre. Das ist insti­tu­tioneller Ras­sis­mus und ver­hin­dert die Inte­gra­tionge flüchteter Frauen und Kinder.
Wir fordern Vaterschaftsanerkennung. 

Ungek­lärte Iden­tität: Das Standesamt ver­weigert Geburtsnachweise.
Wenn ein Eltern­teil deutsch ist, muss dies mit einem Geburt­sreg­is­ter­auszug des Standesamtes nachgewiesen wer­den. Doch im Havel­land wer­den Geburten unzure­ichend reg­istri­ert. Der Name des deutschen Vaters wird absichtlich nicht genan­nt und daher kön­nen die Frauen keine­nAnspruch auf einen Aufen­thalt­sti­tel erheben. Wir fordern, dass die Kinder vor Schlechter­stel­lung geschützt sind.

Ras­sis­mus in der Ausländerbehörde
Wenn die Kinder nach Jahren eine Geburt­surkunde erhal­ten, geht die Schikane und der Ras­sis­mus seit­ens der Aus­län­der­be­hörde weiter.

Echtheit der Pässe wird angezweifelt
Obwohl die Frauen mit in Deutsch­land aus­gestell­ten Pässen ihren Aufen­thalt­sti­tel beantra­gen, wird im Havel­land dessen Echtheit angezweifelt. Weit­er­hin gibt es ein mas­sives Prob­lem mit der Bear­beitungszeit: Die Aus­län­der­be­hörde verzögert die Prü­fung der Doku­mente über Jahre hinaus!

Herr Lan­drat haben Sie ihre Behörde unter Kontrolle?

Aus­län­der­be­hörde mis­straut Vater
Die Aus­län­der­be­hörde zweifelt die Vater­schaft an und fordert eine DNA-Analyse, wenn das Standesamt es nicht schon getan hat. Das ist eine Krim­i­nal­isierung der Asyl­suchen­den. Wir fordern Vaterschaftsanerkennung. 

Fol­gen: Behör­den ver­weigern Inte­gra­tion von Schutzsuchenden
Diskri­m­inierung von Kindern.

Wegen der fehlen­den Geburt­surkun­den, wird den Kindern ihre Bil­dung verwehrt:
Viele Kinder, die hier geboren sind, sehen anderen Kindern zu, wie sie täglich in die Kita gehen und bleiben hin­ter den Zäunen des Heims zurück. Kein Kinder­garten -> Keine Sprache -> Keine Chan­cen­gle­ich­heit -> Keine Zukun­ft. Wir fordern die Ein­hal­tung der UN Kinder­rechte: Bil­dung für alle Kinder!

Kita-Zugang in Nauen
In Nauen fra­gen geflüchtete Frauen verge­blich nach einem Kita­platz. Warum wer­den sieabgewiesen? Etwa weil sie Asyl­suchende sind? Das ist kein Grund. Es sind doch Kita­plätze frei!

Spra­chunter­richt
Wir sehen im Havel­land keinen Willen, geflüchtete Fam­i­lien zu inte­gri­eren. Ein einfacher,kostenloser Zugang zu Spra­chunter­richt wird nicht ermöglicht. Viele Frauen leben in den Unterkün­ften über 4,5,6 Jahre, ohne einen Tag Spra­chunter­richt bekom­men zu haben.

Lan­drat Lewandows­ki, dafür gibt es keine Entschuldigung!
Egal welchen Sta­tus die Frau hat, sie sollte Spra­chunter­richt nehmen können.
Bieten Sie doch Mut­ter-Kind Spra­chunter­richt an!

Wenn Sie Men­schen durch die Ver­weigerung von Inte­gra­tionsstruk­turen an den Rand der Gesellschaft drän­gen, schadet das nicht nur dem Havel­land, son­dern der gesamten Gesellschaft.

Stop­pen Sie diese Marginalisierung*!

Kein Deutsch -> Keine Sprache -> Keine Arbeit -> Keine Woh­nung -> Keine Teilhabe
Woh­nun­gen statt Sammelunterkünfte.

Herr Lewandows­ki, wann haben Sie das let­zte mal die Sam­melun­terkun­ft in Nauen besucht? Dort krabbeln die Kak­er­lak­en über­all rum, sie beißen und gefährden die Gesund­heit der Bewohner:innen. Das ist beschä­mend für Deutschland.
Die Unter­bringung in Sam­melun­terkün­ften ist inte­gra­tions­feindlich und macht Men­schen krank.

Daher fordern wir, dass alle Men­schen – auch geflüchtete Bürger:innen in Havel­land – die Möglichkeit haben, in eine Woh­nung zu ziehen, mit Nach­barschaft und sozialer Infra­struk­tur. Wir haben ein Recht auf ein men­schen­würdi­ges Leben!

Faz­it
Wir ken­nen unsere Men­schen­rechte. Wir wis­sen, wie Men­schen in ein­er demokratis­chen Gesellschaft behan­delt wer­den soll­ten. Wir wollen in ein­er Gesellschaft leben, die allen Men­schen die gle­ichen Möglichkeit­en gibt. Wir sind keine Bittsteller:innen. Wir stellen dar, wie ihre Behör­den diese Grund­sätze der Chan­cen­gle­ich­heit und Demokratie verletzen.

Sehr geehrter Lan­drat, Sie kön­nen das ändern. Weisen Sie ihre Behör­den an, Geflüchtete wie Men­schen zu behan­deln. Wir ken­nen das Lan­desrecht, darum wis­sen wir, dass Sie mehr Mit­tel zur Ver­fü­gung haben!

Die Angestell­ten der genan­nten Behör­den erfreuen sich an ihrer Macht­po­si­tion und diskri­m­inieren und unter­drück­en Geflüchtete. Sie wer­den von den Behör­den am unter­sten Rand der Gesellschaft gehalten.

Herr Lewandowk­si reichen Sie den geflüchteten Men­schen ihre Hand, indem Sie den Kindern Geburt­surkun­den und Kita­plätze, den Müt­tern Spra­chunter­richt und Woh­nun­gen geben. 

Wal­ten Sie Kraft ihres Amtes.

Mit fre­undlichen Grüßen
Im Namen aller geflüchteten Men­schen im Havelland
Refugees Emancipation
Seebrücke
Pangea Projekt
Cos­mopoli­tan Youth
Women in exile

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