22. März 2004 · Quelle: MAZ

Leben ohne Gewalt

ORANIENBURG “Zum Glück sind wir alle ver­schieden.” Eine junge Frau hatte
sich bei der ver­reg­neten Demon­stra­tion in Oranien­burg diesen Spruch an ihren
Anorak geheftet. Etwa 100 Men­schen nah­men am Sonnabend an der Demonstration
teil, zu der das “Forum gegen Ras­sis­mus und rechte Gewalt” im Vor­feld des
gestri­gen Anti­ras­sis­mustages aufgerufen hatte. 

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Begleit­et von einem Großaufge­bot der Polizei führte der Zug von der
Gedenkstätte Sach­sen­hausen über den Bahn­hof zur Havel­straße, wo am
Gedenkstein für die Opfer der Reich­skristall­nacht die Abschlusskundgebung
stattfand. 

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Es war bere­its die achte Demo, zu der das Forum aufgerufen hat­te, dies­mal am
Jahrestag des Beginns des Irakkrieges. Das Mot­to: Für gle­iche Würde und
gle­ich­es Recht, für ein Leben ohne Ras­sis­mus und Gewalt. 

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Vor­wiegend junge Leute waren gekom­men. “Uns verbindet die Abscheu vor der
Gewalt und damit auch vor dem Krieg”, sagte Pas­tor Bern­hard Fricke aus
Mar­witz. Der Mitini­tia­tor der Demo forderte wie auch die anderen Redner
keine Ein­schränkung von Frei­heit­srecht­en und keine weit­ere Ver­schär­fung des
Ausländerrechtes. 

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Oranien­burgs Stadtverord­neten-Vor­sitzende Hilde­gard Busse erin­nerte bei der
Kundge­bung an den Früh­lingsan­fang: “An so einem Tag erhof­fen wir uns
men­schliche Wärme für Ver­fol­gte, Aus­ge­gren­zte und Ander­s­denk­ende.” Busse
sprach von einem “sinnlosen Irakkrieg” und bedank­te sich bei den
Demon­stran­ten, dass sie sich gegen rechte Gewalt und für Frieden einsetzen. 

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“Auch wenn nur wenige gekom­men sind, ist es auch in Oranien­burg wichtig,
sich hier aktiv zu äußern”, sagte Fricke. Natür­lich war auch er wie Minette
von Krosigk vom Forum ent­täuscht über die Res­o­nanz auf die Demo. “Die
Mitver­ant­wor­tung für die anderen scheint weit­er ver­loren zu gehen. Und die
Sorge um die eige­nen Prob­leme tritt in den Vorder­grund”, ver­suchte von
Krosigk die geringe Teil­nehmerzahl zu erklären. 

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Auch um dage­gen einzutreten bietet das Forum in dieser Woche zwei weitere
Ver­anstal­tun­gen an. Am Fre­itag wird im Oranien­burg­er Regine-Hildebrandt-Haus
ab 19 Uhr der Film “Das falsche Wort. Wiedergut­machung an den Sinti?”
gezeigt. Die Fil­mau­torin wird an dem Abend anwe­send sein. Das traditionelle
“Rock-gegen Rechts-Konz­ert” geht am Sonnabend ab 20 Uhr im Lehnitzer
Kul­turhaus über die Bühne. Einen Vorgeschmack darauf lieferte am Sonnabend
während der Abschlusskundge­bung schon ein­mal die Müh­len­beck­er Band
“Dog­ma­tiz” mit ihrem Auftritt.

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