10. März 2016 · Quelle: Presseservice

Potsdam?: Proteste gegen Pogida-Miniaufmarsch im Zentrum

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An einem Auf­marsch der recht­en POGI­DA-Bewe­gung in Pots­dam haben sich am Mittwochabend unge­fähr 60 Per­so­n­en aus Berlin, Bran­den­burg und Sach­sen beteiligt. Es war die achte Ver­samm­lung dieser Art in der Bran­den­burg­er Lan­deshaupt­stadt. Die Achte, die nur durch ein enormes Polizeiaufge­bot aus mehreren Bun­deslän­dern und mit schw­erem tech­nis­chem Gerät, darunter zwei Wasser­w­er­fern, gegen den Willen der meis­ten Potsdamer_innen durchge­set­zt wurde. Ins­ge­samt beteiligten sich unge­fähr 650–700 Men­schen an den Protesten gegen den POGIDA Marsch. Unge­fähr 300 Gegendemonstrant_innen hat­ten sich am Lust­garten ver­sam­melt, 200 fol­gten ein­er Demon­stra­tion aus Babels­berg und 150–200 noch ein­mal spon­tan auf der Lan­gen Brücke. POGIDA hat­te sich indes am Nordein­gang des Pots­damer Haupt­bahn­hofes ver­sam­melt. Ihren Punkt für die Auf­tak­tkundge­bung mussten die Organ­isatoren dieser Ver­anstal­tung aber wieder um 50–100m ver­legen, da Unbekan­nte an zwei Fahrrädern im Ein­gangs­bere­ich des Bahn­hofes Kisten befes­tigt hat­ten, in denen ohren­betäuben­der Lärm erzeugt wurde. Nochmals wurde offen­sichtlich das POGIDA in Pots­dam offen­bar uner­wün­scht ist. Trotz mehrerer vor­ma­liger Ankündi­gun­gen sah Ver­samm­lungsleit­er Chris­t­ian Müller, u.a. auch während der Auf­tak­tkundge­bung, anscheinend keinen Grund seine Ver­anstal­tungsrei­he abzubrechen. Er hätte sich mit ähn­lich gesin­nten Ini­tia­tiv­en aus anderen Städten berat­en. Diese hät­ten ihn zur Fort­set­zung sein­er Aktiv­itäten in Pots­dam ger­at­en, zumin­d­est so lange bis ein für ihn entsprechen­der Ersatz gefun­den ist. Nach der kurzen Auf­tak­tkundge­bung, bei der auch ein Herr aus Dres­den zu Wort kam, zog POGIDA dann zum Film­mu­se­um. Dort sprach Müller erneut, eben­so wie Sebas­tiano Graziani. Als Front­ban­ner von POGIDA diente dies­mal übri­gens ein Stoff-Stück auf dem mit großen Buch­staben: „Wir sind keine Nazis“ zu lesen war. Dies mag inhaltlich für einige „besorgten Bürger_innen“ auf der Ver­samm­lung zu tre­f­fen, aber eben nicht für einen größeren Teil der Mitläufer_innen. Tat­säch­lich ist näm­lich zu beobacht­en das einige Kad­er der „Freien Kräften Neu­rup­pin / Osthavel­land“ sowie der lange Zeit inak­tiv­en neon­azis­tis­chen „Alter­na­tive Jugend Pots­dam“ immer öfter anlässlich der POGIDA Märsche in Erschei­n­ung treten. Ihnen ist auch das Ban­ner: „Asyl­hütte in Pots­dam? Kannste knick­en“ mit dem markan­ten Slo­gan: „Wohn­raum zuerst für Deutsche“ zuzuord­nen.
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