15. Juni 2004 · Quelle: Opferperspektive

Punks von Rechtsradikalen auf Dorffest in Uckermark angegriffen

Eine Gruppe von Punks wurde am Sonnabend auf einem Dorffest in Fli­eth-Stegelitz (UM) von mehreren Recht­sradikalen ange­grif­f­en. Die Polizei ver­weigerte die Anzeige­nauf­nahme und beschuldigte die Opfer. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Roc­co P. (18) von Recht­sradikalen ange­grif­f­en wurde. Als äußer­lich auf­fäl­liger Punk traf es ihn vier Mal in einem Jahr in der Uck­er­mark, zulet­zt in seinem Heimat­dorf Fli­eth-Stegelitz am ver­gan­genen Sonnabend. Roc­co wollte gegen 23 Uhr mit neun Fre­un­den, darunter andere Punks, das alljährliche Dorffest
besuchen. Schon bei ihrer Ankun­ft wur­den sie von zwei Recht­sradikalen als “Abschaum” beschimpf. “Wir schnei­den dir den Rock ab”, schrieen die Recht­en, die von einem Dutzend Gesin­nungsgenossen Ver­stärkung erhiel­ten. Dann fie­len die Recht­en über mehrere der Punks her. Ein 16-Jähriger wurde auf den Boden gestoßen und ins Gesicht geschlagen.
Ein ander­er wurde zu Boden gewor­fen, drei Recht­sradikale trat­en auf ihn ein. Roc­co griff ein und wehrte die Angreifer ab. Den Punks gelang es zu fliehen, ver­fol­gt mit Stein- und Flaschen­wür­fen. Auf der Flucht wurde einem weit­eren Jugendlichen in die Nieren getreten, ein anderer
in den Rück­en geschlagen. 

Die her­beigerufene Polizei, statt sich um die Opfer zu küm­mern und die Tatverdächti­gen zu kon­trol­lieren, habe die Opfer belehrt: “Über­all wo ihr seid, gibts Ärg­er, ob in Lychen oder ander­swo. Ihr werdet schon nicht unschuldig sein. Ohne nichts tun die euch auch nichts.” Dann
seien die Jugendlichen zu Alko­holkon­trollen genötigt wor­den. Bei den tatverdächti­gen Recht­sradikalen habe die Polizei auf solche Kon­trollen wie auch auf eine Per­son­alien­fest­stel­lung verzichtet. Eben­so seien die Anzeigen der Geschädigten nicht aufgenom­men wor­den. Ein­er der recht­sradikalen Schläger habe seinen Onkel unter den Polizeibeamten begrüßt. Während­dessen beschimpften die Recht­en die Punks als “Zeck­en”
und dro­ht­en mit weit­er­er Gewalt. 

Kay Wen­del vom Vere­in Opfer­per­spek­tive merkt dazu an: “Wir fordern eine umge­hende Aufk­lärung des Polizeiver­hal­tens und eine Entschuldigung der Polizei bei den Opfern. Es kann nicht ange­hen, dass Opfer wie Beschuldigte behan­delt wer­den und die Täter unbe­hel­ligt bleiben. Ein solch­es Polizeiver­hal­ten leis­tet recht­en Schlägern Vorschub und unter­gräbt das Ver­trauen der Opfer in die Polizei.” 

Opfer­per­spek­tive e.V.

www.opferperspektive.de

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