16. Januar 2013 · Quelle: Antifa Westbrandenburg

Wittstock/Dosse hat ein massives Neonazi-Problem!

Antifaschistischer Stadtrundgang am 2. Februar

Antifaschis­tis­ch­er Stadtrundgang

Sam­stag, 2. Feb­ru­ar

13 Uhr

Bahn­hofsvor­platz Wittstock/Dosse

Seit nun mit­tler­weile 20 Jahren sind (Neo)nazis in Witt­stock aktiv, welch­es Ziel sie dabei ver­fol­gen zeigt ein Zitat lokaler (Neo)nazis aus dem Jahre 1992: „Wir müssen Freiräume schaf­fen, in denen wir fak­tisch Macht ausüben, in denen wir sank­tions­fähig sind, d.h. bestrafen [kön­nen]. […]Befre­ite Zonen sind[…]Rückzugsgebiete für die Nation­al­is­ten Deutschlands.[…]Es reichen zehn oder zwölf Rev­o­lu­tionäre und WIR bes­tim­men, was aus mil­i­tan­ter Sicht in ein­er Stadt ist und was nicht.“

Dass die Neon­azis, um ihren Hege­mo­ni­alanspruch durchzuset­zen, nicht vor Mord zurückschreck­en, zeigte sich zehn Jahre später. Am 04. Mai 2002 wurde Kajrat Batesov und sein Fre­und von mehreren Män­nern ange­grif­f­en. Diese woll­ten „ihr Revi­er“ gegen „Fremde“ und „Russen“ vertei­di­gen. Kajrat war ein Rus­s­land­deutsch­er. Als die bei­den Opfer schw­erver­let­zt am Boden lagen, warf ein­er der Täter einen 18 kg schw­eren Fin­d­ling auf Kajrat, er ver­starb daraufhin am 23. Mai 2002 an seinen schw­eren Ver­let­zun­gen. Dieser Mord war der trau­rige Höhep­unkt eine Welle der Gewalt Anfang der 2000er. Im Zuge dieser kam es zu zahlre­ichen Über­grif­f­en auf Geschäfte von Migrant_innen, auf Tourist_innen und auf rus­sis­che Spätaussiedler_innen.

Im Gegen­satz zu anderen Städten, in denen Morde mit (neo)nazistischen Hin­ter­grund geschehen sind, wird es in Witt­stock nicht ruhiger, son­dern nimmt die Gewalt weit­er zu.

Seit dem Jahre 2011 find­et sich nun eine neue (neo)nazistische Struk­tur in der Stadt, die soge­nan­nten „Freien Kräfte Ost“. Hier­bei han­delt es sich um poli­tisierte Jugendliche und junge Erwach­sene, welche nicht nur aus Witt­stock, son­dern auch aus der Alt­mark und dem Raum Waren/Müritz stam­men. Bei den jün­geren Aktivis­ten han­delt es sich zumeist um Per­so­n­en aus dem sub­kul­turellen recht­en Milieu — bei den älteren um Führungskad­er, die schon seit Jahren, teil­weise sog­ar seit Jahrzehn­ten, in der Szene aktiv sind.

Die Mit­glieder der „Freien Kräfte Ost“ zeich­nen sich durch beson­dere Bru­tal­ität gegenüber Men­schen aus, die nicht in ihr (neo)nazistisches Welt­bild passen und zu diesen zählen neben Antifaschist_innen und Migrant_innen auch Per­so­n­en, die sich gegen (Neo)nazis engagieren. So grif­f­en lokale (Neo)nazis im April des ver­gan­genen Jahres einen Schüler viet­name­sis­ch­er Herkun­ft an oder ran­dalierten im Novem­ber 2012 im „Haus der Begeg­nung“. Dort wur­den nicht nur Teilnehmer_innen des Jugend­gottes­di­en­stes son­dern auch der Predi­ger bedro­ht und beschimpft Aber nicht nur in Witt­stock sind die „Freien Kräfte Ost“ aktiv, son­dern auch in der Nach­barstadt Neu­rup­pin. So attack­ieren drei Witt­stock­er (Neo)nazis Mit­glieder des lokalen Jugend­wohn­pro­jek­ts „Mit­ten­drin“. Bei der Auseinan­der­set­zung zog ein­er der Angreifer ein Mess­er. Mit diesem Ver­hal­ten knüpfen sie naht­los an die Aus­sagen von 1992 an.

Die Gruppe der „Freien Kräfte Ost“ zeich­net sich jedoch nicht nur durch Gewalt- son­dern auch durch zahlre­iche Pro­pa­gan­dade­lik­te aus. So kleben hun­derte Stick­er mit (neo)nazistischen Inhal­ten im gesamten Stadt­ge­bi­et.

Weil wir als lokale und über­re­gionale Antifaschist_innen nicht weit­er zuse­hen wollen, wie die Witt­stock­er (Neo)nazis die Straßen in der Kle­in­stadt dominieren und weit­er erstarken, wer­den wir am 02. Feb­ru­ar 2013 einen „Antifaschis­tis­chen Stadtspazier­gang“ durch­führen. Im Rah­men dessen wer­den wir (neo)nazistische Pro­pa­gan­da ent­fer­nen und den (Neo)nazis die Straße stre­it­ig machen. Diese Aktion wird nur der Anfang sein, denn in naher Zukun­ft gilt es lokale Antifaschist_innen und engagierte Bürger_innen weit­er zu unter­stützen, Infor­ma­tionsver­anstal­tun­gen in Schulen und Jugend­clubs durchzuführen und dadurch den (Neo)nazis ihren Hege­mo­ni­alanspruch stre­it­ig zu machen.

In diesem Sinne:
Gemein­sam han­deln, gemein­sam kämpfen!

Antifa West­bran­den­burg

 

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