8. März 2016 · Quelle: Flüchtlingsrat Brandenburg

Zum internationalen Frauentag fordern wir gemeinsam mit Flüchtlingsfrauen: Frauen und Kinder raus aus den Heimen, Lagern und Massenunterkünften

Gemeinsame Presseerklärung von Frauen der Initiative Women in Exile, des Flüchtlingsrats Brandenburg sowie der geflüchteten Frauen der Gemeinschaftsunterkunft in Hennigsdorf

Zum inter­na­tionalen Frauen­tag fordern wir gemein­sam mit den Flüchtlings­frauen: Frauen und Kinder raus aus den Heimen, Lagern und Massenunterkünften*
Wir fordern die Unter­bringung von geflüchteten Frauen in Woh­nun­gen, um ihren Schutz sowie den Schutz ihrer Kinder zu gewährleisten.
Die Frauen, die in den lagerähn­lichen Unterkün­ften in Stolpe-Süd unterge­bracht sind, sehen sich ständig mit sex­ueller Beläs­ti­gung, Alko­holis­mus, Aggres­sio­nen und Dro­hun­gen durch andere männliche
Mit­be­wohn­er kon­fron­tiert. „Solche Über­griffe passieren auch auf deutschen Straßen und ins­beson­dere in deutschen Haushal­ten. Aber in ein­er Sam­melun­terkun­ft, die eine Zwangswohn­form ist, treten sie
konzen­tri­ert­er und ver­mehrt auf. Denn dort haben Men­schen kaum Rück­zugsmöglichkeit­en und sind häu­fig extremen All­t­agssi­t­u­a­tio­nen, Enge und Stress aus­ge­set­zt“, bericht­en Mit­glieder der Ini­tia­tive Women in Exile. Darüber hin­aus kri­tisieren die Frauen (die Bedro­hung durch das Sicher­heitsper­son­al und) die ständi­ge Kon­trolle ihrer An- und Abwe­sen­heit in den Heimen, durch die sie ein Leben wie auf der Abschieber­ampe führen.
Trotz Anzeigen­er­stat­tung und Hil­fege­such bei Wach­per­son­al und Sozialarbeiter_innen gibt es bish­er kein Konzept zum Schutz von Frauen und Kindern in den Gemein­schaft­sun­terkün­ften. Betrof­fene Frauen fühlen sich nicht aus­re­ichend vor den Tätern geschützt, sodass den Schritt zur Polizei in Zukun­ft nur wenige wagen wer­den. Die europäis­che Richtlin­ie zur Unter­bringung von beson­ders schutzbedürfti­gen Flüchtlin­gen und die Kinderkon­ven­tio­nen der UNO sind in der BRD als Gesetz anerkan­nt. Doch auf den Appell von Frauen aus den Gemein­schaft­sun­terkün­ften sowie der
Ini­tia­tive Willkom­men in Ober­hav­el an die Kreisver­wal­tung, für eine Unter­bringung in abgeschlosse­nen Woh­nun­gen, ist diese nicht ein­mal bere­it, sich auf einen Kom­pro­miss in Form ein­er Unter­bringung in einem geson­derten Haus für Frauen auf dem Gelände in Stolpe-Süd einzu­lassen. Die Argu­men­ta­tion, nach der die wohn­liche „Durch­mis­chung“ in den Heimen „beruhi­gend und aus­gle­ichend“ auf die Män­ner ein­wirke, ist angesichts der Real­ität zynisch und geht nur zu Las­ten der Frauen.
Heute möcht­en wir im Rah­men des Frauen­früh­stücks im Nach­barschaft­str­e­ff in Stolpe-Süd anlässlich des Welt­frauen­tags unsere Sol­i­dar­ität mit den Flüchtlings­frauen aus­drück­en. Die Logik der Ver­wal­tung, Frauen in den Gemein­schaft­sun­terkün­ften als Puffer zwis­chen Män­nern zu platzieren, zeigt, wie wenig Frauen­recht­en Beach­tung geschenkt wird.
*Gemein­sam fordern wir von den Ver­ant­wortlichen in Stadt und Land und in den städtis­chen Woh­nungs­bauge­sellschaften die Bere­it­stel­lung von bezahlbarem Wohn­raum und den (Wieder)einstieg in den Bau von Sozial­woh­nun­gen. Auch in Hen­nigs­dorf fehlt es an preiswerten Woh­nun­gen. *Von der man­gel­haften Ver­sorgung mit bezahlbarem Wohn­raum sind wir alle betroffen.
Wir unter­stützen die Forderun­gen der Flüchtlings­frauen sowie der Ini­tia­tive Women in Exile, die im Rah­men ein­er Tour zu ver­schiede­nen Asyl­heimen einen Halt beim Hen­nigs­dor­fer Frauen­früh­stück ein­legten: Frauen und Kinder müssen raus aus den Lagern und benöti­gen zu ihrem Schutz dezen­trale, zen­trum­sna­he Unter­bringung in Wohnungen.

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