10. März 2002 · Quelle: Zwei Dagewesene

300 Menschen bei Antifademo in Frankfurt/Oder

Für die Frei­heit, für das Leben – Nazis von der Straße fegen!” am 08.03. in Frank­furt (Oder)

Am Abend des 8. März 02 haben im Zen­trum von Frank­furt (Oder) 300 Men­schen bunt und laut­stark gegen Nazis demon­stri­ert.

Die Anzahl der Teil­nehmerIn­nen ist unter gegen­wär­ti­gen Umstän­den aus unser­er Sicht schon beachtlich. Beson­ders erfreut hat uns, dass sehr viele Jugendliche ver­schieden­er kul­tureller Spek­tren ihren Unmut auf der Straße kund­getan haben. Bis in die Nacht hinein wurde bei Musik, Bauch­tanz und Dia­boloshow alter­na­tive Kul­tur in die Stadt getra­gen.
Für den Ver­lauf der Demon­stra­tion war es pos­i­tiv, dass sich die Bullen zurück­hiel­ten, so dass wir rel­a­tiv selb­st­bes­timmt han­deln kon­nten. Allerd­ings kon­nten es die Bullen mal wieder nicht unter­lassen, Antifas zu fil­men und zu observieren.

Nazis haben unter dem Schutz der Polizei ver­sucht, die Demon­stran­tInnen zu provozieren, was für einen von ihnen mit ein­er Platzwunde endete.

Die Demon­stra­tion hat gezeigt, dass die Selb­stor­gan­i­sa­tion und Sol­i­dar­ität junger Men­schen es möglich machen, die Nazis zu stop­pen, den Raum, den sie “nation­al befreien” wollen, stre­it­ig zu machen und sich die Straßen mit vielfältiger Wider­stand­skul­tur zu nehmen.
Auf der anderen Seite hängt der All­t­ag in Frank­furt von mehr ab und ist mit ein­er Demon­stra­tion alleine nicht verän­dert. Wir brauchen da einen län­geren Atem, müssen For­men find­en, die Nazis zu vertreiben und länger­fristig zurück­zu­drän­gen. Dazu braucht es vor allem Entschlossen­heit, Phan­tasie und Spon­tan­ität.

Großer Dank auch noch ein­mal für die Unter­stützung aus der Region. Unsere Ver­net­zung ist ger­ade heute sehr wichtig, und wo sie funk­tion­iert, gibt das natür­lich auch Mut.

“Wieder mehr Selb­st­be­wußt­sein”

Ich kann gar nicht genau ein­schätzen, wie viele da waren, aber für Frank­furt waren es ziem­lich viele. Und unser Aufruf hat funk­tion­iert: aus allen Grup­pen war so ziem­lich jemand da. Auch aus anderen Städten kamen Leute, so zum Beispiel aus Königs Wuster­hausen und aus ein­er Ost­ber­lin­er Antifa-Gruppe. Als wir uns dann in Bewe­gung geset­zt hat­ten, mussten wir fest­stellen, dass die Polizei genehmigt hat­te, dass irgendwelche Nazis uns fil­men. Und am Oder­turm standen sie dann auch schon und guck­ten zu, was einige Leute ziem­lich wütend machte und es zu ein­er kurzen, aber nicht schlim­men Auseinan­der­set­zung kam. Danach ging alles friedlich weit­er, es wur­den Reden gehal­ten, getanzt, eine Feuer­dia­boloshow und auch eine Bauch­tan­za­uf­führung wur­den gezeigt.

Das einzige, was die Stim­mung ein wenig trübte war die Ankündi­gung der Nazis, sie wür­den richtig Stress machen, und so bat der Ver­anstal­ter mehrmals nur in größeren Grup­pen nach Hause zu gehen. Aber an sich war es ein sehr lohnend und es hat auch wieder Selb­st­be­wusst­sein gegeben, wenn man gese­hen hat, wie viele Leute sich beteiligt haben.

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