17. Februar 2003 · Quelle: Aktion Rot / Kampagne gegen Wehrpflicht / MOZ

450 Menschen bei Anti-Kriegs Demo in Bernau

(Aktion Rot) Am 15.02.03 fand in Bernau eine Demo gegen den dro­hen­den Irakkrieg statt. Der Beginn war für 10:30 Uhr ange­set­zt, um danach noch zur Gross­demon­stra­tion in Berlin fahren zu kön­nen. Es riefen eine Rei­he Bernauer Grup­pen zu dieser Demo auf und so kam es, dass sich auch vor dem offiziellen
Beginn schon eine grosse Gruppe von Men­schen auf dem Bahn­hofsvor­platz ansam­melte. Die Demo begann mit einem Rede­beitrag der DKP, der die “imper­al­is­tis­chen Inter­essen” der USA am Krieg kri­tisierte. Anschließend begann die Demo sich zu bewe­gen und lief die Bre­itschei­d­strasse hin­unter.

Hier fol­gte ein Rede­beitrag der Polit­gruppe AKTION ROT, die im Beitrag auf die Lage des irakischen Volk hin­wies und auch die Sit­u­a­tion der irakischen Flüchtlinge betra­chtete. Danach erre­ichte uns die Nachricht, dass es sich um ca. 400 Demoteil­nehmerIn­nen han­dle. Weit­er­hin ging es über die Weißenseer Strasse, hier gab es noch ein­mal einen Beitrag der AKTION ROT. Der Sprech­er erk­lärte die Posi­tion­ierung der Gruppe zum Krieg und deutete auch noch ein­mal auf eines der Trans­par­ente der Gruppe. Darauf war zu lesen “Hus­seins
Regime stop­pen — Alter­na­tiv­en zum Krieg suchen. Für eine kri­tis­che Linke”.

Ausser­dem erk­lärte er, dass die Gruppe sich einzig und allein mit dem irakischen Volk sol­i­darisiere. Weit­er ging es über die Lohmüh­len­straße zum Deser­teur­denkmal.
Hier gab es einen Rede­beitrag zu diesem Denkmal sowie der all­ge­meinen Folge von einem solchen Krieg, wobei die Sol­dat­en noch ein­mal direkt zum Desertieren aufgerufen wur­den. Danach bewegte sich die Demo zum Mark­t­platz,
wo Schü­lerin­nen und Schüler ein Friedens­gelöb­nis durch­führten. Hier­bei wur­den Men­schen aufgerufen, sich gegen eine Beteili­gung an einem Krieg bzw. ein
Engage­ment in der Bun­deswehr auszus­prechen. Es fand sich eine grosse Gruppe, die daran teil­nah­men und auf die Friedens­fahne gelobten.

Zu diesem Zeit­punkt waren schon 450 Men­schen bei der Demo dabei. Anschließend bewegte sich die Demo zurück zum Bahn­hof, wo es auf dem Vor­platz noch einen Rede­beitrag der
“Kam­pagne gegen Wehrpflicht, Zwangs­di­en­ste und Mil­itär Bernau” gab. In der Rede wurde noch ein­mal verdeut­licht, dass sich auch Deutsch­land an diesem Krieg beteilige und es wurde die vol­lkommene Auflö­sung der Bun­deswehr gefordert. Am
Bahn­hof endete um 11:30 Uhr die Demo zahlre­iche Demoteil­nehmerIn­nen nah­men die Bahn zur Berlin­er Demo.

Zu einem Zwis­chen­fall kam es, als direkt vor der Demo drei Nazis um den Bernauer NPD-Funk­tionär Ricar­do Grass­mann Fly­er verteilen woll­ten. Die Fly­er wur­den
ihnen wegenom­men und sie wur­den aufge­fored­ert, sich zu ver­pis­sen. Das geschah dann auch! Die Fly­er sind von einem “Nationalen Bünd­nis Preußen — In Bran­den­burg”, darauf sind zwei Post­fäch­er und Tele­fon­num­mern in Schwedt und
Bernau angegeben.

Aktion Rot

Am Tag X wird es einen Schü­lerIn­nen­streik und um 18 Uhr eine Kundge­bung auf dem Mark­t­platz in Bernau geben. Aufruf zur Demo hier.

Bernau: 450 Men­schen auf Friedens­demon­stra­tion

Am 15.02.03 fand in Bernau eine Demon­stra­tion gegen den bevorste­hen­den Irak-Krieg statt

(Kam­pagne gegen Wehrpflicht Bernau) 450 Men­schen aus Bernau und Umge­bung fan­den sich am Sam­stag, den 15. Feb­ru­ar am Bahn­hofsvor­platz ein um gemein­sam mit Mil­lio­nen Men­schen auf der ganzen
Welt gegen den bevorste­hen­den Irakkrieg zu demon­stri­eren. Aufgerufen hat­te ein bre­ites Bünd­nis unter­schiedlich­ster Grup­pen, Vere­ine, Kirchge­mein­den und Parteien, unter ihnen die AG Aussiedler, Kon­ti­gent­flüchtlinge und Aus­län­der;
Aktion Rot; Alter­na­tive Jugendliste Bernau; DKP Bernau;
Ehre­namtlichen­tr­e­ff der evan­ge­lis­chen Jugen­dar­beit in Bernau und Umge­bung; Evan­ge­lisch-Freikirch­liche Gemeinde Bernau; Friedensini­tia­tive Bernau; Kam­pagne gegen Wehrpflicht, Zwangs­di­en­ste und Mil­itär Bernau; Panke-Park
Kul­turkon­vent Bernau e.V.; PDS Bernau; Umwelt­gruppe Öko­geist.

Die Demon­stra­tion ver­lief ohne Zwis­chen­fälle, allerd­ings mussten drei Neon­azis von den Demon­stra­tionsteil­nehmerIn­nen ver­trieben wer­den, die ver­sucht­en recht­sex­tremes Pro­pa­gan­da­ma­te­r­i­al zu verteilen. Das Pro­pa­gan­da­ma­te­r­i­al wurde dabei sichergestellt.

Auf ein­er Kundge­bung am Deser­teur­denkmal in der Müh­len­strasse rief Dieter Gadis­chke vom Ini­tia­tivkreis Deser­teur­denkmal die Sol­dat­en zu Ver­weigerung und Deser­tion auf. Auf dem Mark­t­platz gelobten viele Jugendliche sich nie an einem Krieg zu beteili­gen, keine Waf­fen in die Hände zu nehmen und keine Kriegs­di­en­ste zu leis­ten. Vertreter mehrerer Schulen kündigten für den Tag X, an dem Tag an dem der Irakkrieg begin­nt, einen Schü­lerIn­nen­streik an.
Außer­dem wird es an diesem Tag um 18 Uhr auf dem Mark­t­platz eine Kundge­bung geben. Thomas Janosch­ka, von der Kam­pagne gegen Wehrpflicht, Zwangs­di­en­ste und Mil­itär Bernau, forderte den Aus­tritt Deutsch­lands aus der NATO, ein
totales Rüs­tung­sex­portver­bot und die Auflö­sung der Bun­deswehr.

Zahlre­iche Demon­stran­tInnen macht­en sich anschließend gemein­sam nach Berlin auf um sich dort der Großdemon­stra­tion gegen den Irakkrieg anzuschließen.

Im fol­gen­den die Rede von Thomas Janosch­ka
Kam­pagne gegen Wehrpflicht, Zwangs­di­en­ste und Mil­itär Bernau auf der Demo:

Wir demon­stri­eren heute hier um deut­lich zu machen, das wir diesen Krieg nicht wollen. Und mit uns demon­stri­eren heute Mil­lio­nen Men­schen auf der ganzen Welt. Wir sind nicht zu überse­hen, die Mächti­gen müssen uns wahrnehmen, die weltweite Friedens­be­we­gung ist ein ern­stzunehmender poli­tis­ch­er Fak­tor gewor­den.

Aber wir wis­sen nicht, ob wir diesen Krieg noch ver­hin­dern kön­nen, die Regierun­gen der USA und Großbri­tan­niens scheinen wild entschlossen zu sein diesen Krieg zu führen und auch das Regime im Irak scheint nicht wirk­lich
nachgeben zu wollen.

Es ist richtig, das wir trotz­dem alles ver­suchen, um es nicht zu diesem Blut­bad kom­men zu lassen. Doch es wird nicht genü­gen, wenn wir uns auf den heuti­gen Demon­stra­tio­nen aus­ruhen. Es wird weit­ere Aktio­nen geben müssen, weit­ere Demon­stra­tio­nen, es gilt noch mehr Unter­schriften zu sam­meln, lasst uns Trans­par­ente aus den Fen­stern hän­gen. Viele Men­schen bere­it­en sich auf
Block­aden vor Mil­itär­flughäfen und Kaser­nen vor, um direkt in die Kriegs­maschiner­ie einzu­greifen.

Doch wir müssen auch ler­nen, unsere Stimme nicht erst dann zu erheben, wenn die Kriegs­ge­fahr so akut ist wie jet­zt. Die Stim­men des Friedens müssen immer präsent sein und zwar laut­stark, solange bis Kriege und Armeen ein­er dun­klen
Epoche unser­er Ver­gan­gen­heit ange­hören.

Die Bun­desregierung sagt, das sich Deutsch­land nicht direkt an diesem Krieg beteili­gen wird und sie will das auch im UN-Sicher­heit­srat deut­lich machen.

Und das ist gut so, ein erster Erfolg der Friedens­be­we­gung in diesem Land. Aber es hat auch etwas damit zu tun, das dieser Krieg den deutschen Inter­essen wider­spricht.
Trotz­dem wird sich Deutsch­land an diesem Krieg beteili­gen. Deutsche Sol­dat­en ste­hen mit ihren ABC-Spür­panz­ern in Kuwait bere­it und fliegen mit den AWACS-Flugzeu­gen über der Türkei. Deutsche Sol­dat­en übernehmen die Bewachung
der US-Kaser­nen in Deutsch­land und ent­las­ten die US-Stre­itkräfte in Afgan­isthan, damit diese sich voll und ganz auf den Irakkrieg konzen­tri­eren kön­nen. Die Bun­desregierung stellt den Kriegs­maschi­nen den Luftraum zur Ver­fü­gung und erlaubt die Nutzung der US-Kaser­nen für die Vor­bere­itung und Durch­führung des Krieges. Und auf bei­den Seit­en wer­den Waf­fen “made in ger­many” zum Ein­satz kom­men.

Und wir soll­ten uns auch im klaren darüber sein, das die kri­tis­che Posi­tion der Bun­desregierung zum Irakkrieg keine generelle Absage an die Poli­tik des Krieges bedeutet.

Erin­nern wir uns an die deutsche Beteili­gung
an den Kriegen
in Jugoslaw­ien und Afgan­isthan unter Rot-Grün. Die Bun­deswehr wird zur Zeit mit vie­len Mil­liar­den Euro zu ein­er weltweit ein­set­zbaren Armee umge­baut. Das heißt, der näch­ste Krieg an dem sich auch die Bun­deswehr wieder ein­deutiger beteili­gen wird, ist nur eine Frage der Zeit, wenn wir das nicht ver­hin­dern.

Wir brauchen eine Friedens­be­we­gung die sich für eine wirk­liche Poli­tik des Friedens ein­set­zt und diese dann auch durch­set­zt. Die Bun­desregierung ver­sucht sich immer wieder damit her­auszure­den, das sie soge­nan­nte Bünd­nisverpflich­tun­gen hat. Wenn diese Bünd­nisverpflich­tun­gen uns wirk­lich dazu zwin­gen soll­ten, diesen Krieg zu unter­stützen, dann wird es höch­ste Zeit solche Bünd­nisse zu ver­lassen. Also endlich raus aus der NATO. Unzäh­lige deutsche Fir­men pro­duzieren Waf­fen und verkaufen diese in die ganze Welt. Jeden Tag wer­den damit unzäh­lige Men­schen ermordet. Und wenn es um Men­schen­leben geht, dann zieht auch das Argu­ment mit den Arbeit­splätzen nicht mehr. Diese Buden müssen endlich dicht gemacht wer­den. Wir brauchen ein umfassendes Rüs­tung­sex­portver­bot.
Und wozu brauchen wir eine Bun­deswehr, wenn nicht zum Kriegführen. Deutsche Inter­essen sollen weltweit durchge­set­zt wer­den und wenn notwendig dann auch
mit Waf­fenge­walt. Und dafür wird die Bun­deswehr zur Zeit mas­siv aus- und umgerüstet. Wir sagen, Schluss damit. Und wir soll­ten auch endlich wieder wagen Utopi­en zu denken und zu for­mulieren. Wir fordern die ersat­zlose Abschaf­fung der Bun­deswehr. So das der Satz endlich wahr werde, das nie
wieder Krieg von deutschem Boden aus­ge­he.

Und es muss endlich Schluss damit sein, das sich die deutsche Poli­tik an den Inter­essen des deutschen Staates und der deutschen Wirtschaft aus­richtet. Wir brauchen eine Poli­tik die sich am Wohle aller Men­schen auf der ganzen Welt aus­richtet, denn nur dann wird es wirk­lich Frieden geben.

Der Frieden wird uns nicht in den Schoß fall­en, wir müssen uns ihn erkämpfen.

Nie wieder Krieg! Weg mit der Bun­deswehr!

Mehr als 400 Men­schen demon­stri­erten in Bernau für den Frieden

Bernau (fos/MOZ) Rund 400 Men­schen nah­men an der Demon­stra­tion gegen einen Krieg im Irak am Sam­stag in Bernau teil. Damit wur­den die Erwartun­gen der
Organ­isatoren (sie hat­ten mit 200 gerech­net) deut­lich übertrof­fen. Vor allem junge und ältere Leute waren auf die Straße gegan­gen, um ihren Protest gegen einen Irak-Krieg, aber auch gegen Hus­seins Regime deut­lich zu machen.
Aufgerufen hat­ten dazu zwölf Organ­i­sa­tio­nen, unter anderem die Alter­na­tive Jugendliste Bernau, der Ehre­namtlichen­tr­e­ff der evan­ge­lis­chen Jugen­dar­beit, die PDS, die Evan­ge­lisch-Freikirch­liche Gemeinde, die Friedensini­tia­tive
Bernau und die Kam­pagne gegen Wehrpflicht, Zwangs­di­en­ste und Mil­itär. Der Zug bewegte sich über die Bre­itschei­d­straße und die B 2 durch die Innen­stadt zum
Bahn­hof, wo viele mit der S‑Bahn zur Kundge­bung nach Berlin fuhren. Bere­its vor der Demon­stra­tion hat­te in der Marienkirche eine Frieden­san­dacht stattge­fun­den, an der rund 150 Men­schen teil­nah­men. Pfar­rer Thomas Ger­icke, der die Posi­tion der evan­ge­lis­chen Kirche vorstellte, mah­nte
vor der Nei­gung, Feind­bildern, egal auf welch­er Seite, nachzuge­hen. Sollte es zum Krieg gegen den Irak kom­men, find­et an diesem Tag auf dem Bernauer Mark­t­platz um 18 Uhr eine weit­ere Kundge­bung statt.

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