4. April 2002 · Quelle: Inforiot

5000 demonstrieren für die Freie Heide

 

 

 

 

 

 

 

 

Dass die Kyritz-Rup­pin­er Hei­de nicht wieder für mil­itärische Zwecke mis­shan­delt wer­den darf, leuchtet ein: Die Umwelt würde zer­stört, dem Touris­mus (der Anwohner­In­nen lieb­stes Kind) würde geschadet und natür­lich ist die Bun­deswehr an sich sowieso Scheiße. Für eine zivile Nutzung der 144 Quadratk­ilo­me­ter großen Fläche demon­stri­erten am Oster­son­ntag rund 5000 Men­schen in Fret­z­dorf bei Witt­stock. Es war das zehnte Mal, dass ein Oster­marsch bei dem Dör­fchen stat­tfand. Genau dort sollen kün­ftig nach Willen der Bun­deswehr Kampf­pi­loten das Töten üben. Zu DDR-Zeit­en wurde das Are­al jahre­lang als Bom­bo­drom genutzt, die Bundis wollen weit­er­ma­chen.

 

An dem Demo-Spek­takel nah­men Leute aus unter­schiedlich­sten Spek­tren teil. Schwarz-Rote Fah­nen, Gew­erkschafts­ban­ner, selb­st gemalte Trans­par­ente mit Parolen der Friedens­be­we­gung, auch eine Palästi­nenser­flagge: All das war zu sehen.

 

Der Großteil der Demon­stran­tInnen gehörte jedoch zu dem, was unsere­ins in Bran­den­burg oft so sehr ver­misst: Der lib­eralen, bürg­er­lichen Öffentlichkeit. Ein gut geschnitztes Stück der vielbeschwore­nen Zivilge­sellschaft. Die Bürg­erIn­nenini­tia­tive “FREIe HEI­De” selb­st wird vor allem von Kirchen­vertreterIn­nen, Umweltver­bän­den und Parteien (von SPD, Bünd­nis­grün bis PDS ist alles dabei) getra­gen, in der Bevölkerung ist sie sehr gut ver­ankert.

 

Einige Per­so­n­en fie­len bei der Oster­wan­derung unan­genehm ins Auge: vier Nazis. Sie kon­nten am Marsch lei­der unge­hin­dert teil­nehmen und mussten sich lediglich kleinere Pöbeleien gefall­en lassen, die sie wohl nicht all zu sehr beein­druckt haben.

 

Auf der friedens­be­wegten Fes­t­wiese angekom­men ging es zwis­chen Bock­wurst­bu­den und T‑Shirtständen mit den Reden rund. Nach den Ansprachen so einiger christlich­er Gut­men­schen kam der Höhep­unkt. MC Fritz Kuhn war am Mic. Der Bun­desvor­sitzende der Grü­nen wurde mit her­zlichen Pfif­f­en und „Kriegstreiber! Kriegstreiber“-Rufen begrüßt. Kuhn zeigte sich von ein­er der­art undemokratis­chen Argu­men­ta­tion­sweise schock­iert und meinte, dass er die Bühne auch ver­lassen könne. Lei­der kam er seinem Ver­sprechen nicht nach und laberte noch eini­gen Müll vor sich hin. Genau­so wenig wer­den seine Parteikumpels wohl dem Ver­sprechen ihres Chefs nachkom­men, sich geschlossen für die zivile Nutzung der Hei­de einzuset­zen. Einen ähn­lichen Spruch hat schließlich schon ein­mal der jet­ztige SPD-Kriegsmin­is­ter Rudolf Scharp­ing anno 1996 in Fret­z­dorf abge­lassen. Und der wird wohl nicht den Forderun­gen der BI “FREIe HEI­De” nachkom­men wenn über die Zukun­ft des Are­als im Bun­destag abges­timmt wird.

 

Mehr Infor­ma­tio­nen zum The­ma gibt es unter: www.freieheide.de

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