2. Oktober 2004 · Quelle: MOZ

Abgeordnete fordern: Gestewitz soll zurücktreten

Bad Saarow (MOZ) Der Saarow­er PDS-Frak­tions-Chef Dr. Bernd Geste­witz
(PDS) soll nach dem Verzicht auf das Amt des Stel­lvertre­tenden
Bürg­er­meis­ters auch alle weit­eren Funk­tio­nen nieder­legen. Mit dieser
Forderung reagieren Gemein­de­v­ertreter auf die MOZ-Berichter­stat­tung,
dessen Fak­ten der bösen Juden-Äußerung von Geste­witz ein noch größeres
Gewicht zukom­men lassen als bish­er angenom­men. Geste­witz sel­ber hat­te
von einem “Lap­sus” gesprochen.

“Unter diesem neuen Aspekt ist mein­er Ansicht nach ein weit­eres
Verbleiben in der Gemein­de­v­ertre­tung nicht mehr möglich”, sagte
SPD-Frak­tions-Chef Ger­hard Berg­er (SPD). Es sei allerd­ings Sache der
PDS, “schnell­stens darüber zu entschei­den, um weit­eren Schaden von der
Gemeinde Bad Saarow zu nehmen, denn das bet­rifft uns alle.” Auch Peter
Fis­ch­er (Pro Saarow) sagte, Geste­witz müsse alle Funk­tio­nen nieder­legen.

Wie gestern berichtet, hat­te Fam­i­lie Geste­witz nach der Rück­über­tra­gung
ihres Haus­es auf einem fast 1400 Quadrat­meter großen See­grund­stück an
die Jew­ish Claims Con­fer­ence ein Vorkauf­s­recht für die Immo­bilie. Das
kam zur Anwen­dung, nach­dem das Anwe­sen für 800000 Mark ver­steigert
wor­den war. Für diese Summe kauften Geste­witz” “ihr” Haus per
Vorkauf­s­recht, um es noch am sel­ben Tag für 1,4 Mil­lio­nen Mark
weit­erzu­verkaufen. Bernd Geste­witz hat­te am 16. August im Gemein­der­at
mit Hin­weis auf seinen ein­sti­gen Wohn­sitz in Saarow-Strand gesagt, er
habe dort 40 Jahre gelebt, “bis uns die Juden raus­geschmis­sen haben”.

Indessen sagte CDU-Frak­tions-Chef Erhard Radz­i­manows­ki, er sehe
“Klärungs­be­darf in der Gemein­de­v­ertre­tung. Das The­ma muss noch mal auf
den Tisch.” Jens Paul (FWS) kündigte eine Stel­lung­nahme für Fre­itag an.
Bürg­er­meis­terin Ger­linde Sto­brawa (PDS) sagte, sie wolle sich erst
äußern, wenn sie mit Dr. Geste­witz gere­det habe. Und Wil­fried Por­tius,
Vize-Frak­tions-Chef der Saarow­er PDS, block­te gestern Nach­mit­tag ab:
“Ich kann keine Stel­lung­nahme abgeben, wenn ich den Artikel nicht
gele­sen habe.”

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