4. Juli 2010 · Quelle: Der braune Mob

Afrika” durch einen Zoobesuch “nahebringen”?

Antirassismusinitiative "Der braune Mob" kritisiert geplante "Afrikatage" im Zoo Eberswalde

Zoo Eberswalde

Auszug aus der Veranstaltungsbroschüre:

Genießen Sie afrikanis­ches Flair mit tem­pera­mentvoller Live-Musik und Tanz der Band Odjadike und Bal­let Zebo­la aus dem Kongo

(…)

Diese Ver­anstal­tung soll die Volks­gruppe der San, den „let­zten ersten Men­schen“, durch Hil­fe zur Selb­sthil­fe bei der san­ften Inte­gra­tion in unsere mod­erne Zeit unterstützen.

(…)

• Erleben Sie die Tiere haut­nah im beson­deren Ambi­ente
• Lassen Sie sich von einzi­gar­ti­gen Licht­ef­fek­ten faszinieren
• Ent­deck­en Sie nach­tak­tive Tiere im Zoo bei einem indi­vidu­ellen nächtlichen Zoo-Rundgang
• Ler­nen macht Spaß – Ange­bote der Zooschule für die Jüng­sten
• Erfreuen Sie sich an Infor­ma­tio­nen über Namib­ia und die San, die vom Ausster­ben bedro­ht­en let­zten ersten Men­schen
• Bewun­dern und erwer­ben Sie die Schnitzereien, Flechtar­beit­en und weit­eres Kun­sthandw­erk, das von ihnen geschaf­fen wurde.

Ganze Broschüre hier zum Download

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Zoo Berlin:

Aus­gerech­net als Teil der Jubiläum­srei­he „20 Jahre Unab­hängigkeit“ ver­anstal­tet die Deutsch-Namibis­che Gesellschaft in Koop­er­a­tion mit der ‘p.art.ners berlin-wind­hoek gGmbH’ und dem Zoo Berlin einen “Öffentlichen Namib­ia-Tag im Zoo für die ganze Familie”.

Auszug aus der Einladung:

Die p.art.ners berlin–windhoek gGmbH fördert das Engage­ment namibis­ch­er und deutsch­er Kün­stler, die sich in ihrer Arbeit mit dem Naturschutz in Namib­ia beschäfti­gen. Die Botschaft der Repub­lik Namib­ia unter­stützt die Ver­anstal­tung als Teil der Jubiläum­srei­he „20 Jahre Unab­hängigkeit“ und „ 10 Jahre Städtepart- ner­schaft Berlin-Windhoek“.

Der Berlin­er Zoo bietet als Gast­ge­ber an bei­den Tagen das ide­ale Umfeld zum Thema.

Im Zoorestau­rant ste­hen an diesem Woch­enende afrikanis­che Spezial­itäten auf dem Speiseplan.

Ganze Broschüre hier zum Download

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Zuvor hat­te auch der Zoo Krefeld “Afri­ka-Tage” ver­anstal­tet, dies jedoch bereut:
(Artikel: “Zoo-Auf­sicht­sratschef ver­ste­ht Afrikatag-Kri­tik”)

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HANDELN:

Man hätte meinen kön­nen, der Fall “African Vil­lage” in Aus­g­burg 2005 hätte sich in der Branche herumge­sprochen und zu einem Lern­prozess geführt. Damals gab es zahlre­iche inter­na­tionale (und deutsche) Proteste; die Ver­anstal­tung wurde den­noch durchge­führt, unter anderem mit dem Argu­ment “dass ja son­st auf Sportver­anstal­tun­gen auch keine ‘Far­bigen’ mehr zu sehen sein dürften” und man “den Zoo” für den “genau … richtige(n) Ort” halte, um “die Atmo­sphäre von Exotik zu ver­mit­teln” und den Ausgburger_innen “die Afrikanis­che Kul­tur” nahezubrin­gen. Auch damals wurde per­fide damit argu­men­tiert, dass der Erlös ja einem ‘guten Zweck™’ zugute kom­men werde. Als wäre das durch Ver­anstal­tun­gen in einem würdi­gen Rah­men, der struk­turell und inhaltlich nicht an die deutsche Geschichte gewaltvoller Völk­er­schauen anknüpft, nicht zu bewerkstelligen.

Im Fall Eber­swalde find­et sich dieselbe Kon­stel­la­tion (‘Afri­ka’ durch Zoobe­such ‘nahe­brin­gen’, als homogen kon­stru­ieren: ‘afrikanis­ches Essen’, dabei auch noch etwas Gutes tun: ‘Spenden’, exo­tisierende Spek­takel pater­nal­is­tisch als ‘afrikanis­che Inter­essen’ deuten), jedoch in ganz neuer ras­sis­tis­ch­er Qual­ität. Die ‘Volks­gruppe’, der durch den Erlös aus der Ver­anstal­tung in Eber­swalde finanziell ‘geholfen’ wer­den soll, wird in der Broschüre doch tat­säch­lich als Vorstufe von west­lichen Men­schen beze­ich­net und betra­chtet, sowie als inte­gra­tions­bedürftig. In der Ankündi­gung der Ver­anstal­tung wer­den afrikanis­che Men­schen und Kul­turen naht­los in die Betra­ch­tung von Tieren ein­gerei­ht.
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Wir wünschen uns in diesen beiden Fällen zahlreiche Proteste.

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Bitte schreiben Sie an die Zood­i­rek­tio­nen und an die ver­anstal­tenden Vere­ine und Organ­i­sa­tio­nen (gerne mit info@derbraunemob.de im cc), um zu erre­ichen, dass die Geschichts­blind­heit und die Veror­tung afrikanis­ch­er Men­schen und Kul­turen in Tier­parks endlich aufhört! Zeigen Sie, dass in Ihrem Namen so etwas nicht ver­anstal­tet wer­den darf.

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Kontakte:

(Es emp­fiehlt sich für solche Kor­re­spon­denz unbe­d­ingt der Zusatz: “Bitte beacht­en Sie, dass dieser Briefwech­sel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zweck­en der Doku­men­ta­tion, Lehre und Aufk­lärung veröf­fentlichen werde.“)

Afri­ka-Tag” im Zoo Eberswalde:

Genießen Sie afrikanis­ches Flair mit tem­pera­mentvoller Live-Musik und Tanz der Band Odjadike und Bal­let Zebo­la aus dem Kon­go.
Diese Ver­anstal­tung soll die Volks­gruppe der San, den „let­zten ersten Men­schen“, durch Hil­fe zur Selb­sthil­fe bei der san­ften Inte­gra­tion in unsere mod­erne Zeit unterstützen.

Zoo Eber­swalde, Direk­tor: Bernd Hen­sch
Mail: zoo@eberswalde.de
Am Wasser­fall 1, 16225 Eber­swalde
Tele­fon: 0 33 34 – 2 27 33, Fax: 0 33 34 – 2 34 65

Mitver­anstal­ter Fre­un­deskreis “Gesund­heit für Ombili Berlin-Bran­den­burg e.V.”
Vor­sitzende: Dr. Frauke von Fersen; Mail: von.versen@t‑online.de
An der Wild­bahn 41, 16348 Wan­dlitz; Tel: 033397 – 70017

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Unter­stützung namibis­ch­er Naturschutzpro­jek­te” zum namibis­chen Unab­hängigkeit­sju­biläum (!) im Zoo Berlin:

Zool­o­gis­ch­er Garten Berlin AG, Bern­hard Blaszkiewitz (Zool­o­gis­ch­er Direk­tor)
Mail: info@zoo-berlin.de
Hard­en­berg­platz 8, 10787 Berlin, Tel. 030/25 40 10

Organ­isatoren: Deutsch-Namibis­che Gesellschaft e.V. (Ger­man-Namib­ian Soci­ety), e‑mail: buero@dngev.de
Sude­ten­land-Straße 18 37085 Göt­tin­gen, Tel.: 05 51/7076781

Unter­stützer: Botschaft der Repub­lik Namib­ia, e‑mail: konsular@namibia-botschaft.de
Reichsstr. 17, 14052 Berlin
Tel.: +49–30-254 095 0
Fax: +49–30-254 095 55

Mitorgan­isatoren: ‘p.art.ners berlin-wind­hoek gGmbH‘, e‑mail: info@berlin-windhoek.org
Runges­traße 22–24 (PF 192) 10179 Berlin, Tel. 030/692 08 30 20

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Hintergrundwissen und ‑Infos über den ‘Präzedenzfall’ “African Village” im Zoo Ausgburg:

- State­ment der Zood­i­rek­torin, Presse, inter­na­tionale und deutsche Briefe
— Ver­lei­hung und Begrün­dung unseres Neg­a­tiv Awards, der ‘Braunen Karte’
— Ankündi­gung der Ver­anstal­tung und Briefwech­sel des Zoo Augs­burg
— Protestschreiben der Ini­tia­tiv­en ISD, ADEFRA u.a.
uvm,

find­et sich alles HIER (Kurz­form) und HIER (aus­führlich­er).

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