23. September 2004 · Quelle: LR

Afrikanische Rituale in der Komethalle

Am morgi­gen Fre­itag begin­nt im Land­kreis Spree-Neiße die diesjährige
Woche des aus­ländis­chen Mit­bürg­ers. Zum Auf­takt find­et in Guben ein
inter­es­santes dre­itägiges Pro­jekt statt – der “African Comet” . 

Schon im vorigen Jahr hat­te es im Guben­er Jugend­club “Fab­rik” eine
afrikanis­che Woche gegeben. Damals hat­ten Bewohn­er des
Asyl­be­wer­ber­heimes unter anderem mit Guben­er Hortkindern Spielzeug
gebastelt und mit Jugendlichen Fußball gespielt. An diesem Wochenende
nun gibt es prak­tisch eine Fort­set­zung, allerd­ings an einem anderen Ort,
näm­lich dem Jugend­club “Comet” an der Kaltenborner Straße. 

“African Comet” nen­nt sich das, was von heute bis Son­ntag dort über die
Bühne gehen wird, wobei das Wort Bühne zumin­d­est zu Beginn wörtlich zu
nehmen ist. Denn in der Komet-Turn­halle wer­den deutsche Jugendliche
gemein­sam mit afrikanis­chen Asyl­be­wer­bern zur Eröff­nung ein kleines,
etwa 20-minütiges The­ater­stück vor­führen. Sie wer­den die Rit­uale einer
afrikanis­chen Hochzeit darstellen. 

Das ist gar nicht so ein­fach, wie sich bei den Proben zeigte. Immer
wieder mussten Heike Clodius vom Kreisju­gen­dring und Evi­ta Hen­ze vom
Jugend­club helfend ein­greifen. Vor allem das laute und klare Sprechen
der “Schaus­piel­er auf Zeit” musste ständig geübt wer­den. Zudem gab es
nicht wenige Wech­sel in der Beset­zung. Manch einem, der ursprünglich
zuge­sagt hat­te, ver­ließ während der Proben der Mut, vor Publikum
aufzutreten. Den­noch ist sich Heike Clodius sich­er: “Das wird schon
klappen.”
Die Besuch­er der Eröff­nung erwartet mor­gen ab 19 Uhr übri­gens neben dem
The­ater­stück unter anderem noch eine Tanz­com­e­dy der Afrikan­er und ein
Hip-Hop-Ver­gle­ich “Schwarz-Weiß”.

Höhep­unkt sollen die Ver­anstal­tun­gen am Sam­stag wer­den. Dann wer­den die
Jugendlichen zum Beispiel mit den Asyl­be­wer­bern Kochen und auf eine ganz
spezielle Ent­deck­ungs­tour gehen. Von 15 bis 19 Uhr ist auf dem
Komet-Platz ein Fußball­turnier geplant, für das aber extra noch der
Rasen, der eigentlich kein­er mehr ist, herg­erichtet wer­den musste. Und
am Abend gibt es ein Konz­ert mit “Man­te­ca Drums” (Ein­tritt: zwei Euro).
Am Son­ntag sollen dann die Erfahrun­gen der zwei Vortage bei Kaf­fee und
Kuchen aus­gew­ertet werden. 

Vor­bere­it­et wurde das Pro­jekt bere­its seit Mai. “Die jun­gen Leute haben
sehr gut mit gemacht” , schätzt Heike Clodius ein. Ein Grund dafür
kön­nte sein, dass die Jugendlichen viel in Eigenini­tia­tive mit
organ­isierten Da war ein­er ver­ant­wortlich für die Wer­bung, ein anderer
für die Doku­men­ta­tion, die über den “African Comet” entste­hen soll. 

Die gegen­seit­ige Näherkom­men von Jugendlichen und Asyl­be­wer­bern vollzog
sich teil­weise auch auf ganz prak­tis­che Art und Weise. Da sich die Wände
der Turn­halle bis vorige Woche noch “nackt” präsen­tierten, wurde zu
Beginn dieser Woche fleißig gemalert.

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