21. Januar 2009 · Quelle: Opferperspektive

Afrodeutscher Jugendlicher freigesprochen — Rechtsextremisten verheddern sich in Falschaussagen

Rathenow — Am Amts­gericht fand gestern, Dien­stag den 20.01.2009, ein Gericht­sprozess gegen den afrodeutschen Jugendlichen M. aus Rathenow statt. Die stadt­bekan­nte Recht­sex­trem­is­ten Sil­vio W. und Fabi­an H. hat­ten den Jugendlichen bewusst falsch beschuldigt, einen von ihnen getreten, geschla­gen und mit Pfef­fer­spray ange­grif­f­en zu haben. Dabei war M. in den Mor­gen­stun­den des 8. Sep­tem­ber 2007 selb­st zweifach Opfer eines recht­sex­tremen Angriffs gewor­den.

M. war mit sein­er Fre­undin vom Rathenow­er Stadt­fest auf dem Weg nach Hause, als er inner­halb weniger Minuten unmit­tel­bar vor sein­er Woh­nung zweimal ange­grif­f­en wurde. Zur sel­ben Zeit kam es auf dem Stadt­fest zu mehreren Auseinan­der­set­zun­gen zwis­chen recht­en und antifaschis­tis­chen Jugendlichen, an denen M. jedoch nicht beteiligt war.

Wie sich nun her­ausstellte, kon­nten die ver­let­zten Recht­sex­trem­is­ten keinen ihrer Angreifer erken­nen. Dies gaben sie auch am sel­ben Abend bei der Polizei so an. In der drei Wochen später stat­tfind­en­den Nachvernehmung kon­nten sich die Recht­en jedoch plöt­zlich sehr genau erin­nern – sie benan­nten M. namentlich als den ver­meintlichen Schläger. Im Gerichtssaal fie­len ihre Lügengeschicht­en jedoch wie Karten­häuser in sich zusam­men. Ihre Aus­sagen waren offen­sichtlich schlecht abge­sprochen und sowohl untere­inan­der als auch gegenüber denen, die bei der Polizei gemacht wur­den, so wider­sprüch­lich, dass die falschen Beschuldigun­gen für alle Beteiligten offenkundig wur­den. Fol­gerichtig lautete das Urteil für M: Freis­pruch.

Diese Falschaus­sagen zeigen eine per­fide, wenn auch dilet­tan­tisch durchge­führte Strate­gie der organ­isierten Kam­er­ad­schaft­szene in Rathenow. Der Jugendliche M. wurde bere­its mehrfach von ihnen ange­grif­f­en und auf­grund sein­er Haut­farbe ver­let­zt. Ihn als ver­meintlichen Schläger zu denun­zieren und dies bis in den Gerichtssaal durchzuziehen, zeugt von einem Men­schen­bild, in welchem nichtweiße Deutsche oder Ander­s­denk­ende keinen Platz haben und ihnen das Recht auf ein unversehrtes Leben abge­sprochen wird. Die Zeu­ge­naus­sagen des Sil­vio W. und Fabi­an H. wer­den wohl noch ein gerichtlich­es Nach­spiel haben. Wir gehen davon aus, dass nach dem Freis­pruch für M. eine Anzeige wegen Falschbeschuldigung und Zeu­genkom­plott fol­gen muss.

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