29. Dezember 2004 · Quelle: MAZ

Agenturschluss-Aktion auch in Luckenwalde

JÜTERBOG Zahlre­iche Mon­tags­demon­stran­ten fan­den in dieser Woche erneut den Weg vor das Jüter­boger Rathaus. Die Organ­isatoren, das Bünd­nis gegen Sozial­ab­bau, bedank­ten sich. Anton Goriseck von der IG Met­all begrüßte die Teil­nehmer aus Altes Lager, Luck­en­walde, Dan­na, Neuheim, Treb­bin und Nor­drhein-West­falen.

“Die Jüter­boger sind die hart­näck­ig­sten Mon­tags­demon­stran­ten in Deutsch­land”, sagte Michael Mau­r­er vom Bünd­nis angesichts der nun­mehr 21. Demo und wurde dafür bejubelt. Er forderte sogle­ich alle auf, am Fre­itag, dem 31. Dezem­ber, erneut auf dem Mark­t­platz zu erscheinen. Denn um fünf vor zwölf wird der Sozial­staat beerdigt. Gle­ich im neuen Jahr, am 3. Jan­u­ar, soll mit der bun­desweit­en Aktion “Agen­turschluss” vor den Agen­turen für Arbeit demon­stri­ert wer­den. Für die Jüter­boger ist das Luck­en­walder Amt das Ziel des Protestes. “Viele haben Angst. Kommt trotz­dem. Es kann nichts passieren, und es wird nichts passieren”, ver­sprach er.

Aber eigentlich soll mit den Demon­stra­tio­nen erre­icht wer­den, dass die Agen­da 2010 verän­dert und mehr Arbeit­splätze geschaf­fen wer­den. Und zwar keine in so genan­nten Ein-Euro-Jobs. “Die Ziele der Arbeits­mark­tre­form sind, die Löhne ins­ge­samt und die Renten herun­terz­u­fahren, um damit die Prof­ite weniger Leute zu erhöhen”, sagte Michael Mau­r­er. Um dage­gen zu kämpfen, seien über 1000 Flug­blät­ter verteilt wor­den. Er schloss: “Alle vier Jahre kön­nen wir wählen gehen. Aber wenn Wahlen etwas verän­dern kön­nten, wür­den sie ver­boten.” Wie üblich hat­te er zuvor heftig die MAZ kri­tisiert, weil “seit dem 2. Okto­ber, seit der Großde­mo in Berlin, kaum im Lokalteil über die Mon­tags­de­mo berichtet wird”.

Auch Marit­ta Böttch­er von der PDS ermutigte, Fre­itag um 11.55 Uhr vor das Rathaus zu ziehen. Sie nahm Stel­lung zu den Vor­wür­fen im Kreistag, dass sie Hartz IV durch­peitschen wolle. “Ich werde alles tun, was aus dem Gesetz her­auszu­holen ist”, ver­sprach sie den Empfängern von Arbeit­slosen­geld II. Um das Ver­sprechen zu hal­ten, benötige sie möglichst viele Beispiele von Prob­lem­fällen; deshalb bat sie Betrof­fene um Mith­il­fe.

Dann schwenk­te sie eine Flasche Wein und erk­lärte: “Der Rote aus Frankre­ich ist für die Roten in Deutsch­land.” Aber konkret bekam Udo Weip­pert von der IG Met­all das Präsent, weil er bei den Demos für Ton und Licht sorgt.

Für Lyrik sorgte wieder Rain­er Weigt aus Klein Schulzen­dorf; eine Zeile seines Gedicht­es “Schöne Aus­sicht­en” lautete: “Manchem däm­mert, ab näch­ste Woche wird′s beläm­mert.”

Ein Teil­nehmer aus Jessen berichtete, dass “wir dort zwei Mon­tags­demos hingekriegt haben”.

Ilona Copik ging zum Mikro­fon, um mitzuteilen, dass sie auf den Artikel in der MAZ, in dem ver­gan­gene Woche ihre Sit­u­a­tion geschildert wor­den sei, sehr viel Zus­pruch erfahren habe. Auch Wei­h­nacht­skarten und Spenden seien gekom­men. Sie habe sich sehr über die pos­i­tive Res­o­nanz gefreut, aber sie nehme Anteil am Schick­sal ander­er und schilderte, was sie im Fernse­hen so bewegt habe, “dass ich nicht schlafen kon­nte”.

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