31. März 2005 · Quelle: MAZ

Anschlag auf Imbisswagen

(MAZ)RHEINSBERG Auf den Dön­er-Imbis­s­wa­gen des in Rheins­berg leben­den Kur­den
Mehmet Cimendag ist in der Nacht zu gestern ein Bran­dan­schlag verübt wor­den.
Der Imbiss bran­nte kom­plett ab. Es war bere­its der vierte Anschlag auf
Cimendags Dön­er­stand. Ein­mal wur­den die Täter gefasst: Drei Jugendliche
hat­ten im August 2003 ver­sucht, den Imbiss abz­u­fack­eln. Sie wur­den im
Novem­ber zu Bewährungsstrafen verurteilt. Vor gut einem Jahr hat­ten rund 350
Rheins­berg­er gegen rechte Gewalt demon­stri­ert und 800 Euro für Mehmet
Cimendag gesam­melt.

Dön­er­stand abge­fack­elt

Krim­i­nal­is­ten des Polizeiprä­sid­i­ums Pots­dam ermit­teln in alle Rich­tun­gen

(MAZ)RHEINSBERG Als kurz nach Mit­ter­nacht die Feuer­wehr ein­traf, stand der
Dön­ner­im­biss in der Paulshorster Straße in Rheins­berg bere­its in vollen
Flam­men. Gegenüber dem Aldi bot sich gestern ein trost­los­es Bild. Dort, wo
Mehmet Cimendag aus seinem Imbis­s­wa­gen Dön­er, Kaf­fee und diverse Snacks
verkaufte, befand sich nur noch ein Haufen verkohlter Met­all­teile.

Die Brand­stelle ist durch die Polizei mit Bän­dern weiträu­mig abges­per­rt. Ein
Polizist der Rheins­berg­er Wache sorgt dafür, dass nie­mand unbefugt das
Grund­stück betritt. Spezial­is­ten vom krim­inal­tech­nis­chen Dienst des
Pots­damer Polizeiprä­sid­i­ums sind dabei, die Brand­stelle akribisch nach
Spuren zu unter­suchen.

Der Brand wurde in der Nacht vom Dien­stag zum Mittwoch fest­gestellt. Ein
Rheins­berg­er hat­te beim Vor­beifahren unter dem Imbis­s­wa­gen Feuer
fest­gestellt. Er informierte unverzüglich die Polizei und Feuer­wehr. Laut
Leit­stelle wurde 0.50 Uhr der Brand gemeldet. Wenige Minuten später war die
Rheins­berg­er Feuer­wehr vor Ort. Allerd­ings war da alles zu spät — es gab
nichts mehr zu löschen.

Ob es sich um Brand­s­tiftung han­delt, dazu wollte sich gestern die Polizei
noch nicht fes­tle­gen. “Wir ermit­teln in alle Rich­tun­gen”, sagte Bär­bel
Son­nen­berg von der Press­es­telle des Polizeiprä­sid­i­ums in Pots­dam. Die
Unter­suchung der Brand­stelle würde sich sehr kom­pliziert gestal­ten, da der
Imbis­s­wa­gen total zer­stört ist. Eingeschal­tet sei auch die
Staat­san­waltschaft. Natür­lich würde auch in Rich­tung Brand­s­tiftung
ermit­telt, ver­sicherte Bär­bel Son­nen­berg.

Dass der Imbis­s­wa­gen auf Grund eines tech­nis­chen Defek­tes abge­bran­nt ist,
wird von den meis­ten Rheins­berg­ern für unwahrschein­lich gehal­ten. Dage­gen
sprechen auch die Aus­sagen des Ein­wohn­ers, der den Brand der Feuer­wehr
gemeldet hat­te. “Wenn es sich um einen tech­nis­chen Defekt gehan­delt hätte,
wäre das Feuer nicht unter dem Wagen, son­dern im Inneren aus­ge­brochen”,
erläutert der Augen­zeuge.

Mehmet Cimendag, der Eigen­tümer des Döner­im­biss­es, ver­mutet eben­falls
Brand­s­tiftung. Bere­its dreimal wurde auf den Wagen des Kur­den ein
Bran­dan­schlag verübt. “Ich hat­te mich so gefreut, dass mich in jüng­ster Zeit
Jugendliche grüßten, die mir früher böse Blicke zuwar­fen. Man kann lei­der in
keinen hinein­schauen”, sagt er jet­zt resig­nierend. Vom Brand sei er in der
Nacht von einem Anwohn­er informiert wor­den. “Ich kon­nte nur noch zuse­hen,
wie meine Arbeitsstelle in Schutt und Asche ver­sank.”

Nach­dem im August 2003 Jugendliche ver­sucht hat­ten, den Imbiss in Brand zu
steck­en, war es im Novem­ber 2004 zum Prozess gekom­men (die MAZ berichtete).
Die drei Täter wur­den zu Bewährungsstrafen und zu gemein­nütziger Arbeit
verurteilt. Aus dem­sel­ben Anlass hat­te es am 13. Feb­ru­ar, vor ger­ade mal
einem Jahr, in Rheins­berg eine Kundge­bung gegen Ras­sis­mus und rechte Gewalt
gegeben. Über 350 Rheins­berg­er hat­ten sich an der Demon­stra­tion beteiligt
und 805 Euro gespendet, die an Mehmet Cimendag übergeben wur­den.

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