20. Februar 2003 · Quelle: Frankfurter Antifas

Anti-Kriegs Impressionen aus Frankfurt (Oder)

Der dro­hende Angriff der USA und Großbri­tan­niens auf den Irak lässt auch die Frank­furter Bevölkerung aktiv wer­den. Bere­its im Novem­ber 2002 grün­dete sich das „Frieden­snetz Frank­furt“ als ein Zusam­men­schluss mehrerer Pri­vat­per­so­n­en
sowie Vertretern der Kirchen, Parteien und ander­er Organ­i­sa­tio­nen. In diesem Net­zw­erk laufen die Fäden der friedens­be­wegten Frank­furter zusam­men.

Bere­its am 10. Dezem­ber 02 organ­isierte das Frieden­snetz eine Kundge­bung mit anschließen­der Demon­stra­tion durch die Frank­furter Innen­stadt, an der trotz Kälte ca. 100 Per­so­n­en teil­nah­men.

Die lokale und sehr kon­ser­v­a­tive MOZ berichtete am näch­sten Tag über einen „ohne Zwis­chen­fälle“ ver­laufe­nen Protest an dem sich „an die drei Dutzend Demon­stran­ten beteiligten“. Die Kro­ne set­zte dem ganzen fol­gen­der Satz auf: „Für
einen von Auss­chre­itun­gen freien Anlauf sorgte die Polizei, die mit mehreren Fahrzeu­gen im Ein­satz war“. Dieser mas­sive inhaltliche Miss­griff ver­an­lasste zahlre­iche mehr oder weniger ein­flussre­iche Frank­furter zum Protest bei der
MOZ, die zurück­rud­erte (es waren jet­zt doch 100 friedliche Teil­nehmer) und seit­dem äußerst umfan­gre­ich und pos­i­tiv über die Aktiv­itäten des Frieden­snet­zes berichtet.

Neben ein­er weit­eren Kundge­bung am 28. Jan­u­ar organ­isierte das Netz auch eine Malak­tion, bei der die Frank­furter aufgerufen wer­den Frieden­stauben als Sym­bol gegen den Krieg in ihre Fen­ster zu hän­gen. Einige Häuser schmückt die
Taube bere­its. Auch in Frank­furt wird am Tag X eine spon­tane Demon­stra­tion in der Innen­stadt stat­tfind­en. Los geht es um 17.00 Uhr. Der Ort wird noch rechtzeit­ig
bekan­nt­gegeben.

Dur­chaus erfreulich ist, dass die lokale Naziszene es bish­er nicht gepackt hat den Protest auch für sich zu vere­in­nah­men, wie es in anderen Städten bere­its ver­sucht wurde. Lediglich das Engage­ment von Frau Edel­traut Lade­mann im Frieden­snetz bleibt zu kri­tisieren. Frau Lade­mann hat mit ihren guten Kon­tak­ten zu lokalen NPD- und Kam­er­ad­schaft­skadern, dem Besuch von NPD-Infos­tän­den
und zahlre­ichen Leser­briefen in Lokalzeitun­gen keinen Hehl aus ihrer Ein­stel­lung zu Israel und den USA gemacht. Wer sich auf Tre­f­fen der Deutsch­land­be­we­gung rumtreibt hat nichts im Frieden­snetz zu suchen!

Auch die Stadt selb­st ist erfreulicher­weise aktiv gewor­den. So wandte sich am 3. Dezem­ber 02 der Frank­furter Bürg­er­meis­ter per Brief an unsere amerikanis­che Part­ner­stadt Yuma um die Bedenken der Frank­furter Bevölkerung gegen einen Krieg deut­lich zu machen.

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