27. November 2010 · Quelle: Inforiot

Antifa-Protest gegen Nazigewalt

250 bei Antifa-Demo am Samstag in Cottbus

INFORIOT Am Sam­stag haben in der Cot­tbusser Innen­stadt etwa 250 Antifas gegen rechte Gewalt demon­stri­ert. Unter dem Mot­to “Es ist immer ein Angriff auf uns alle” wurde auf die mas­sive Nazige­walt in den ver­gan­genen Monat­en in Südost-Bran­den­burg hingewiesen.

Auf­fäl­lig ist, wie sehr alter­na­tive Tre­ff­punk­te in den Fokus der mil­i­tan­ten Recht­en gerückt sind. Erst am 11. Novem­ber zer­schmetterten Neon­azis die Scheiben des Cot­tbusser Alter­na­tivpro­jek­ts Zelle 79. Als Reak­tion auf diesen Angriff hat­te die Antifa Cot­tbus kurzfristig zu der Demon­stra­tion aufgerufen.

Zu nen­nen sind jedoch noch weit­ere ähn­liche Attack­en. In Sprem­berg wurde der Klub des Vere­ins Pirat­en gle­ich mehrfach, zulet­zt am 13. Novem­ber, attack­iert. Auch auf dem Gelände des Park 7 in Forst warf vor eini­gen Monat­en eine Gruppe ver­mummter Neon­azis die Scheiben ein. Hinzu kommt eine große Anzahl von Gewalt­tat­en gegen Per­so­n­en. (Beispiele sind in einem Bericht der Opfer­per­spek­tive gelis­tet.)

Vom Laut­sprecher­wa­gen der Demon­stra­tion aus wur­den Pas­san­tInnen immer wieder mit kurzen Ansagen auf die Eskala­tion rechter Gewalt aufmerk­sam gemacht. Die Demon­stran­tInnen riefen Parolen wie “Aler­ta Antifascista”.

Von einem Häuser­dach aus wurde die Demon­stra­tion von eini­gen AktivistIn­nen mit einem Feuer­w­erk und dem Schwenken ein­er Antifa-Fahne gegrüßt. Die Demon­stran­tInnen freute es sichtlich, die Polizei weniger — sie stürmte mit einem Dutzend Behelmten in das Haus.

In ver­schiede­nen Rede­beiträ­gen wurde neben der Gewalt auch der Struk­tu­rauf­bau der Neon­azis in Cot­tbus und Umge­bung the­ma­tisiert. Mit­tler­weile gibt es in Cot­tbus selb­st mit dem “Dev­ils Right Hand Store” und dem Thor-Steinar-Laden “Ose­berg” gle­ich zwei rechte Sze­negeschäfte. Kam­er­ad­schaften sind in der Region ver­ankert und die NPD sitzt mit zwei Man­dat­en im Cot­tbusser Stadt­par­la­ment.

Die Demon­stra­tion kon­nte erst mit etwa ein­er Stunde Ver­spä­tung starten. Grund: Am Haupt­bahn­hof war zum Zeit­punkt des eigentlichen Ver­samm­lungs­be­ginns eine größere Gruppe Antifas von der Polizei mit unbekan­nter Begrün­dung eingekesselt wor­den.

Nach unbestätigten Angaben von Beobach­terIn­nen sei es dort auch zu min­destens ein­er Fes­t­nahme gekom­men. Um die eigentliche Demon­stra­tion herum bewegten sich immer wieder kleinere Grup­pen Neon­azis. Es kam jedoch bis zum Demoende am späten Nach­mit­tag zu keinen Kon­fronta­tio­nen.

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