25. April 2003 · Quelle: AOW

Antifademo zum Tag der Befreiung vom Faschismus


Aufruf zur antifaschis­tis­che Demon­stra­tion zum Tag der Befreiung vom Nation­al­sozial­is­mus in Rathenow

Sam­stag, 10. Mai 2003, 15 Uhr, Dunck­er­platz (Bahn­hofsvor­platz), Rathenow

Tag der Befreiung vom Nation­al­sozial­is­mus

Am 8.Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa sowie die Nation­al­sozial­is­tis­che Dik­tatur in Deutsch­land und damit sechs Jahre Krieg und 12 Jahre Gewaltherrschaft, die mil­lio­nen­fachen Tod und unzäh­liges Leid über die den Kon­ti­nent bracht­en. Nur durch den Sieg der alli­ierten Stre­itkräfte über die mil­itärische Stütze des NS – Regimes, brach das Sys­tem des Ter­rors zusam­men. Ein Augen­blick der zu Recht als Befreiung ange­se­hen wird.

Befreiung u.a. für die Mil­lio­nen aus ganz Europa ver­schleppten Zwangsar­bei­t­erIn­nen und den weni­gen Über­leben­den der KZ–Haft. Befreiung aber auch für die Deutschen, obwohl ein großer Teil für die
Dik­tatur erhe­blich mitver­ant­wortlich war und eine Selb­st­be­freiung vom NS-Regime nicht ver­mochte. Ein Fanal das schließlich zur total­en Zer­störung der Städte und Gemein­den auch in Rathenow und Umge­bung führte.

Bis zum 6.Mai 1945 wurde der Frontab­schnitt Rathenow unter Ver­ant­wor­tung des NS–Kriegsverbrechers Wil­helm Kei­t­el schw­er umkämpft und schließlich geopfert, um die Flucht von großen Teilen der nation­al­sozial­is­tis­chen Wehrma­cht über die Elbe bei Tanger­münde zu deck­en. Der Preis dafür war die Zer­störung der havel­ländis­chen Kreis­stadt.

Doch Rathenow ist nicht nur Krieg­sopfer. Tausende von
Zwangsar­bei­t­erIn­nen und Häftlinge des örtlichen Außen­lagers des KZ Sach­sen­hausens wur­den während des zweit­en Weltkrieges in der regionalen kriegswichti­gen optis­chen Indus­trie sowie in der Mil­itär­flugzeug­in­dus­trie zu Gun­sten des kriegführen­den NS–Regimes und sein­er Pal­a­dine in der Wirtschaft geschun­den.

Fast alle Mit­glieder der jüdis­chen Gemeinde Rathenows wur­den während des Krieges in die Ver­nich­tungslager im Osten deportiert, der jüdis­che Fried­hof wurde ver­wüstet, die örtliche Syn­a­goge bere­its 1938 gebrand­schatzt.

Nazis heute

Nazi­ak­tiv­itäten nach Hitler wer­den im Raum Rathenow ver­stärkt erst wieder seit den 1990er Jahren wieder beobacht. Seit­dem tauchte hier unzäh­lige Pro­pa­gan­da von NF über NPD bis zu den heuti­gen „freien Nation­al­is­ten“ auf.
Beson­ders neg­a­tiv fie­len die Rathenow­er Nazis von Anfang an aber durch ihre hem­mungslose Bere­itschaft zur Gewalt auf, die unzäh­lige Ver­let­zte und min­destens ein Todes­opfer seit 1990 zur Folge hat­ten.

112 recht­sex­treme Delik­te im Jahr 2002 (1), allein im Land­kreis
Havel­land mit Rathenow als Kreis­stadt, ste­hen 356 Recht­sex­treme Delik­te im Jahr 2001 im gesamten Land Bran­den­burg (2) gegenüber und verdeut­lichen nach wie vor Rathenows Posi­tion als Bren­npunkt des Recht­sex­trem­is­mus.
Hin­ter Pro­pa­gan­da und Gewalt steck­en in den meis­ten Fällen Nazis, des regionalen Kam­er­ad­schafts­ge­flechts „Hauptvolk“, die sich durch Kam­er­ad­schaft­str­e­f­fen koor­dinieren, einen eige­nen Kam­er­ad­schaft­srund­brief her­aus­geben und sich an bun­desweit­en Nazipoli­tak­tio­nen beteili­gen. Ins­beson­dere die mas­siv­en Pro­pa­gan­daak­tiv­itäten zum 15. Todestag des NS – Kriegsver­brech­ers Rudolf Hess im ver­gan­genen Jahr zeigten dies. Zudem wur­den unlängst Nazis der Kam­er­ad­schaft „Hauptvolk“ in ein­er Prem­nitzer Wach­schutz­fir­ma, die in
der Region u.a. für das Überwachen von Ver­anstal­tun­gen,
Fahrzeugkon­trollen und bewaffneten Per­so­n­en­schutz engagiert wird, ent­tarnt. Beson­ders brisant war in dem Fall auch die Bewachung des Rathenow­ers Flüchtling­sheims (!) durch diesen Wach­schutz, da es in den let­zten Jahren zu mas­siv­en ras­sis­tisch motivierten Über­grif­f­en auf Flüchtlinge aus diesem Heim gekom­men war.

Der Kampf gegen den Nation­al­sozial­is­mus endet nicht am 8.Mai 1945!

Kein Frieden für Hitlers Erben!

Aufrufer

Antifaof­fen­sive West­havel­land, Antifaschis­tis­che Front Rathenow, Jungdemokraten/Junge Linke Rathenow, Flüchtlinge aus Rathenow, Antifaschis­tis­che Aktion Neu­rup­pin

Unter­stützer:

Antifa Weißensee, Antifa Hohen­schön­hausen, Antifa Jugend Ost­ber­lin, Autonome Antifa Gen­thin

Zusatz­in­for­ma­tio­nen

Rathenow 1933 – 1945 (Geschichte der Juden in
Rathenow):

www.brandenburg.de

Nazis in Rathenow und Umge­bung heute:

www.inforiot.de/westhavelland

Ver­wen­dete Quellen:

1.) Märkische All­ge­meine Zeitung (MAZ) 28.03.2003, veröf­fentlicht am
28.03.2003 auf www.inforiot.de

2.) Ver­fas­sungss­chutzbericht Bran­den­burg 2001

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