15. November 2006 · Quelle: Plattform gegen Rechts

Antifaschistische Demonstration am 17.11. in Frankfurt (Oder)

Die Ver­nich­tung des Faschis­mus mit all seinen Wurzeln bleibt unser Ziel”

Am Don­ner­stag, den 9. Novem­ber 2006, fand auf dem Brun­nen­platz in Frank­furt (Oder) eine Gedenkver­anstal­tung, die an die Pogrom­nacht in Nazideutsch­land vor 68 Jahren erin­nern sollte, statt.

Zahlre­iche Men­schen fan­den sich am frühen Abend am Gedenkstein der niederge­bran­nten Syn­a­goge für ein stilles Gedenken ein. Während der Ver­anstal­tung tauchte eine Gruppe Recht­sradikaler auf und machte mit Pro­voka­tio­nen und Pöbeleien auf sich aufmerk­sam. Nach der Ver­anstal­tung ris­sen die Nazis die niedergelegten Blu­menge­binde vom Gedenkstein, war­fen Grablichter auf die Straße und urinierten auf die Gedenk­tafel. Erst nach alle­dem wur­den die Recht­sradikalen von der Polizei festgenom­men.

Diese ver­acht­enswerte Schän­dung rei­ht sich in eine Rei­he recht­sradikaler Gewalt­tat­en in der Oder­stadt ein. Neo­faschis­tis­che Gewalt gehört in Frank­furt (Oder) lei­der zum All­t­ag.

Bere­its zwei Jahre nach der Wiedervere­ini­gung kam es zu den ersten Angrif­f­en auf pol­nis­che Reise­busse. Pol­nis­che Stun­dentIn­nen wur­den in der fol­gen­den Zeit wieder­holt durch die Stadt gejagt. Im Jahr 2003 ermorde­ten Neon­azis einen Punk in sein­er Woh­nung. Asyl­be­wer­berIn­nen und Migran­tInnen wer­den immer wieder Opfer faschis­tis­ch­er Gewalt, wie der Über­griff auf einen afrikanis­chen Asyl­be­wer­ber zeigt, der von den Gästen ein­er Diskothek, die er eben­falls besucht hat­te, vor den Augen zahlre­ich­er Gaffer kranken­haus­reif geschla­gen wurde. Ein weit­er­er Fall, der die zunehmende Aggres­siv­ität der Neon­azis belegt, ist der Folter­skan­dal im Jahr 2004, bei dem Neon­azis einen jun­gen Mann stun­den­lang mit kaum vorstell­bar­er Per­ver­sion quäl­ten.

Aus­sagen wie die des Ober­bürg­er­meis­ters Mar­tin Patzelt (CDU) im RBB-Inter­view am 10.11.06, in dem er ver­laut­en ließ: “…Wir haben in den let­zten Jahren durch die Net­zw­erkar­beit, die wir sehr erfol­gre­ich betrieben haben, wenig solch­er Zwis­chen­fälle und Wahrnehmungen machen müssen… ” bele­gen, dass ein Großteil der Stad­to­beren gegenüber der Prob­lematik Ras­sis­mus und Anti­semitismus in den let­zten Jahren Augen und Ohren ver­schlossen hielt.

Schließlich ist bekan­nt, dass die NPD nun­mehr seit zwei Jahren darum bemüht ist, einen Stadtver­band in Frank­furt zu grün­den. Im Jahr 2006 führte sie zwei Saalver­anstal­tun­gen sowie einen Info­s­tand durch und kündigte eine Demon­stra­tion an, um Sym­pa­thisan­tInnen für sich zu gewin­nen. Dabei ste­ht sie nicht allein, denn es ist ihr gelun­gen, Unter­stützung aus dem Hooli­gankreis des Frank­furt Fußball Clubs Vik­to­ria ´91 e.V. zu bekom­men. Die Neon­azis fall­en bei Auswärtsspie­len durch Trans­par­ente mit der Auf­schrift “FCV gegen Links” und Parolen wie “Babels­berg ´03 Arbeit macht frei” neg­a­tiv auf. Es kommt auch immer wieder zu Angrif­f­en auf Men­schen, die nicht in ihr faschis­toides Welt­bild passen. Die zahlre­ichen Medi­en­berichte im Zeitraum der Fußball-WM sprechen für sich. Doch dies sind nur Beispiele, welche die ver­stärk­ten Neon­azi­ak­tiv­itäten in Frank­furt (Oder) wider­spiegeln.

Viele Migran­tInnen und alter­na­tive Jugendliche empfind­en die Stadt als unerträglich. Wenn die Stadt den Slo­gan eines “Fre­undlichen Frank­furts” aufrecht erhal­ten will, muss sie sich endlich den Tat­sachen stellen. Die Men­schen in Frank­furt (Oder) leben unter Diskri­m­inierung und in ständi­ger Bedro­hung durch Nazis.

Wir wollen diese Zustände nicht weit­er hin­nehmen und sagen “Stop-Kein Fußbre­it den Faschis­ten”.

Als eine Reak­tion auf die anti­semi­tis­chen Ran­dale während sowie das faschis­tis­che Treiben in der Stadt wird am Fre­itag, den 17.11. eine antifaschis­tis­che Demon­stra­tion in der Oder­stadt stat­tfind­en.

Die Pro­voka­tio­nen durch Neon­azis sind nicht länger hin­nehm­bar. Es ist notwendig, dass die Men­schen aufwachen, auf­ste­hen und entschlossen Stel­lung gegen Ras­sis­mus und Anti­semitismus beziehen. Deshalb: kommt alle zahlre­ich zur Demon­stra­tion!

Mit antifaschis­tis­chen Grüßen Plat­tform gegen Rechts

Antifaschis­tis­che Recherchegruppe Frank­furt (Oder), Autonome Antifa Frank­furt (Oder), Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt (BORG), Die Linke/PDS Frank­furt (Oder), Kindervere­ini­gung e.V. Frank­furt (Oder), Kindervere­ini­gung e.V. Lan­desver­band Bran­den­burg, Utopia e.V., VVN Bund der Antifaschis­ten

:::Antifaschis­tis­che Demon­stra­tion:::

:::17.11.06:::Frankfurt (Oder):::

:::Start 16:30 Uhr:::Brunnenplatz:::

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