25. Januar 2010 · Quelle: AATF

Antifaschistische Kundgebung am 27. Januar in Zossen

Protest nach mutmaßlichem Brandanschlag

In der Nacht des 22. zum 23. Jan­u­ar ist das „Haus der Demokratie“ in Zossen, durch zurzeit unbekan­nte Ursachen, niederge­bran­nt.

 

Vieles deutet auf einen Bran­dan­schlag von lokalen Neon­azis aus dem Umfeld der Kam­er­ad­schaft „Freien Kräfte Tel­tow-Fläming“ hin. Sollte sich dies bewahrheit­en, stellt dieser Anschlag bei dem die ger­ade öffentlich gezeigte Ausstel­lung „Jüdis­ches Leben in Zossen“ ver­bran­nt ist, einen der schlimm­sten anti­semi­tis­chen Anschläge im Land Bran­den­burg seit dem Bran­dan­schlag auf die „Jüdis­che Baracke“ in der KZ-Gedenkstätte Sach­sen­hausen im Jahr 1992 dar.

 

Die Bürg­erini­tia­tive „Zossen zeigt Gesicht“, als Begrün­derin des Haus­es, engagiert sich seit einiger Zeit in einem bre­it­en Bünd­nis gegen faschis­tis­che Struk­turen in Tel­tow-Fläming und ver­sucht durch selb­stor­gan­isierte Pro­jek­te eine kri­tis­che Zivilge­sellschaft zu fördern.

 

Am kom­menden Mittwoch, den 27. Jan­u­ar, wird eine große Gedenkver­anstal­tung in der Zossen­er Innen­stadt stat­tfind­en. Anlass ist der „Inter­na­tionale Holo­caustge­denk­tag“. Karl Sten­zel, 94 Jahre alt, Mit­glied der „Vere­ini­gung der Ver­fol­gten des Naziregimes — VVN-BdA“, ehe­ma­liger Häftling des Konzen­tra­tionslagers Sach­sen­hausens, wird in diesem Zusam­men­hang über sein Leben im Wider­stand gegen den nation­al­sozial­is­tis­chen Ter­ror bericht­en. Wegen des Bran­des wird er nun im Saal der Kirchenge­meinde Zossen am Kirch­platz 4 sprechen. Auch wenn Neon­azis in Zossen nicht davor zurück schreck­en, Angst und Ter­ror zu ver­bre­it­en, sind die Zossen­er AntifaschistIn­nen nicht bere­it, Ihnen das Feld zu über­lassen.

 

In diesem Zusam­men­hang beze­ich­nend für die poli­tis­che Lage in Zossen ist auch ein Kom­men­tar der Zossen­er Bürg­er­meis­terin, Michaela Schreiber. Diese ver­harm­loste die Gefahr durch Nazis in ihrer Stadt und ver­wies auf eine Mitschuld der Bürg­erini­tia­tive, welche „zu links“ bzw. kri­tisch wäre und dadurch den Zorn der Nazis natür­licher­weise anziehen würde. Das die Bürg­er­meis­terin mit solchen Aus­sagen poli­tis­che Anknüp­fungspunk­te für Nazis her­stellt, nimmt diese unkri­tisch in Kauf. Das faschis­tis­che Prob­lem in Zossen wird somit von ihr verneint und auf einen Zus­tand reduziert, welch­er nur her­vortrete, wenn Nazis provoziert wer­den wür­den. Das dieser Ansatz nicht nur falsch ist, son­dern die schlecht­en „Zossen­er Zustände“ noch ver­härtet, anstatt diese pro­gres­siv zu lösen, stellt ein großes Prob­lem für weit­eres antifaschis­tis­ches Vorge­hen dar.

 

Dies stellt ein Schlag ins Gesicht für die Men­schen dar, die sich offen den Nazis ent­ge­gen­stellen und für eine demokratis­che poli­tis­che Kul­tur in Zossen stre­it­en. Die Bürg­er­meis­terin verken­nt ganz offen­sichtlich die poli­tis­chen Bedeu­tung dieses anti­semi­tis­chen Anschlages“, so Hannes Püschel, Mit­glied des Lan­desvor­standes der VVN-BdA Bran­den­burg.

 

Um diesen fatal­en poli­tis­chen Ten­den­zen in Zossen effek­tiv ent­ge­gen­zuwirken, rufen wir Grup­pen und Einzelper­so­n­en dazu auf, sich an der Gedenkkundge­bung in Zossen zu beteili­gen und ihre Sol­i­dar­ität mit den Betrof­fe­nen von rechter und anti­semi­tis­ch­er Gewalt zu zeigen.

 

Die Ver­nich­tung des Nazis­mus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Auf­bau ein­er neuen Welt des Friedens und der Frei­heit ist unser Ziel“. (Schwur von Buchen­wald)

 

Antifaschis­tis­che Gedenkkundge­bung: Mark­t­platz Zossen / 17 Uhr
Zeitzeu­genge­spräch: Kirch­platz 4, Saal der Kirchenge­meinde / 19 Uhr

 

Diesen Aufruf unter­stützen: VVN-BdA e.V. — Land Bran­den­burg, VVN-BdA Pots­dam-Mit­tel­mark-Fläming, Autonome Antifa Tel­tow-Fläming [aatf], Linksju­gend Sol­id‘ TF, Soziale Unruhe Blanken­felde [SUB], Linke Fläming Unit­ed [LFU]

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