16. Juli 2005 · Quelle: MAZ

Auf dem Weg ins gelobte Land

(WIEBKE KIRSCH, MAZ) BELZIG Jugendliche, wie sie ver­schieden­er nicht sein kön­nen, tre­f­fen sich heute am Bahn­hof der Kur- unbd Kreis­stadt. Gemein­sam steuern sie den Flughafen Berlin-Schöne­feld an. Die Reise geht in das gelobte Land Israel. Bei den 16- bis 20-Jähri­gen mag es kaum ein­er zugeben, nervös zu sein oder gar Angst zu haben. Doch Fra­gen, beispiel­sweise nach dem Polizeinotruf, lassen anderes vermuten. 

Seit einem Jahr laufen die Vor­bere­itun­gen für die Reise. Ent­standen war die Idee dafür in einem Gespräch zwis­chen Hel­mut Kautz, Kreisju­gen­dar­beit­er der evan­ge­lis­chen Kirche, und Lukas Kriegler, Mit­glied der Jugend-Antifa Belzig. Bei­de sam­melten schon Erfahrun­gen in Israel und wollen sie nun an die Jugendlichen in ihrem Umfeld weit­er geben. Ihr Exper­i­ment wird als “Pilot­gruppe” beze­ich­net, “doch zu guter Let­zt soll eine salon­fähige Part­ner­schaft zwis­chen Belziger und israelis­chen Jugendlichen entste­hen”, so Kautz. Das Bun­desmin­is­teri­um für Jugend, Senioren, Frauen und Fam­i­lie unter­stützt das Anliegen mit ein­er fün­f­stel­li­gen Summe. 

Eine gewisse Vor­freude lag am Mittwoch schon im Wohnz­im­mer von Fam­i­lie Kautz. Man traf sich, um let­zte Fra­gen und Pro­gram­män­derun­gen zu klären. “Ich freue mich, bin mir über meine Erwartun­gen an die Sache noch im Ungewis­sen”, meinte Rudolf Mün­der, Mit­glied des Reiseteams. 

Ganz unge­fährlich wird´s schließlich nicht. Erst let­zten Dien­stag fand ein Selb­st­mor­dan­schlag in Netan­ja statt, wobei vier Frauen ihr Leben lassen mussten. “Die Sicher­heit­slage ist nicht die ein­fach­ste”, so Lukas Kriegler. Auch Kautz appel­lierte daher an das Benehmen der Jugendlichen an den Flughäfen. Zusam­men klärten sie ihre Begleit­er über Klei­derord­nung, Benehmen und Ausse­hen an Heiligtümern Israels auf. Es fol­gte die Prü­fung von Per­son­al­doku­menten, die Abstim­mung von Ter­mi­nen und den Gastgeschenken. 

Die näch­sten fünf Tage sind gespickt mit Aus­flü­gen, Besuchen und Tre­f­fen. Zwis­chen Früh­stück und Abend­brot ist täglich reich­lich Zeit für Diskus­sio­nen über die aktuelle poli­tis­che und gesellschaftliche Lage Israels. Doch erst ein­mal sollen die Kon­tak­te mit der Part­ner­schule in Even Yehu­da geknüpft wer­den. Auch der Alt- und Neustadt Jerusalems und dem Par­la­ment, der Knes­set, wer­den Besuche abges­tat­tet. Zwis­chen­durch werde immer Zeit sein, sich zu berat­en, oder Prob­leme aus der Welt zu schaf­fen, sagt Kautz. 

Schnell ist klar gewor­den, dass die Inter­essen der Gruppe ges­plit­tet sind. “Es gibt die religiös und die geschichtlich-poli­tisch motivierten Teil­nehmer”, erläuterte Kriegler. Das ver­spricht eine inter­es­sante Fahrt zu wer­den, wenn Mit­glieder der Jugend-Antifa Belzig mit denen der Arbeits­ge­mein­schaft evan­ge­lis­che Jugend zusam­men prallen. Die Dif­feren­zen sind nicht wirk­lich prob­lema­tisch. “Wir ken­nen uns alle schon mehr oder weniger. Also ist es nicht so, dass man hier in völ­lig neue Gesichter sieht”, so Münder. 

Wann die Israelis in den Fläming kom­men, ste­ht auch schon fest. Vom 28. Sep­tem­ber bis 5. Okto­ber wer­den die Jugendlichen ihnen Belzig und Umge­bung näher brin­gen. “Wenn die uns besuchen, möchte ich, dass sie ein­mal das Gefühl von totaler Frei­heit spüren kön­nen. Dass sie die Straßen passieren kön­nen, ohne von Äng­sten geplagt zu sein.”, sagte Kautz. 

Das ver­trauliche Ver­hält­nis zu Hel­mut Kautz und Lukas Kriegler scheint eine gute Grund­lage, daraus sowohl inter­na­tionale und als auch nationale Fre­und­schaften entste­hen, was ja Ziel der Reise ist. Der Flug wird gegen 14 Uhr über­standen sein. Dann wird die Del­e­ga­tion in Tel Aviv empfangen.

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