12. November 2008 · Quelle: PNN

AWO gibt Lerchensteig auf

Hen­ri Kramer

Die Arbeit­er­wohlfahrt (AWO) gibt auf: Der Betreiber des umstrit­te­nen Asyl­heims am Lerchen­steig zieht sich aus dem neuen Ver­gabev­er­fahren zurück, wie Flüchtlinge kün­ftig in Pots­dam wohnen sollen. „Wir beteili­gen uns nicht weit­er“, sagte Angela Basekow gestern Abend den PNN auf Anfrage. Sie bestätigte damit das Ende des Lerchen­steigs unter AWO-Ver­ant­wor­tung: „Ja, wir sind raus.“ Die Gründe dafür lägen im neuen Ver­fahren „selb­st“. Details der Entschei­dung wolle sie jedoch erst später nennen.

Gestern Nach­mit­tag hat­te sich Basekow mit der Pots­damer Sozial­beige­ord­neten Elona Müller getrof­fen, um mit ihr über die Zukun­ft des Lerchen­steigs zu reden. Hin­ter­grund: In ein­er jüngst been­de­ten Auss­chrei­bung über die Unter­bringung von Flüchtlin­gen in der Lan­deshaupt­stadt war die AWO der einzige Bewer­ber – mit dem Lerchen­steig als Ange­bot, wie Basekow gestern bestätigte. Doch soll das abgele­gene Flüchtling­sheim am Stad­trand laut jüngst beschlossen­em Inte­gra­tionskonzept „zugun­sten inte­gra­tionspoli­tisch sin­nvollerer Lösun­gen aufgegeben wer­den“ – etwa durch mehrere Unterkün­fte in der ganzen Stadt.

Müller hat­te auf die Lerchen­steig-Bewer­bung in der ver­gan­genen Woche ablehnend reagiert, mit der Begrün­dung, diese sei „nicht so wirtschaftlich wie gewün­scht“ gewe­sen. Deswe­gen werde die Auss­chrei­bung nun in ein „Ver­hand­lungsver­fahren“ umge­wan­delt, so Müller. Dem­nach wür­den alle Inter­essen­ten angeschrieben, die Bewer­bung­sun­ter­la­gen ange­fordert haben, auch ohne wirk­lich zu bieten. Unklar ist, ob es darauf schon Rück­mel­dun­gen gibt. Müller war gestern Abend nicht mehr zu erreichen.

Mit dem Rück­zug der AWO ist die Stadt nun drin­gend auf einen neuen Anbi­eter angewiesen. „Wir ver­han­deln für den Lerchen­steig noch einen Zwis­chen­ver­trag bis näch­stes Jahr“, sagte Basekow. Bis wann dieser gel­ten soll, kon­nte sie nicht genau sagen, ver­mutete aber Früh­jahr 2009. Die Stadt hat die neue Form der Unter­bringung von Flüchtlin­gen aber erst ab Juli 2009 ausgeschrieben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Beiträge aus der Region

Die heuti­gen Veröf­fentlichun­gen von Frag­Den­Staat, rbb und dem ARD-Poli­tik­magazin Kon­traste führen vor Augen, zu welchen frag­würdi­gen Mit­teln das Bran­den­burg­er Innen­min­is­teri­um greift, um den Bau eines  Abschiebezen­trums am BER durchzusetzen.
Das Bünd­nis “Abschiebezen­trum BER ver­hin­dern” startet heute (04.07.2022) eine
Online-Aktionswoche gegen “Hard­er und Part­ner” – der Abschiebein­vestor soll das
geplante Abschiebezen­trum am Flughafen BER bauen.
An die Evan­ge­lis­che Kirche: Ver­ant­wor­tung JETZT. Protest entkrim­i­nal­isieren! Aufruf zur Demo “Gar­nisonkirche stop­pen”: Dien­stag, 7. Juni, 17 Uhr Start Am Grü­nen Git­ter 1, Frieden­skirche / Sitz des Ev. Kirchenkreis­es Potsdam 

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot