23. Oktober 2005 · Quelle: Indymedia

Bäume in Lacoma geräumt

Am Dien­stag been­dete der Energieriese Vat­ten­fall — mit fre­undlich­er Unter­stützung der Polizei — die Baumbe­set­zun­gen zur Ret­tung der Laco­maer Teich­land­schaft. Die Beset­zerIn­nen woll­ten den Bau ein­er Entwässerungsan­lage in dem €päis­chen Naturschutzge­bi­et (FFH) ver­hin­dern, mit der Vat­ten­fall den Grund­wasser­spiegel auf 60m Tiefe absenken will.


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Grund für die Ver­wüs­tung, die Vat­ten­fall anricht­en will, ist der nachrück­ende Braunkohle­bag­ger des Tage­baus Cot­tbus Nord. Schon seit Jahrzehn­ten wehrt sich das kleine Dorf Laco­ma, nördlich von Cot­tbus gele­gen, gegen den näher kom­menden Bag­ger und die Zer­störung ihres Dor­fes sowie der angren­zen­den Teich­land­schaft. Bis vor drei Jahren erfol­gre­ich — seit­dem wur­den (bis auf eines) alle Häuser in Laco­ma abgeris­sen, das let­zte davon am gestri­gen Fre­itag. Dies geschieht, obwohl der Bag­ger noch mehrere Kilo­me­ter ent­fer­nt vor sich hin schaufelt. Der Stromgi­gant Vat­ten­fall Europe (Eigner­in aller Lausitzer Braunkohle­tage­baue; der BEWAG, Berlin; der HEW, Ham­burg; auch AKW-Betreiberin) schaffte Tat­sachen. Das gle­iche Schick­sal dro­ht nun auch der “Laco­maer Teich­land­schaft mit Ham­mer­graben”, einem €päis­chen Naturschutzge­bi­et, das neben dem vom Ausster­ben bedro­ht­en “Baum des Jahres 2006”, der Schwarz­pap­pel, noch weit­eren ca. 170 bedro­ht­en Tier- und Pflanzenarten einen Leben­sraum bietet.


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Auf ein­er Eiche und vier Schwarz­pap­peln saßen dann am Tag der Räu­mung auch die acht AktivistIn­nen. Tags zuvor waren die Vat­ten­fäller bere­its im Ein­satz. Sie sägten sich den Weg zu den beset­zten Bäu­men frei und gin­gen dabei nicht zim­per­lich vor. In Begleitung des Vat­ten­fall-Umsied­lungs­beauf­tragten Kretschmar, eines pri­vat­en Sicher­heits­di­en­stes, sowie etwa 25 Bere­itschaft­spolizis­ten aus Pots­dam, sägten sie teil­weise in unmit­tel­bar­er Nähe der beset­zten Bäume und gefährde­ten somit die AktivistIn­nen, die in 15 bis 20 Metern Höhe an ihren Bäu­men hin­gen.

Auch am Dien­stag gin­gen die Vat­ten­fäller skru­pel­los vor. Mehrere Male wurde das Leben der AktivistIn­nen gefährdet. So set­zten Ein­satzkräfte der werk­seige­nen Feuer­wehr nur wenige Zen­time­ter von einem Sicherung­seil die Ket­ten­säge an, um sich den Weg für ihre Hubleit­er frei zu sägen. Weit­ere Seile wur­den gekappt, ohne eine Gefährdung für die Klet­terIn­nen auszuschließen. Sog­ar Kretschmar per­sön­lich set­zte die Schere an. Außer­dem kappten die werk­seige­nen Feuer­wehrleute auch die Befes­ti­gun­gen ein­er über 2m lan­gen und 60kg schw­eren Plat­tform, die gegen den Baum krachte — 10m darüber hing während­dessen noch ein Aktivist.

Ob das von der bran­den­bur­gis­chen Polizei gedeck­te Vorge­hen auf reinen Dilet­tan­tismus seit­ens der Vat­ten­fäller zurück zu führen ist (Vat­ten­fall-Press­esprech­er Fromm im RBB-Inter­view: “Es han­delt sich um die erste Baumbe­set­zung im Unternehmen.”) oder ob der Konz­ern zeigen wollte, wie weit er für seine Inter­essen bere­it ist zu gehen, bleibt fraglich. Klar ist jedoch, dass der Energieriese an einem empfind­lichen Punkt getrof­fen wurde; schließlich will sich der Konz­ern in Berlin und Ham­burg ab Anfang näch­sten Jahres mit seinem “richti­gen” Namen nen­nen lassen.

Aus BEWAG / HEW wird Vat­ten­fall und Umweltschutz bleibt Lüge!

Weit­ere Fotos und Infos unter: Indy­media

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