23. August 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

Begegnungsstätte für Aussiedler in Wittstock geplant

WITTSTOCK Die Stim­mung hat­te sich gebessert. “Wir ziehen alle an einem Strang”, betonte Eike Lan­celle, Staatssekretär des Bran­den­bur­gis­chen Innen­min­is­teri­ums: “Wenn es sein muss, auch fünf Jahre lang.” Er hat­te am Mittwoch zur zweit­en großen Runde ins Witt­stock­er Rathaus ein­ge­laden. Das Schw­er­punk­t­the­ma: Aussiedler und ihre Inte­gra­tion. Zweites The­ma: Recht­sex­trem­is­mus. “Es tut sich was”, sagte Lan­celle. Ent­war­nung wollte jedoch noch nie­mand geben.


Die ver­stärk­te Polizeipräsenz werde beibehal­ten, sicherte Lan­celle zu. Das hat­te er schon bei der ersten Runde nach dem Ver­brechen in Alt Daber betont. Doch inzwis­chen hät­ten Witt­stock, Land­kreis und das Aktions­bünd­nis um Super­in­ten­dent Heinz-Joachim Lohmann gute Arbeit geleis­tet. Konkret wurde Lan­celle beim Aussiedler­ber­ater: Weil es Lew Sin­ner in seinem Büro im Witt­stock­er Rathaus an Ausstat­tung man­gelt, will er 500 Euro bere­it stellen. Weit­ere 500 Euro sollen über das bran­den­bur­gis­che “Aktions­bünd­nis gegen Gewalt, Recht­sex­trem­is­mus und Frem­den­feindlichkeit” kom­men. Auch dessen Vor­sitzen­der Dr. Rolf Wis­chnath, Aus­län­der­beauf­tragte Almuth Berg­er und weit­ere Vertreter der Min­is­te­rien waren aus Pots­dam gekommen. 

 

Lan­drat Chris­t­ian Gilde und der Kreisaussiedler­beauf­tragte Michael Möbius wur­den für das vorgelegte “Hand­lungskonzept” gelobt. Es soll im Sep­tem­ber in den Kreistag gehen. Dem­nach nimmt der Kreis jährlich 200 Aussiedler auf. Dabei gibt es Auf­nah­me­quoten. So hätte Neu­rup­pin rund 28 Prozent, Witt­stock 11 Prozent aufnehmen sollen. Da es in der Dosse-Stadt mehr Leer­stand gab, kamen auch mehr Men­schen. So fan­den in Neu­rup­pin 1999 ins­ge­samt 84 Aussiedler eine neue Heimat, 2000 waren es 30, im ver­gan­genen Jahr 3 Per­so­n­en. Witt­stock (mit Alt Daber) nahm 1999 ins­ge­samt 73 Aussiedler auf, 2000 waren es 50, im ver­gan­genen Jahr sog­ar 103 Personen. 

 

Das werde sich ändern, so der Kreisaussiedler­beauf­tragte Michael Möbius. Die Auf­nah­mezahlen gehen zurück, es soll anders verteilt wer­den. Über­gangslö­sun­gen wie das Heim in Alt Daber wird es nicht mehr geben. Zudem wird ein “Net­zw­erk” bei der Inte­gra­tion helfen. Am 19. Sep­tem­ber soll es im großen Witt­stock­er Rathaus­saal gegrün­det werden. 

 

Der Vorschlag, für erwach­sene Aussiedler eine Begeg­nungsstätte zu schaf­fen, fand in der großen Runde Zus­tim­mung. Räume in der Rote-Müh­le-Sied­lung kön­nten genutzt wer­den. Befürch­tun­gen, damit die Inte­gra­tion zu behin­dern, wur­den nicht geteilt. “Die Aussiedler laden gerne ein”, meinte Lan­drat Gilde. Die Schwellenangst, das Ange­bot offen­er Türen ander­er Ein­rich­tun­gen zu nutzen, sei dage­gen hoch. Das Jugend­prob­lem soll im Blick gehal­ten wer­den. Bürg­er­meis­ter Lutz Schei­de­mann machte jedoch klar, dass die Stadt die Stelle eines Jugendpflegers nicht finanzieren könne. Zusagen für finanzielle Unter­stützung gab es von den Vertretern aus Pots­dam jedoch nicht. 

 

Die Fortschritte in Witt­stock wur­den in der Runde pos­i­tiv eingeschätzt. Jet­zt müsse inten­siv weit­er gear­beit­et wer­den, hieß es. “Das Prob­lem liegt Mit­ten in der Gesellschaft”, so Aus­län­der­beauf­tragte Almut Berg­er. Vor allem die Witt­stock­er selb­st müssten mehr Farbe bekennen.

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