31. Oktober 2004 · Quelle: MAZ

Brandanschlag auf Agentur

Arbeit­samtschefin geht von geziel­ter Aktion aus / 10 000 Euro Schaden

(MAZ, Franzsi­ka Mohr, 29.10.) KÖNIGS WUSTERHAUSEN
Kurz nach Mit­ter­nacht klingte bei der Lei­t­erin der Königs-Wuster­hausen­er Agen­tur für Arbeit das Tele­fon: “Das Arbeit­samt bren­nt”. Zwölf Minuten später stand Her­ma Paul betrof­fen vor Ort im Weg am Kreis­gericht in Königs Wuster­hausen. Die Feuer­wehr hat­te den Brand des link­er­hand befind­lichen Anbaus bere­its gelöscht. Hier befand sich das Büro eines Arbeitsver­mit­tlers.

Polizeibeamte fan­den einen Eimer mit Müll, der vor dem Ein­gangs­bere­ich abgestellt und dann offen­sichtlich angezün­det wor­den war. “Es beste­ht Ver­dacht auf Brand­s­tiftung. Wir ermit­teln auf Hoch­touren”, sagte Polizeis­prech­er Lothar Wal­ter.

Arbeit­samtschefin Her­ma Paul geht “von einem geziel­ten Bran­dan­schlag” aus. Paul: “Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand rein zufäl­lig ohne bösen Willen aus­gerech­net vor der Arbeit­sagen­tur seinen Mülleimer abstellt.” Paul ver­mutet, “dass der Täter ein Sig­nal set­zen wollte. Dabei wird meinen 75 Beschäftigten Angst und Bange, was hier noch alles passieren kön­nte.” Mitar­bei­t­erin Nicole Stiel­er nimmt es hinge­gen gelassen: “Mit diesem Risiko müssen wir eben leben.”

Auf­grund eines Bürg­er­hin­weis­es waren zwei Polizeibeamte eines Streifen­wa­gens Mittwochnacht gegen 23.30 Uhr als erste vor Ort. Sie ver­sucht­en bis zum Ein­tr­e­f­fen der Feuer­wehr, die Aus­bre­itung des Bran­des mit Pul­ver-Lösch­ern zu ver­hin­dern. Das Feuer griff teil­weise auf die Außen­fas­sade des Gebäudes über, kon­nte aber von der Feuer­wehr in kurz­er Zeit gelöscht wer­den.

Ver­let­zt wurde nie­mand. Auch die Arbeits­fähigkeit der Agen­tur wurde nicht beein­trächtigt.

“Hier läuft heute früh alles ganz nor­mal weit­er”, bekräftigte Paul gestern auch auf Anfrage des Königs-Wuster­hausen­er Bürg­er­meis­ters Ste­fan Lud­wig (PDS), der sich gle­ich­falls betrof­fen zeigte. Lediglich ein paar Mitar­beit­er seien umge­set­zt wor­den, um dem Brandgeruch zu ent­fliehen.

Der Sach­schaden beläuft sich auf etwa 10 000 Euro. Vor der Arbeit­sagen­tur wollte sich gestern nie­mand zu dem Bran­dan­schlag äußern. Eine ältere Frau meinte lediglich, dass beina­he zu erwarten gewe­sen sei, dass angesichts der drastis­chen Kürzun­gen der Arbeit­slosen­hil­fe mal jemand durch­dreht. “Die richtigere Antwort aber wäre, dass die Bürg­er wieder auf die Straße gehen wie 1989”, meinte sie.

(INFORIOT Anmerkung: Nach Angaben der Gruppe Red Action wurde im autonomen Berlin­er Szen­emagazin Inter­im über die Anschläge berichtet.)

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