25. September 2016 · Quelle: CHEKOV ...the unoptimal location

Cottbus: Naziangriff auf das Chekov

Der Schock sitzt tief: In der Nacht zum 24. September kam es in Cottbus zu einem Angriff von Nazi-Hools auf die linksalternative Location "Chekov" in der Spremberger Vorstadt. Dabei wurden mehrere Personen verletzt und es entstand ein Schaden von etwa 500 €.

Liebe Gäste, liebe Fre­undIn­nen, liebe Unter­stützerIn­nen,
die let­zten Tage waren für uns nicht ein­fach. Wie einige von euch vielle­icht schon durch die Medi­en mit­bekom­men haben, wurde Fre­ita­gnacht unser geliebtes Chekov ange­grif­f­en.
Einige Absol­ventIn­nen der Medi­zinis­chen Fach­schule haben bei uns ihren Abschluss gefeiert. Gegen Mit­ter­nacht wurde die Par­ty abrupt unter­brochen. Vom Stadtring aus pöbelte eine Gruppe von etwa 20 ver­mummten jun­gen Män­nern bere­its von Weit­em die Gäste mit Parolen wie “Ihr Scheißzeck­en!” an. Kurz darauf näherten sie sich zügig dem Chekov.
Zu diesem Zeit­punkt befan­den sich vor allem junge Frauen auf dem Außen­gelände, die gar nicht wussten, wie ihnen geschieht. Die Män­ner kamen durch das offene Tor auf die Gäste zu und ver­wick­el­ten sie in Diskus­sio­nen und Pöbeleien. Sie war­fen mit Flaschen und schlu­gen den Anwe­senden die Getränke aus den Hän­den, während ein­er der Män­ner den Zaun neben unserem Ein­gangstor ein­trat. Trau­ri­gen Höhep­unkt des Ganzen stellte der gewalt­tätige Angriff eines rot-weiß mask­ierten Mannes auf eine der jun­gen Frauen dar. Er schlug sie ins Gesicht und sie musste im Nach­hinein noch zur Vor­sorge ins Kranken­haus gebracht wer­den.
Der Schock über diesen skru­pel­losen Angriff sitzt uns tief in den Knochen. Dieser Über­fall auf das Check­ov war nicht der erste. Es war aber der aggres­sivste der drei Angriffe in den let­zten 12 Monat­en.
Seit Jahrzehn­ten set­zten und set­zen sich immer noch viele engagierte Men­schen dafür ein mit dem Vere­in zur Förderung sub­kul­tureller Aktiv­itäten e.V. und damit dem Chekov den Cot­tbuserIn­nen einen Freiraum zu bieten. Für uns ist klar, dass es sich um einen poli­tisch motivierten Angriff von rechts han­delt. Nicht nur die Parolen, welche skandiert wur­den, son­dern auch die mas­sive Flut an “Defend Cot­tbus”- als auch “No Asyl”-Stickern, die in dieser Nacht rund um das Chekov aufge­taucht ist.
Uns ist klar, dass wir mit unseren vielfälti­gen Ange­boten, die allen offen ste­hen, egal woher sie kom­men, welch­es Geschlecht sie haben oder welche Sprache sie sprechen, der recht­en Szene ein Dorn im Auge sind. Jedoch ist uns bewusst, dass unser Ange­bot, welch­es wir genau hier im Chekov schaf­fen, einzi­gar­tig in Cot­tbus ist. Und das unsere Stadt genau ein solch­es Ange­bot weit­er­hin braucht. Wir lassen uns in unser­er Arbeit nicht beir­ren und wer­den auch in Zukun­ft genau an dieser Einzi­gar­tigkeit fes­thal­ten und unseren Weg weit­er ver­fol­gen. Was wir, gemein­sam mit vie­len von euch, hier schaf­fen ist gut und wichtig für Cot­tbus!
Der Schaden, welch­er in dieser schock­ieren­den Nacht ent­standen ist, ist nicht nur materiell. Jedoch rech­nen wir auch mit Kosten in Höhe von etwa 500€, die nun auf uns zukom­men. Wir engagieren uns hier alle ehre­namtlich und brauchen jet­zt und in Zukun­ft jeden von euch! Unter­stützt uns und kommt vor­bei, lasst uns gemein­sam und sol­i­darisch ein Zeichen set­zen, dass wir uns nicht von Nazis und rechter Gewalt ein­schüchtern lassen! Schaut ein­fach vor­bei, kommt zum Fya­ham­nd oder besucht unsere Soli­par­ty, die dem­nächst ver­anstal­tet wird!
Wir freuen uns über jede Unter­stützung!

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