16. August 2016 · Quelle: Berlin rechtsaußen

Der unscheinbare Anti-Antifa-Aktivist

Jörg Schröders Vorteil ist sein Ausse­hen: schlichte Jeans, dun­kles T‑Shirt, keine poli­tis­chen Sym­bole oder Szenek­lei­dung und auch seine Glatze ist mehr ein Zeichen der Alterung als der poli­tis­chen Hal­tung. Nichts lässt ihn aus der Masse her­vorstechen und daraufhin deuten, wer er ist: Neurechter, -Aktivist und Betreiber des extrem recht­en Nachricht­en­por­tals „Spreeruf“.

Schröder (links, mit Sonnenbrille) mit NPD-Aktivisten Rokohl und Odoy beim TddZ in Neuruppin 2015 (Foto (c) apabiz).

Schröder (links, mit Son­nen­brille) mit NPD-Aktivis­ten Rokohl und Odoy beim TddZ in Neu­rup­pin 2015 (Foto © apabiz).


Sein unschein­bares Auftreten hat es ihm in der Ver­gan­gen­heit mehrfach ermöglicht, unbe­hel­ligt Fotos von linken Demonstrant_innen zu machen und diese im Inter­net zu veröf­fentlichen, so zulet­zt am Son­ntag, den 14. August bei ein­er Sol­i­dar­ität­skundge­bung in -Buch anlässlich des Bran­dan­schlags auf eine Unterkun­ft für Geflüchtete. Schröder, der allein am Rande der Ver­samm­lung auf­tauchte, fotografierte Teil­nehmende und postete anschließend einen Artikel unter der Über­schrift „Anti­deutsche ‚Bahn­hof­sklatsch­er’ demon­stri­eren für noch mehr ‚Flüchtlinge’ in -Buch“ auf seinem Blog „Spreeruf“
Der Blog „Spreeruf“, für den Schröder ver­ant­wortlich zeich­net und aus dessen Fed­er ein Großteil der veröf­fentlicht­en Artikel stammt, ver­ste­ht sich als „parteiüber­greifend­es Por­tal“ für Berlin und , mit Adresse in der Prinzessin­nen­straße in Berlin-Kreuzberg. Neben ein­er Rei­he von Artikeln, die gegen Asylpoli­tik, Migra­tion und Geflüchtete wet­tern, arbeit­en sich die Beiträge an zivilge­sellschaftlichem und antifaschis­tis­chem Engage­ment ab. Zen­tral bewor­ben wird außer­dem das neurechte Pro­jekt „Ein­Prozent“ von Götz Kubitschek, Mit­be­grün­der des „Insti­tut für Staat­spoli­tik“ (IfS). Im Kreis des IfS soll er bere­its in Erschei­n­ung getreten sein. Im Jahr 2006 schrieb Schröder außer­dem für die Junge Frei­heit.

 

 

Blog Spreeruf: Jörg Schröders Plattform gegen Links

Blog Spreeruf: Jörg Schröders Plat­tform gegen Links (Screen­shot © apabiz)


Bis 2015 betrieb Schröder den Blog „Barn­imer Per­spek­tiv­en“, eben­falls ein Pro­jekt, das sich als „über­parteilich“ ver­stand. Der Blog, mit Adresse in Eber­swalde, hat­te neben neurecht­en, pseu­do-intellek­tuellen Tex­ten eine eigene Rubrik „Blick nach Links“, unter der Fotos von antifaschis­tis­chen und anti­ras­sis­tis­chen Ver­anstal­tun­gen sowie poli­tis­chen Gegner_innen veröf­fentlicht wur­den. Diese waren allerd­ings nach kurz­er Zeit nur noch mit Pass­wort zu erre­ichen. Nach anfänglich­er Abgren­zung von der NPD tritt Schröder spätestens seit 2013 als Aktivist für die Partei auf. 2014 trat er als NPD-Kan­di­dat für den Kreistag Barn­im an. Obwohl Schröder bis heute bestre­it­et Mit­glied der NPD zu sein, wird in NPD-Veröf­fentlichun­gen vielfach sein Engage­ment für die Partei benan­nt.
Schröder ist 1969 geboren, studierte Forstwirtschaft und arbeit­et als wis­senschaftlich­er Mitar­beit­er am Thü­nen-Insti­tut im Arbeits­bere­ich Herkun­fts- und Züch­tungs­forschung.
Ob Mitglied oder nicht: NPD-Veröffentlichungen zeigen sein Engagement für die Partei.

Ob Mit­glied oder nicht: NPD-Veröf­fentlichun­gen zeigen sein Engage­ment für die Partei. (Sreen­shot © apabiz)

Bei der Wahl zum Kreistag 2014 konnte Schröder für die NPD keinen Sitz gewinnen.

Bei der Wahl zum Kreistag 2014 kon­nte Schröder für die NPD keinen Sitz gewin­nen.

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