11. April 2005 · Quelle: MAZ

Diskussion um Gedenkstätte

WOLTERSDORF Har­ald-Albert Swik ist der alte und seit Sonnabend auch der neue
Vor­sitzende des Fördervere­ins für eine Inter­na­tionale Begeg­nungsstätte
Hachschara Ahrens­dorf e.V. Der Vere­in will daran erin­nern, dass dort während
der Nazi-Zeit junge Juden auf die Über­sied­lung in das dama­lige Palästi­na
vor­bere­it­et wur­den. Bei der fün­ften ordentlichen Mit­gliederver­samm­lung im
Haus der Gen­er­a­tio­nen in Wolters­dorf wurde Swik eben­so wie seine
Vor­stand­kol­le­gen ein­stim­mig im Amt bestätigt.

Zuvor hat­te Swik Rechen­schaft über die Tätigkeit­en des Vere­ins in den
ver­gan­genen bei­den Jahren abgelegt. Dabei hat­te er vor allem die Rolle von
Ruth und Her­bert Fiedler gewürdigt. “Seien wir ganz ehrlich: Hät­ten wir die
bei­den nicht, dann hät­ten wir auch nicht viel zu bericht­en.” Dies vor allem,
weil Schw­er­punkt des Vere­ins mehr und mehr die Forschungsar­beit werde.
Zulet­zt war im Dezem­ber 2004 das Buch “Hachschara. Vor­bere­itung auf
Palästi­na. Schick­sal­swege” der Eheleute Fiedler erschienen.

Dage­gen rückt der im Namen des Vere­ins ver­ankerte Zweck des Vere­ins — ein
Inter­na­tionales Begeg­nungszen­trum zu schaf­fen — in den Hin­ter­grund. “Wir
müssen uns der Tat­sache stellen, dass aus dem Schlöss­chen als sicht­bare
Gedenkstätte für die Nutzung zwis­chen 1936 und 1941 nichts wird — ich bin da
nicht opti­mistisch”, sagte Swik. Das Haupt­ge­bäude auf dem Are­al ist vom
Land­kreis an einen Pri­vat­mann verkauft wor­den. Das ehe­ma­lige Jagdschloss
ver­fällt jedoch samt den Neben­baut­en zuse­hends.

Der Recht­shis­torik­er Wolf­gang Weißled­er wider­sprach Swiks Ein­schätzung: “Ich
denke nicht, dass das Pro­jekt in Ahrens­dorf ganz und gar gestor­ben ist.” Mit
einem Rab­bin­er arbeite er an einem Nutzungskonzept für die “Rest-Immo­bilie”.

Her­bert Fiedler wiederum betonte, was der Vere­in in den rund zehn Jahren
seines Beste­hens alles geleis­tet habe — “ich kön­nte eine Riesen­liste
aufzählen”. Er stellte fest: “Ahrens­dorf ist keine aus­ge­baute Gedenkstätte,
aber als Erin­nerungsstätte ist es da.”

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