26. August 2005 · Quelle: MAZ

Drei Unzufriedene machen zwei Kreuze

Voriges Jahr ist Willie Gerloff noch brav zur Urne geschrit­ten. Der 19-Jährige Schüler des von Saldern-Gym­na­si­ums machte bei der Land­tagswahl sein Kreuz bei ein­er etablierten Partei. Zur Bun­destagswahl in drei Wochen wird Gerloff wieder ins Wahllokal gehen. Bei nur einem Kreuz soll es dann nicht bleiben. “Das ist Geschichte”, sagt er. Min­destens zwei Lis­ten will er seine Stimme geben. Oder einen großen Strich quer über den Wahlzettel machen. Oder einen sin­ni­gen Kom­men­tar anbrin­gen.

Denn auf diese Art wird sein Stim­mzettel ungültig — und genau das möchte Willie Gerloff. Er ist beken­nen­der Ungültig-Wäh­ler, eben­so wie seine Schulka­m­er­aden Mar­cus Gut­stein und Paul Fis­ch­er. Die drei wollen noch mehr Bran­den­burg­er vom Sinn der ungülti­gen Stimme überzeu­gen — mit einem Info­s­tand mor­gen ab 15 Uhr auf dem Neustädtis­chen Markt.

“Eine wirk­liche Alter­na­tive gibt es bei der Wahl nicht”, sagt Mar­cus Gutschein. Die Poli­tik­er han­del­ten nur im Inter­esse der Wirtschaft und ver­schleud­erten Steuer­mil­liar­den. Folge: Viele, viele Nichtwäh­ler bei wichti­gen Wahlen. Aber bei der Abstim­mung zu Hause zu bleiben sei eigentlich blöd. “Die Leute sollen zur Wahl gehen und dort sagen, dass sie unzufrieden sind”, fordert der 18-Jährige, der sich als Wahlhelfer gemeldet hat. “Mit ein­er ungülti­gen Stimme zeigen sie: Wir sind poli­tisch inter­essiert, aber wir lassen uns nicht alles gefall­en.” Und wenn genü­gend Leute so han­del­ten, sei der Protest auch in der Wahlsta­tis­tik nicht mehr zu überse­hen: In der Rubrik “Son­stiges”, wo die ungülti­gen Stim­men auf­tauchen.

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