12. Juli 2009 · Quelle: Antifa Westhavelland

DVU will wieder in den Landtag

Wahlkampfauftaktkundgebung in Brandenburg/Havel

Am heuti­gen Nach­mit­tag startete die so genan­nte “Deutsche Volk­sunion” (DVU) in Brandenburg/Havel ihre Wahlkampf­tournee, welche die Partei, hier und durch weit­ere geplante öffentliche Kundge­bun­gen in Cot­tbus (25. Juli), Frankfurt/Oder (9. August), Eber­swalde (23. August), Luck­en­walde (5. Sep­tem­ber), Wit­ten­berge (13. Sep­tem­ber) und Pots­dam (20. Sep­tem­ber) zu einem Wiedere­inzug in den Bran­den­bur­gis­chen Land­tag ver­helfen soll.

Diese Chan­cen wer­den jedoch landläu­fig als ger­ing bew­ertet, da zum einen die (neo)nazistische NPD nach Beendi­gung des so genan­nten “Deutsch­land­pak­tes” wieder offen gegen die DVU konkur­ri­ert und zum anderen ver­säumt wurde feste Basis­struk­turen mit einem Aktiven­po­ten­tial aufzubauen.

Den­noch ist die DVU unter dem neuen Bun­desvor­sitzen­den Matthias Faust bestrebt zum drit­ten mal mit Willen der Wäh­ler in den Bran­den­bur­gis­chen Land­tag einzuziehen.

Der erste Res­o­nanztest fiel heute Nach­mit­tag in Brandenburg/Havel allerd­ings eher recht kläglich aus. Von 100 angemelde­ten Kundgebungsteilnehmer_innen erschienen lediglich 30, darunter der Bun­desvor­sitzende, der Sach­sen-Anhal­tinis­che Lan­desvor­sitzende Ing­mar Knop, die bran­den­bur­gis­chen Land­tagsab­ge­ord­neten Liane Hes­sel­barth, Nor­bert Schulze, Markus Non­ninger und Bir­git Fech­n­er sowie der Pots­damer DVU Stadtverord­nete Mar­cel Guse.

Trotz­dem sieht sich die Partei weit­er­hin, so Bir­git Fech­n­er während ihres Rede­beitrages, als Inter­essen­vertre­tung der so genan­nten “Mehrheit des Volkes”, auch wenn bei der let­zten Wahl (Europawahl 2009) lediglich 1,7 % der Wähler_innen deren ras­sis­tis­che, anti­semi­tis­che und NS-ver­her­rlichende Parolen zus­timmten.

Tat­säch­lich ziehen solche Posi­tio­nen, die an diesem Tage vor allem von dem Sach­sen-Anhal­tinis­chen DVU Lan­desvor­sitzen­den Ing­mar Knop geäußert wur­den, in erster Lin­ie Akteure aus dem (neo)nazistischen Spek­trum an, die dann, wie Chris­t­ian Worch aus Ham­burg oder Matthias Schiller von den so genan­nten “Nationalen Sozial­is­ten Prem­nitz”, die DVU logis­tisch oder durch Verteilung der­er Pro­pa­gan­da unter­stützen.

Bürg­er­liche Bran­den­burg­er ließen sich am heuti­gen Tage hinge­gen eher für ein kurzfristig organ­isiertes Vol­ley­ball­turnier neben der DVU Kundge­bung begeis­tern, dass unter dem Mot­to eines tol­er­an­ten Bran­den­burgs stand.

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