6. Januar 2009 · Quelle: gegenrede.info

Fauxpas und bösartige Manipulation

Uck­er­mark — “Nationales Net­z­tage­buch” und Spiegel TV-online pro­duzieren für ihre LeserIn­nen kleine “Ostereier” zur Wei­h­nacht­szeit.

Seit dem 20. Dezem­ber 2008 kann man auf der Web­site des Spiegels in einem Bericht über Pot­zlow -“Das Dorf, der Mord und das Schweigen” — nach­le­sen: “Sebas­t­ian F., der dritte Täter, ist schon lange wieder auf freiem Fuß. Und treibt als stadt­bekan­nter rechter Schläger im nahen Tem­plin sein Unwe­sen.”

Was Unwe­sen ist und wer es treibt, muss erst noch gek­lärt wer­den. Sebas­t­ian F. treibt es jeden­falls nicht mehr. Er sitzt wegen zweier Gewalt­de­lik­te seit mehr als einem hal­ben Jahr wieder im Knast. Seine Verurteilung Anfang August 2008 war im Sog des Mordes an dem 55-jähri­gen Bernd K. in Tem­plin dur­chaus ein über­re­gionales Presseereig­nis gewe­sen. Für so ein renom­miertes Mag­a­zin schon mehr als nur ein klein­er Faux­pas

Am 21. Dezem­ber 2008 lässt es ein Autor des “Nationalen Net­z­tage­buch­es” der NPD-BUM allerd­ings so richtig krachen. Stinkig, weil die Polizei die Win­ter­son­nen­wend­feier in Althüt­ten­dorf wegen eines Kel­tenkreuzes auf dem Feuer­holzhaufen gesprengt hat, wird sie von den Nazis verspot­tet und dif­famiert. “Übrigens…während den Repres­sion­s­maß­nah­men gegen die Feiern­den hat­te der Triebtäter Wern­er K. im Nach­barort Joachim­sthal alle Möglichkeit­en seine Triebe auszuleben. Seine Dauer­be­wachung wurde in dieser Zeit abge­zo­gen.”, wurde in dem Erleb­nisauf­satz über die Polizeiak­tion in Althüt­ten­dorf behauptet.

Auf Nach­frage hieß es dazu bei der Press­es­telle des Schutzbere­ich­es Barn­im: “Zu keinem Zeit­punkt wur­den die Ein­satzkräfte, die an diesem Tag für Wern­er K. zuständig waren, von ihrer Auf­gabe ent­bun­den. Herr K. stand somit zu jed­er Zeit unter polizeilich­er Beobach­tung.”

Vielle­icht danach auch das “NN”. Jeden­falls ist seit Jahres­be­ginn der Erleb­nisauf­satz über Althüt­ten­dorf aus dem “Nationalen Net­z­tage­buch” ver­schwun­den. Stattdessen empfängt man den Welt­net­z­be­tra­chter so richtig undeutsch: “Not Found. Sor­ry, but you are look­ing for some­thing that isn’t here.”, getreu dem Mot­to des NN: “Wenn Lüge Wahrheit ist, wird Aufk­lärung zur Pflicht”.

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