13. Oktober 2016 · Quelle: Opferperspektive e.V.

Filmvorführung mit Podiumsdiskussion „DER KUAFÖR AUS DER KEUPSTRAßE“

Die Antidiskri­m­inierungs­ber­atung der Opfer­per­spek­tive e.V. lädt zur Filmvor­führung von DER KUAFÖR AUS DER KEUPSTRAßE mit anschließen­der Podi­ums­diskus­sion ein. Auf dieser wird ein Aktivist, der selb­st von Ras­sis­mus betrof­fen ist, ein_e Vertreter_in von NSU-Watch Bran­den­burg sowie ein Mitar­beit­er der Opfer­per­spek­tive e.V. die gegen­wär­tige Sit­u­a­tion ras­sis­tis­ch­er und rechter Gewalt in Bran­den­burg disku­tieren.
 
Der Film erzählt die Geschichte des Nagel­bombe­nan­schlags vor einem türkischen Frisör­sa­lon in der Köl­ner Keup­straße am 9. Juni 2004. Er konzen­tri­ert sich dabei auf die Per­spek­tive der Betrof­fe­nen und deren Erleben der Ermit­tlun­gen, in welchen sie jahre­lang als Hauptverdächtige behan­delt und zu Täter_innen verkehrt wur­den. Der Film rekon­stru­iert diese polizeilichen Ermit­tlun­gen anhand der orig­i­nalen Ver­hör­pro­tokolle und macht so deut­lich, dass für die Behör­den und Ermittler_innen ein ras­sis­tis­ches Motiv nie in Betra­cht gezo­gen wurde. Auf ein­drück­liche Weise zeigt DER KUAFÖR AUS DER KEUPSTRAßE, wie nach­haltig und fol­gen­schw­er insti­tu­tioneller Ras­sis­mus und eine aus­bleibende gesellschaftliche Sol­i­darisierung für Betrof­fene ras­sis­tis­ch­er Diskri­m­inierung und Gewalt sind.
 
Erst Jahre später wurde der Anschlag dem soge­nan­nten Nation­al­sozial­is­tis­chen Unter­grund (NSU) zuge­ord­net: Ein Teil des recht­en NSU-Net­zw­erks ent­tarnte sich vor fünf Jahren. Seit­dem kamen in den NSU-Unter­suchungsauss­chüssen des Bun­destags und mehrerer Land­tage sowie im NSU-Prozess in München immer mehr Details zur Ver­strick­ung staatlich­er Struk­turen mit dem recht­en Ter­ror ans Licht. Auch in Bran­den­burg nahm diesen Juli ein weit­er­er Unter­suchungsauss­chuss seine Arbeit auf. Die Aufk­lärung der Ter­rorserie und der Rolle staatlich­er Insti­tu­tio­nen bei deren Ermöglichung ist dabei essen­tiell, denn wie Mer­al Sahin, Vor­sitzende der IG Keup­straße, verdeut­licht: „Es gab zwei Bomben. Die eine, die hat­te diese Wucht mit den Nägeln, und die andere war ein­fach der Rechtsstaat, der nicht funk­tion­iert hat. Und das war eigentlich die größere Bombe.”
 
Ein­tritt frei
Die Ver­anstal­tung wird gefördert vom Bun­desmin­is­teri­um für Fam­i­lie, Senioren, Frauen und Jugend im Rah­men des Bun­de­spro­gramms “Demokratie leben!” und der Lan­deshaupt­stadt Pots­dam. *Die Ver­anstal­tenden behal­ten sich vor, von ihrem Haus­recht Gebrauch zu machen und Per­so­n­en, die recht­sex­tremen Parteien oder Organ­i­sa­tio­nen ange­hören, der recht­sex­tremen Szene zuzuord­nen sind oder bere­its in der Ver­gan­gen­heit durch ras­sis­tis­che, nation­al­is­tis­che, anti­semi­tis­che oder son­stige men­schen­ver­ach­t­en­den Äußerun­gen in Erschei­n­ung getreten sind, den Zutritt zur Ver­anstal­tung zu ver­wehren oder von dieser auszuschließen.

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