7. März 2011 · Quelle: Bündnis 8. März Potsdam

Flashmobaktion zum Internationalen Frauentag im Sterncenter Potsdam

Am Dienstag: Antirassistische Demonstration zum Frauentag in Potsdam

Am Sam­stag den 05.03.2011 ver­sam­melten sich einige Aktivist_innen im Pots­damer Stern­cen­ter, einem großen Einkauf­szen­trum, um für eine Demon­stra­tion am 8. März in Pots­dam anlässlich des 100 jähri­gen Frauenkampf­tages zu mobil­isieren. Die Aktivistin_innen macht­en mit Trans­par­enten wie „stand up and fight for a world with­out patri­archy and sex­ism“ und Mega­fon-Ansagen auf sich aufmerk­sam.

Durch eine vorherige Ver­anstal­tung war eine große Bühne mit­ten im Einkauf­szen­trum aufgestellt, sodass auf dieser mit lauter Musik und Trillerpfeifen die Aufmerk­samkeit der Leute auf sich gelenkt wer­den kon­nte.

Den vor­bei laufend­en Passant_innen wurde deut­lich gemacht, dass der Schw­er­punkt der Demon­stra­tion auf den Leben­sum­stän­den von Flüchtlings­frauen liegen wird. Die Forderun­gen des Bünd­niss­es 8.März: dass alle Frauen und Kinder sofort raus aus Lagern sollen und Sam­melun­terkün­fte für Flüchtlinge generell abgeschafft wer­den müssen, wur­den laut­stark artikuliert. Nach­dem die über­mo­tivierten Secu­ri­ty-Hei­nis Angst beka­men, die Leute kön­nten außer in über­teuerten Läden dem Kon­sum zu fröh­nen noch etwas Sin­nvolles mit­bekom­men, wur­den die Aktivist_innen ver­jagt und ver­sucht daran zu hin­dern ihre Aktio­nen weit­er durchzuführen. Dies führte dann let­ztlich dazu, dass sich der Flash­mob mit dem Mega in der Hand und den Tran­spis laut­stark quer durch das Einkauf­szen­trum bewegte und so immer mehr Leute von der Aktion erfuhren.

Par­al­lel dazu flo­gen tausende kleine Zettel mit Ort, Datum und Anlass der Demon­stra­tion durch die Luft, die von vie­len Leuten inter­essiert aufge­hoben wor­den sind. Auch son­st kamen viele Nach­fra­gen und  Sym­pa­thiebekun­dun­gen von Seit­en der Cen­ter-Besuch­er_in­nen, sodass diese Aktion als sehr gelun­gen gew­ertet wer­den kann.

Dieser Flash­mob rei­ht sich in eine Rei­he weit­er­er Mobil­isierungsak­tio­nen in Pots­dam ein, die das Bünd­nis 08. März unter­stützen und schließlich in ein­er großen Demon­stra­tion am 8. März mün­den sollen.

Durch solche Aktio­nen soll eine bre­ite Masse mobil­isiert wer­den, damit es eine bunte und laute Demo wird und somit der Kam­pagne „Keine Lager für Flüchtlings­frauen! Sam­melun­terkün­fte abschaf­fen!“ kraftvoll Aus­druck ver­liehen wer­den kann.

Also in diesem Sinne auf zur Demo nach Pots­dam am 08.03.2011 um 16:30 Uhr am Rathaus Babels­berg (nähe S‑Bahnhof Babels­berg)

Stand Up and Fight!!!

Gegen jeden Sex­is­mus – in Flüchtling­sheimen und über­all!!! Say it loud, and say it
clear – Refugees are wel­come here!


8. MÄRZ INTERNATIONALER FRAUENKAMPFTAG
Keine Lager für Frauen! Alle Lager abschaf­fen!

Aufruf zur Demon­stra­tion (weit­ere Sprachen und Infos hier)

Tre­ff­punkt: 16.30 Uhr Rathaus Babels­berg
(Rudolf-Bre­itscheid-Straße/Karl-Liebknecht-Straße)
Mit Frauen­Les­ben­Trans* Block
Sol­i­darische Män­ner sind außer­halb des her­zlich FLT*-Blocks willkom­men!

Der 8. März wird seit 1911 inter­na­tion­al als Kampf­tag für die Inter­essen der Frauen gegen Unter­drück­ung, sex­uelle Gewalt und Krieg, für das Frauen­wahlrecht, für bessere Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen, für Gle­ich­berech­ti­gung und gegen Kap­i­tal­is­mus und Ras­sis­mus ver­standen.

Auch heute noch ver­di­enen Frauen­Les­ben­Trans* weniger als Män­ner und ver­richt­en den Großteil unent­lohn­ter Tätigkeit­en. Wir fordern nicht nur gle­ichen Lohn, son­dern kämpfen zugle­ich für die Abschaf­fung kap­i­tal­is­tis­ch­er Arbeitsver­hält­nisse sowie sex­is­tis­ch­er und ras­sis­tis­ch­er Arbeit­saufteilung, die auf Aus­beu­tung und
Ungle­ich­heit basieren und diese per­ma­nent repro­duzieren. Die Ver­hält­nisse sind noch lange nicht so, wie sie sein soll­ten, wed­er in der deutschen Gesellschaft noch weltweit. Wir wollen in diesem Jahr mit ein­er Demon­stra­tion in Pots­dam gegen diese beste­hen­den Machtver­hält­nisse und ins­beson­dere gegen die unerträglichen Lebens­be­din­gun­gen von Flüchtlings­frauen protestieren.

An vie­len Orten in ganz Deutsch­land wehren wir uns mit Streiks und Protesten gegen unerträgliche Lebens­be­din­gun­gen. Das Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz schreibt fest, dass wir in Deutsch­land unter schlecht­en Bedin­gun­gen in Flüchtlingslagern leben müssen, von Sach­leis­tun­gen der Behör­den abhängig gemacht wer­den, keinen aus­re­ichen­den Zugang zu Gesund­heitsver­sorgung haben und gezwun­gen sind, mit weniger Geld als dem
ALG-II-Satz auszukom­men. Gle­ichzeit­ig wird uns das Men­schen­recht auf Bewe­gungs­frei­heit durch die so genan­nte „Res­i­den­zpflicht“ aberkan­nt. Diese und weit­ere ras­sis­tis­che Son­derge­set­ze bilden gemein­sam die rechtliche Grund­lage für Unter­drück­ung, Iso­la­tion und sozialen Auss­chluss.

In Bran­den­burg leben wir mit unseren Kinder über Jahre hin­weg in „Sam­melun­terkün­ften“ in der Regel auf eng­stem Raum zusam­mengepfer­cht (die Min­dest­stan­dards der Lan­desregierung sehen sechs Quadrat­meter pro Per­son vor) ohne Pri­vat­sphäre oder die Möglichkeit, unsere Lebens­gestal­tung selb­st in die Hand zu nehmen. Die lagerähn­lichen Unterkün­fte liegen oft außer­halb der Ortschaften. In der gesellschaftlichen Iso­la­tion wer­den wir, die Frauen, schut­z­los und häu­fig Opfer von sex­uellen Beläs­ti­gun­gen oder Verge­wal­ti­gun­gen. Wir lei­den unter den schlecht­en
hygien­is­chen Bedin­gun­gen und der Per­spek­tivlosigkeit unser­er Kinder.

Wir fordern:
Keine Lager für Frauen! Lager abschaf­fen, Woh­nun­gen für alle!
Keine Unter­drück­ung, sei es auf­grund von Geschlecht, Ausse­hen, Herkun­ft, Alter,
sex­ueller Ori­en­tierung oder Mobil­ität­sein­schränkun­gen!
Durch­set­zung gle­ich­er Bezahlung für gle­ich­w­er­tige Arbeit! Ver­bot jeglich­er prekär­er
Beschäf­ti­gung!

Kommt alle, seid laut, bunt, kreativ und kämpferisch!

Unterzeichner_innen: Women in Exile (WIE). [a] antifaschis­tis­che linke pots­dam – www.antifa-potsdam.de,
Anti­sex­is­tis­che Aktion Pots­dam* (ASAP*), Rev­o­lu­tionär­er Sozial­is­tis­ch­er Bund / IV. Inter­na­tionale

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