31. Mai 2013 · Quelle: Flüchtlingsrat Brandenburg

FLÜCHTLINGSRAT FORDERT UNTERSUCHUNG DER UMSTÄNDE, DIE ZUM SUIZID VON DJAMAA ISU FÜHRTEN

Am Dienstag, den 28. Mai 2013, nahm sich Djamaa Isu in der Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt das Leben.

Wir wis­sen wenig über ihn und sein Leben: Er kam aus dem Tschad, war über Ital­ien ein­gereist und seit dem 22. März 2013 in der Erstauf­nah­meein­rich­tung Bran­den­burgs. Von Karl­sruhe war er nach Eisen­hüt­ten­stadt geschickt wor­den und auf seinem Weg dor­thin in Dres­den Opfer eines Über­falls, ver­mut­lich von Recht­sradikalen, gewor­den. So hat­te er berichtet. 

Von der unab­hängi­gen Beratungsstelle vor Ort und von seinen Fre­un­den haben wir erfahren, dass er offen­sichtlich große psy­chis­che Prob­leme hat­te. Seine Fre­unde bericht­en, er sei kaum noch aus seinem Zim­mer gekom­men. Sie machen eine dro­hende Über­führung nach Ital­ien für seinen Tod ver­ant­wortlich. Er habe einen Brief bekom­men, dass er Deutsch­land wieder ver­lassen soll und habe angekündigt, sich selb­st zu töten, als die Abschiebung fest stand. 

DJAMAA ISUS TOD BESTÜRZT UNS UND WIRFT VIELE FRAGEN AUF

 

  • Wie kon­nte es geschehen, dass wed­er dem Betreu­ungs- noch dem medi­zinis­chen Per­son­al auffiel, in welch­er Ver­fas­sung er ist? 

 

  • Wie kon­nte es geschehen, dass ihm keine entsprechende ther­a­peutis­che Unter­stützung ange­boten wurde?

 

  • Wenn er tat­säch­lich seine Selb­st­tö­tung angekündigt hat­te, warum kon­nten seine Fre­unde dies nie­man­dem in der Erstauf­nah­meein­rich­tung anver­trauen und sie so möglicher­weise verhindern? 

 

WIR FORDERN DESHALB EINE UNTERSUCHUNG DER UMSTÄNDE, DIE ZUM SUIZID VON DJAMAA ISU FÜHRTEN. EINE UNTERSUCHUNG, UNTER BETEILIGUNG EINER UNABHÄNGIGEN UND FACHKUNDIGEN ORGANISATION, DIE DIESEN FRAGEN NACHGEHT UND MÖGLICHE KONSEQUENZEN EINLEITET

WIR SORGEN UNS AUCH UM DJAMAA ISUS FAMILIE, UM SEINE FREUNDE UND SEIN UMFELD IN DER ERSTAUFNAHME IN EISENHÜTTENSTADT

 

  • Ist es gewährleis­tet, dass die Ange­höri­gen im Heimat­land in würdi­ger Form informiert wer­den?

 

  • Gewährleis­ten die Ver­ant­wortlichen die psy­chol­o­gis­che und/oder seel­sorg­erische Begleitung der anderen Asyl­suchen­den in der Erstauf­nahme, ins­beson­dere der Zim­mer­nach­barn und Fre­unde von Dia­maa Isu?

 

  • Wer­den sie angemessen dabei unter­stützt, eine Trauer­feier zu gestalten? 

 

 

WIR FORDERN DIE VERANTWORTLICHEN DESHALB AUF, TRANSPARENT ZU MACHEN, WELCHE SCHRITTE SIE UNTERNEHMEN, UM ALLE ASYLSUCHENDEN IN DER ERSTAUFNAHME ZU INFORMIEREN UND IN IHRER TRAUER ZU BEGLEITEN.

DJAMAAS ISUS TOD MACHT UNS BETROFFEN UND ZORNIG

Gemein­sam mit dem Bran­den­burg­er Net­zw­erk KFB (Net­zw­erk für die Erfas­sung und Ver­sorgung beson­ders schutzbedürftiger Flüchtlinge) haben wir das Innen­min­is­teri­um mehrfach auf die man­gel­hafte medi­zinis­che und psy­chol­o­gis­che Ver­sorgung in Eisen­hüt­ten­stadt aufmerk­sam gemacht — ohne dass sich Wesentlich­es verän­dert hätte.

Seit langem fordern wir eine unab­hängige Stelle, die bei allen Asyl­suchen­den zu Beginn ihres Aufen­thalts fest­stellt, welch­er indi­vidu­elle Bedarf an psy­chother­a­peutis­ch­er und psy­chosozialer Ver­sorgung besteht. 

WIR FORDERN DIE LANDESREGIERUNG DESHALB ERNEUT AUF, UNTER EINBEZIEHUNG VON PSYCHIATRISCHEN UND PSYCHOLOGISCHEN FACHPERSONAL EINE GEEIGNETE STELLE ZUR ERSTDIAGNOSTIK EINZURICHTEN

 

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