2. Juni 2013 · Quelle: antifaschistische recherchegruppe frankfurt(oder)

Watch out for the Werwolf!

Reorganisierung Frankfurter Neonazis unter dem Label „Terrorcrew - Kameradschaft Kommando Werwolf“

Die Frank­furter Neon­aziszene ist in Bewe­gung. Mel­dun­gen über Hak­enkreuze am Utopia e.V. und Recht­srock­konz­erte im Triftweg kom­men nicht von unge­fähr und zeu­gen von ein­er selb­st­be­wusster wer­den­den recht­en Szene. Eine Melange aus alt­bekan­nten FCV-Hooli­gans und Neon­azis, die schon in den 1990er Jahren aktiv waren, organ­isiert sich seit ger­aumer Zeit unter dem Label: „Ter­ror­crew — Kam­er­ad­schaft Kom­man­do Wer­wolf“, kurz: „KSKW“.

 

Bere­its am 1. Mai 2012 provozierten mehrere Neon­azis auf dem Brück­en­fest der Linkspartei in Frank­furt (Oder). Einige der Gruppe tru­gen ein­heitliche Led­er­jack­en mit dem Schriftzug “Ter­ror­crew“ und ein­er schwarzen Sonne. Unter ihnen war der bere­its mehrfach wegen Kör­per­ver­let­zung vorbe­strafte Sven Lemke. Im April 1997 schlu­gen er und zwei weit­ere Neon­azis mit einem Vorschlagham­mer auf einen Polen ein und beraubten ihn anschließend. Neben Lemke treten vor allem alt­bekan­nte FCV-Hooli­gans im Umfeld des „KSKW“ in Erschei­n­ung, darunter Willi Mucha­jer, Andy Köp­ke und Mar­tin Wilke. Alle sind bere­its polizeilich bekan­nt. Andy Köp­ke wurde zudem wegen Volksver­het­zung, Störung der Toten­ruhe und des öffentlichen Friedens 2007 zu ein­er mehrmonati­gen Bewährungsstrafe verurteilt. Er hat­te mit min­destens vier weit­eren Täter_innen auf den Gedenkstein für die 1938 von Nazis niederge­bran­nte Syn­a­goge am 9. Novem­ber 2006, dem Jahrestag der “Reich­s­pogrom­nacht”, uriniert und Blu­menkränze zer­stört.

 

Lemke ist außer­dem Mitor­gan­isator von zahlre­ichen Neon­azikonz­erten, die in den let­zten Jahren im Triftweg stat­tfan­den und wohnte noch bis vor kurzem dort. Min­destens sechs Konz­erte bzw. Par­ties fan­den seit 2011 in dem Objekt in der Lebuser Vorstadt statt, welch­es von Anhänger_innen der „KSKW“ als „Sturm­laden“ beze­ich­net wird und als ihr Tre­ff­punkt fungiert. Somit gehörte das am nördlichen Stad­trand gele­gene Objekt zu den wichtig­sten Konzert­lo­ca­tions der Bran­den­burg­er Neon­aziszene. Fast immer dabei bei den Konz­erten im Triftweg: die Beeskow­er Recht­srock-Band „Front­feuer“. Es beste­hen also enge Verbindun­gen zwis­chen den Frank­furter und Beeskow­er Neon­azis.

 

Die Verbindun­gen zwis­chen den Frank­furter und Beeskow­er Neon­azis reichen jedoch noch weit­er. Als am 13. April 2013 die Grün­dungs­feier des Lan­desver­ban­des Bran­den­burg der Partei „Die Rechte“ in Finow­furt gefeiert wer­den sollte, unter­sützten die Frankfurter_innen die Ver­anstal­tung auf dem Grün­stück von Klaus Mann. „Front­feuer“ war auch geladen, deren Auftritt währte aber nur kurz. Nach dem Spie­len von indizierten Songs wurde das Konz­ert laut Infor­ma­tio­nen von gegenrede.info abge­brochen. Die Mit­glieder von „Front­feuer“ sehen nun einem Ver­fahren wegen Volksver­het­zung ent­ge­gen.

 

Inwiefern die Anhänger_innen der „KSKW“ die Partei „Die Rechte“ weit­er unter­stützen ist bish­er unklar. Jedoch trat­en sie let­ztes Jahr auch auf den NPD-Demon­stra­tio­nen am 10. Novem­ber und 24. März in Frank­furt (Oder) in Erschei­n­ung und suchen somit auch die Nähe zu organ­isierten Neon­azis in Parteistruk­turen. Ihr mil­i­tan­ter Ges­tus, sowie die Zusam­menset­zung aus vorbe­straften und gewalt­bere­it­en Neon­azis stellt eine gefährliche Mis­chung dar. Jedoch scheint ein Ende der Recht­srock-Konz­erte im Triftweg in Sicht. Nach­forschun­gen der recherchegruppe und eine Anfrage in der Stadtverord­neten­ver­samm­lung lassen darauf schließen, dass Lemke nicht mehr im Triftweg 4 wohnt. Als neuer Tre­ff­punkt kön­nte sich der Tatooshop von Mario Müller in der Sophien­straße 23 etablieren, wo sich die Neon­azis seit neustem ihre Tätowierun­gen stechen lassen. Die recherchegruppe wird die Aktiv­itäten rund um die selb­ster­nan­nte „Ter­ror­crew“ weit­er­hin beobacht­en und darüber bericht­en.

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