1. Mai 2020 · Quelle: Barnim für alle

Geflüchtete werden zu Straftätern erklärt

Barnim - Die Gruppe "Barnim für alle" schaltet einen Spendenaufruf, um politisch verfolgte Geflüchtete bei Gerichtsverfahren und Asylprozessen zu unterstützen.

Einige Geflüchtete aus dem Barn­im haben Straf­be­fehle bekom­men. Vorge­wor­fen wird ihnen entwed­er “ille­gal” nach Deutsch­land ein­gereist zu sein oder sich “ille­gal” in Deutsch­land aufge­hal­ten zu haben. Die Ini­tia­tive “Barn­im für alle” protestiert dage­gen, dass die Geflüchteten so zu Straftätern erk­lärt wer­den und organ­isiert mit ein­er Spenden­samm­lung Solidarität.

Musa* ist aus dem Sudan geflüchtet, weil er dort poli­tisch gegen die Dik­tatur aktiv war. Ihm wird vorge­wor­fen, dass er wissentlich ohne Papiere von Frankre­ich nach Deutsch­land weit­erg­ereist sei. Er ver­ste­ht nicht warum er krim­i­nal­isiert wird: “Aus mein­er Sicht macht es keinen Sinn, dass ich eine Strafe bekomme, weil ich Asyl beantrage. Ich habe mich doch sel­ber bei der Polizei gemeldet, um Asyl zu beantragen.”

Auch Seyed* wurde als Oppo­si­tioneller im Sudan erfol­gt. Als Stu­dent gelang es ihm ein Visum für eine Kon­ferenz in Deutsch­land zu erhal­ten. In einem Straf­be­fehl wird ihm nun vorge­wor­fen, dass er erst etwa 2 Wochen nach Ablauf des Visums Asyl beantragt hat. Seyed sagt dazu: “Ich bin nach Deutsch­land gekom­men, um Schutz vor dem Staat zu suchen, habe aber stattdessen eine Strafanzeige bekom­men. Woher sollte ich in der ersten Zeit in Deutsch­land die Geset­ze und Ver­fahren ken­nen? Ich brauchte Hil­fe bei der Suche nach Schutz, aber danach wurde es lei­der kompliziert.”

Bei­de haben sich eine Anwältin genom­men und Wider­spruch gegen ihre Straf­be­fehle ein­gere­icht. Sie warten nun auf ihre Gerichtsverfahren.

Die deutschen Behör­den gehen immer mas­siv­er gegen Geflüchtete vor. Statt den hier leben­den Men­schen das Ankom­men zu erle­ichtern, wer­den sie sog­ar zu Straftätern abgestem­pelt!” sagt Thomas Janosch­ka von der
Ini­tia­tive Barn­im für alle. “Geflüchtete soll­ten nicht durch Abschiebung und Krim­i­nal­isierung bedro­ht werden.”

Die Geflüchteten brauchen Geld für Anwalts- und Gericht­skosten und auch das Bezahlen der Strafen ist ihnen aus den Sozialleis­tun­gen die sie bekom­men nicht möglich. Die Ini­tia­tive Barn­im für alle sam­melt deswe­gen für diese und ähn­liche Fälle Spenden, um die Geflüchteten nicht allein zu lassen.

Spendenkon­to
Barn­im für alle
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22
Sparkasse Barnim

Kon­takt: 0151- 456 83 203
http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/
refugees-welcome@so36.net

* Name geändert

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