23. August 2002 · Quelle: lausitzer rundschau

Geiselnehmer in irakischer Botschaft kamen aus Spremberg

BERLIN/SPREMBERG. Die fünf Irak­er, die am Dien­stag in der irakischen Botschaft in Berlin-Zehlen­dorf zwei Geiseln genom­men hat­ten, kamen aus dem Asyl­be­wer­ber­heim in Sprem­berg. Dies hat gestern eine Sprecherin des Land­kreis­es Spree-Neiße bestätigt. Die Män­ner sind zwis­chen 32 und 43 Jahre alt und haben ohne Fam­i­lie in dem Heim gewohnt. Die Staat­san­waltschaft in Berlin führte die Irak­er noch am Dien­stagabend dem Haftrichter vor. Kurz zuvor, gegen 19.45 Uhr, hat­te ein Son­dere­in­satzkom­man­do die Irak­er über­wältigt. Sie waren am Nach­mit­tag in die Botschaft gestürmt und hat­ten Reiz­gas einge­set­zt. Zwei Botschafts­be­such­er wur­den dabei ver­let­zt. Den Botschaftssekretär und seinen Stel­lvertreter hat­ten die Män­ner gefes­selt und mehrere Stun­den gefan­gen gehal­ten. Die Motive der Tat seien noch nicht gek­lärt, sagte gestern Ari­ane Faust von der Staat­san­waltschaft Berlin. Die Irak­er müssen sich für Geisel­nahme, gefährliche Kör­per­ver­let­zung, dem gemein­schaftlichen Angriff auf Vertreter aus­ländis­ch­er Staat­en und Haus­friedens­bruch ver­ant­worten. Möglicher­weise hat ein sech­ster Irak­er aus Ham­burg die Geisel­nahme gemein­sam mit seinen Land­sleuten im Sprem­berg­er Asyl­be­wer­ber­heim geplant. Dem Vernehmen nach soll sich der Mann auf­fäl­lig häu­fig in das Gäste­buch des Heims einge­tra­gen haben. Hin­ter­gründe und Tat­mo­tive wür­den aber erst noch ermit­telt, so Ari­ane Faust. Bei der Leitung des Asyl­be­wer­ber­heims in Sprem­berg sei die Bestürzung groß. “Die fünf Irak­er sind nie auf­fäl­lig gewe­sen ” , so die Sprecherin des Kreis­es Spree-Neiße. Vier der Irak­er sind jedoch erst seit Mai 2002 in Sprem­berg unterge­bracht, der fün­fte seit 2001. Die Asylver­fahren aller fünf Irak­er laufen noch. Mit einem Ver­fahren beschäftige sich das Ver­wal­tungs­gericht. Nach Angaben aus dem Pots­damer Innen­min­is­teri­um leben derzeit 203 Irak­er in Bran­den­burg. Bei 94 von ihnen sei das Asylver­fahren noch nicht abgeschlossen.

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