8. September 2012 · Quelle: WagenHausBurg Hermannswerder

Gemeinschaft WagenHausBurg Hermannswerder bleibt!

Potsdam - Plötzlich ist keine Rede mehr von einem langfristigen Verbleib am jetzigen Ort, um den wir seit 2007 kämpfen, keine Erbbaupacht vorgesehen, wie sie im Mietvertrag ausdrücklich als Option festgehalten wurde.

Die Stadtver­wal­tung Pots­dam hat sich trotz anders lau­t­en­der Arbeit­saufträge der Stadtverord­neten im Juni 2012 vor allem der Vari­ante „5 weit­ere Jahre Her­mannswerder plus Umzug nach Golm“ gewid­met. Dieses „faire“ – erneut befris­tete – Ange­bot bedeutet für uns Bewohner/innen ein Gebäu­deneubau auf einem brach­liegen­den, uner­schlosse­nen Grund­stück in Golm, von dem nicht abschließend mit­geteilt wurde, ob der Boden durch frühere Nutzung belastet ist. Gle­ichzeit­ig sind wir gezwun­gen, für das eben­falls mar­o­de wer­dende Gebäude auf Her­mannswerder und für die geforderte Ver­rück­ung der Bauwa­gen hohe, nicht nach­haltige Investi­tio­nen zu leis­ten.

Es ist ein Schlag ins Gesicht, dass uns nach dieser lan­gen Zeit das Grund­stück für knapp 2Mio Euro Kauf­preis ange­boten wird, das bere­its Ersat­zob­jekt ist und dessen Wert erst in den ver­gan­genen zwei Jahren so exor­bi­tant stieg. Instand­hal­tungs- und Ren­ovierungskosten sind noch nicht ein­mal einkalkuliert.

Eine seit 12 Jahren existierende Gemein­schaft, ein sich finanziell kom­plett selb­st tra­gen­des Pro­jekt mit vielfälti­gen unkom­merziellen Ange­boten und das Aus­bil­dung­spro­jekt des BUS e.V. sowie die Fahrrad­w­erk­statt der Diakonie Werk­stät­ten Pots­dam gGmbH sollen weichen, um auf dem gesamten Are­al hochw­er­tige – und damit vor allem höch­st­preisige — Woh­nun­gen bauen zu lassen.

Mit unser­er Ver­drän­gung wird in kein­er Weise die existierende Pots­damer Woh­nungsknap­pheit ver­min­dert. Ver­min­dert wird damit einzig und allein gün­stiger Wohn­raum in der Stadt. In „guter Lage“ zu wohnen ist defin­i­tiv nicht mehr leist­bar für eine ras­ant steigende Anzahl an Men­schen. Und will sich eine selb­st­be­wusste Stadt ern­sthaft zukün­fti­gen Mieter/innen beu­gen, die die Nach­barschaft zu ein­er Wagen­burg als Wert­min­derung empfind­en?

Wir find­en es beschä­mend, dass Stadtkäm­mer­er Burkhard Exn­er unseren Verbleib in direk­ten Zusam­men­hang mit dem Bau neuer Kindertagesstät­ten und Schulen set­zt. Der angestrebte Erlös aus der von uns belebten Fläche füllt doch angesichts des Gesamthaushaltes ein­er Lan­deshaupt­stadt nur für kurze Zeit die Stadtkasse. Das ist ein­fach eng gedacht! Und schließlich hat Pots­dam bere­its öfter gezeigt, dass für ver­schiedene „Pro­jek­te“ aus­re­ichend Geld vorhan­den ist – z.B. die Schenkung eines Grund­stücks an die Stiftung Gar­nisonkirche, die damit ein äußerst umstrittenes Pro­jekt vorantreibt oder die Abfind­ung des ehe­ma­li­gen Stadtwerke-Chefs Peter Paffhausen von knapp 1 Mio Euro. Wir sind ganz entsch­ieden nicht die aktuelle Melkkuh für Finan­zlöch­er der Stadt!

Das Weit­erbeste­hen des Gemein­schaft­spro­jek­ts Wagen­Haus­Burg Her­mannswerder am jet­zi­gen Stan­dort ist ein­deutig eine Frage des poli­tis­chen Wil­lens der Stadt Pots­dam. Wir fordern drin­gend dazu auf, den Tun­nel­blick der allein ver­w­er­tung­sori­en­tierten Ver­hand­lungslin­ie zu öff­nen und die Gespräche mit uns als Vertreter/innen eines langjähri­gen Pots­damer Pro­jek­ts in Rich­tung langfristige Nutzung fortzuset­zen.

 

Am kom­menden Mittwoch, 12.09. soll ab 17h00 in der Haup­tauss­chuss­sitzung im Rathaus Pots­dam der Vorschlag „5 Jahre Her­mannswerder und dann Umzug nach Golm“ zur Abstim­mung gestellt wer­den. Diese Sitzung darf – zumin­d­est im öffentlichen Teil – gerne besucht wer­den!

 

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