7. April 2002 · Quelle: MAZ

Genraps-Versuchsfeld bei Dahnsdorf von Unbekannten zerstört

Angriff auf Gen-Raps

Ver­suchs­feld bei Dahns­dorf in den Mor­gen­stun­den zerstört

DAHNSDORF (Märkische All­ge­meine / 23.02.02) Unbekan­nte Per­so­n­en haben gestern Mor­gen ein Ver­suchs­feld bei
Dahns­dorf zer­stört. Dabei wur­den auf ein­er Fläche von etwa 240 Quadratmetern
die jun­gen Pflanzen von gen­tech­nisch verän­dertem Win­ter­raps aus der Erde
geris­sen. Das hat Hel­mut Baier als Leit­er der Ver­suchssta­tion Dahnsdorf
bestätigt, die der Biol­o­gis­chen Bun­de­sanstalt für Land- und Forstwirtschaft
in Klein­mach­now angehört. 

Vom Schaden erfuhr Baier, als ihn die MAZ über ein mutmaßliches
Beken­ner­schreiben informierte. Adressiert an den Ver­lag in Pots­dam lag es
gestern Mor­gen im Briefkas­ten der Lokalredak­tion in Belzig. In dem anonymen
Brief stand: “Der gen­tech­nisch verän­derte Raps bei Dahns­dorf (Bran­den­burg)
wurde in der Nacht vom 22./23.3.2002 zerstört.” 

Dass dies ver­mut­lich wegen des Regens nicht in der Nacht geschah, dafür
sprechen die Beobach­tun­gen von Dieter Poschau. Als der Trak­torist seine
Fel­dar­beit­en aufnehmen wollte, sah er gegen 7.45 Uhr drei Per­so­n­en über das
Ver­suchs­feld laufen. Die mut­maßlichen Täter ver­schwan­den als­bald im
nahe­liegen­den Wald, wo sie wahrschein­lich ihr Auto ste­hen hat­ten, mutmaßte
Poschau. Zugle­ich kon­nte er den später ein­tr­e­f­fend­en Polizeibeamten
deut­liche Fußspuren in dem nassen Ack­er zeigen. 

Bei der Biol­o­gis­chen Bun­de­sanstalt für Land- und Forstwirtschaft in
Klein­mach­now war die Zer­störung des Raps-Ver­suchs­feldes am Mit­tag noch nicht
bekan­nt. Nach Aus­sagen von Wulf Wig­gers, Mitar­beit­er in der Abteilung
inte­gri­ert­er Pflanzen­schutz, sei die jüng­ste Ver­wüs­tung des Versuchsfeldes
der erste ern­stzunehmende Angriff von mut­maßlichen Geg­n­ern der Genforschung
seit der Auf­nahme der Feld­ver­suche vor fünf Jahren. Vor etwa drei Jahren sei
zwar schon ein­mal ein Feld bei Dahns­dorf zer­stört wor­den, bestätigen
Ermit­tler vom Polizeiprä­sid­i­um Pots­dam. Doch es han­delte sich damals nicht
um gen­tech­nisch verän­dertes Pflanzgut. “Die dama­li­gen Täter hat­ten sich
geir­rt”, sagt Wig­gers. Bei den Senf­pflanzen, die offen­sichtlich als Raps
verkan­nt wur­den, habe es sich lediglich um einen Ver­such mit Unkraut
gehandelt.

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